Audi mit Problemen beim Q6 E-Tron – Liefertermin wird verschoben

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Audi bringt 2023 neue Modelle auf den Markt – die Fahrzeuge im Überblick
Auto
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Diese Modelle streicht Audi 2023 aus der Produktion – ohne  einen Nachfolger

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Über 100 Jahre Tradition

Der Autohersteller Audi – Geschichte, Standorte und Entwicklung

Audi mit Standorten in Neckarsulm und Ingolstadt hatte im Laufe ihrer Geschichte die verschiedensten Namen. Die wichtigsten Informationen zum Autohersteller auf einen Blick.

Audi gilt aktuell durchaus als Problemfall im VW-Konzern. Alte Kritik und neue Probleme sind beim Autohersteller ein Thema.

Deutschland gilt weltweit als Automobilland. Kein Wunder, denn hier wurde das Auto wie wir es heute kennen erfunden. Außerdem hat Deutschland mit Volkswagen, Mercedes, BMW, Porsche und Audi gleich mehrere große Autohersteller die weltweit bekannt sind.

Neben der Daimler AG kann auch Audi mit den Hauptstandorten Ingolstadt und Neckarsulm auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken, die neben zahlreicher Fusionen, auch durch den Dieselskandal geprägt wurde. Es waren sehr bewegende Jahre für die Autobauer.

Die Audi AG hat ihre Anfänge in Köln

Denn die Geschichte von Audi beginnt schon zehn Jahre bevor die Firma am 16. Juli 1909 von August Horch in Zwickau gegründet wurde. Dieser hatte bereits Ende des 19. Jahrhunderts – um genau zu sein am 14. November 1899 – in Köln mit der August Horch & Cie. selbstständig gemacht, nachdem er zuvor drei Jahre lang den Automobilbau bei Carl Benz in Mannheim geleitet hatte.

Mit Horch fing 1899 die Geschichte von Audi an.

Horch — der einer der Pionier-Ingenieure der Kraftfahrzeugtechnik war, verlegte den Sitz der Firma aber bereits 1904 nach Zwickau. Nur fünf Jahre später verließ Horch das Unternehmen nach einem Streit mit dem Finanzvorstand und gründete gemeinsam mit befreundeten Investoren die August Horch Automobilwerke GmbH.

Die Standorte in Neckarsulm und Ingolstadt

Da seine ehemalige Firma ihm aber untersagte, den Namen Horch weiterzuverwenden, musste sich Horch etwas einfallen lassen. Auf den Namen Audi kam jedoch nicht etwa der Firmengründer selbst, sondern ein Zwickauer Gymnasiast aus der befreundeten Unternehmer Familie Fikentischer. Diese schlug vor den Namen ins Lateinische zu übersetzen.

Der Imperativ des lateinischen Worts audiere lautet nämlich audi und lautet auf Deutsch übersetzt "höre!" oder "horch!". Somit war der neue Name für das Unternehmen gefunden und am 25. April 1910 erfolgte die Umbenennung in "Audi Automobilwerke GmbH Zwickau".

Fusionen und Gründung der Auto-Union

Doch bis aus den Audi Automobilwerken, die heutige Audi AG mit Sitz in Ingolstadt wurde, waren mehrere Fusionen und weitere 70 Jahre Firmengeschichte vonnöten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur heutigen Audi AG war die Gründung der Auto Union AG in Chemnitz. 

Auf Initiative der Sächsischen Staatsbank schlossen sich Audi, Horch, DKW und die Automobilabteilung der Wanderer Fahrradwerke zur Auto Union AG zusammen. Schon mit ihrer Gründung war die Auto Union AG der zweitgrößte Automobilhersteller in Deutschland.

Und das Logo kennt bis heute jeder. Es waren jene vier Ringe, die bis heute die Kühler der Autos aus Ingolstadt und Neckarsulm zieren. Sie sollten die unlösliche Einheit der vier eigenständigen Marken symbolisieren. Im Jahr 2022 haben sich die Designer aber an das markante Markenzeichen gewagt. Der Konzern setzt auf andere Farben und ein modernes Design.

Die Auto-Union und der Zweite Weltkrieg

Innerhalb der Auto Union AG bekam jeder der vier Marken ein eigenes Marktsegment zugeordnet. Während DKW Motorräder und Kleinwagen baute, war Wanderer für Autos der Mittelklasse zuständig. Audi baute – wie auch heute noch – Autos der gehobenen Mittelklasse und Horch bediente das Luxussegment in der Oberklasse.

Die DKW Hummel wurde nur zwei Jahre lang gebaut.

Während des Zweiten Weltkriegs baute die Auto-Union vor allem Motoren für die Deutsche Luftwaffe. Nach Kriegsende 1945 wurde die Auto Union AG von den Sowjets enteignet. Dennoch gab es die Firma weiter, einige führende Mitarbeiter des Automobilherstellers zog es nach Bayern. Dort wurde 1949 in Ingolstadt die Auto Union GmbH gegründet. Anfangs wurde wieder auf die bewährten DKW-Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren gesetzt.

Audi AG in Ingolstadt: Umzug nach Neckarsulm

Erst 1965 kam der erste Wagen mit einem Viertaktmotor auf den Markt, es war die Wiedergeburt von Audi. Kurz darauf wurde DKW eingestampft. Zwischenzeitlich war die Auto-Union seit 1958 ein Teil des Daimler Konzerns. Ab 1964 bis 1966 kaufte Volkswagen die Auto-Union und die Rechte am ikonischen Logo von Daimler. Doch ehe aus der Auto-Union Audi AG wurde, zog die Firma noch einmal um.

1969 kam es zur Fusion der Auto Union GmbH mit den NSU Motorenwerken in Neckarsulm bei Heilbronn. Unter dem Namen Audi NSU Auto Union AG wurden die Geschicke nun von Neckarsulm aus gelenkt. Bereits im März 1977 wurde dann auch die Marke NSU eingestellt und nur noch Audis gebaut, weshalb es Überlegungen gab auch den Firmennamen anzupassen. 

Neuer Name und die Rückkehr des Autoherstellers nach Ingolstadt

Es dauerte aber noch bis 1985 bis aus der Audi NSU Auto-Union AG, die heutige Audi AG mit Sitz in Ingolstadt wurde. Der Standort in Neckarsulm wurde jedoch beibehalten und ist bis heute Sitz der Tochtergesellschaft Audi Sport. Anfangs wurde hier auch der R8 gefertigt.

2015 folgte dann mit dem Dieselskandal eines der schwärzesten Kapitel der Audi Geschichte. Rund zwei Millionen Fahrzeuge mit dem eindrucksvollen Logo von vier Ringen waren weltweit betroffen. Doch dabei blieb es nicht, denn im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass wesentlich Teile der Schummel-Software von Audi entwickelt worden waren. Es folgten ein Rückruf von 25.000 Fahrzeugen, Durchsuchungen bei Audi und in den Wohnungen einiger Mitarbeiter und ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro. 

Weitere Standorte von Audi und ihrer Töchter

Neben Ingolstadt und Neckarsulm werden die Modelle von Audi an zahlreichen Standorten weltweit produziert, zum Teil auch in Werken von Volkswagen und den Schwestermarken Seat und Skoda. Das sind die Audi-Standorte in der Übersicht:

  • Ingolstadt
  • Münchsmünster
  • Neckarsulm
  • Heilbronn
  • Brüssel
  • Kaluga
  • Bratislava
  • Martorell
  • Gyor
  • Relizane
  • Peking
  • Changchun
  • Foshan
  • Tianjin
  • Qingdao
  • Aurangabad
  • San José Chiapa
  • Curitba

Die Audi-Töchter Ducati, Lamborghini und Italdesign Giugiaro produzieren zum Großteil in Italien. Lediglich Ducati betreibt zwei Werke in Thailand und Brasilien:

  • Sant'Agata
  • Bolognese
  • Bologna
  • Moncalieri
  • Pluak Daeng
  • Manaus

 Audi AG: Schicksalsjahr 2020

Das Jahr 2020 stellt für die Audi AG erneut ein Jahr der Veränderungen dar. Denn die Muttergesellschaft VW möchte auf der Hauptversammlung am 31. Juli auch die letzten Anteile an dem bayrischen Premiumhersteller übernehmen. Dafür wurde im Vorfeld eine Bewertung von Audi durchgeführt, bei der auch die Umsätze der Ingolstädter mit einbezogen wurden. 

Der Umsatz der Audi AG zwischen 2009 und 2019:

  •  2009: 29,840 Milliarden Euro
  •  2010: 35,441 Milliarden Euro
  •  2011: 44.096 Milliarden Euro
  •  2012: 48,771 Milliarden Euro
  •  2013: 49,880 Milliarden Euro
  •  2014: 53,787 Milliarden Euro
  •  2015: 58,420 Milliarden Euro
  •  2016: 59,317 Milliarden Euro
  •  2017: 59,789 Milliarden Euro
  •  2018: 59,248 Milliarden Euro
  •  2019: 55,680 Milliarden Euro

Audi AG: Veränderungen im Vorstand

Auch im Vorstand der Audi AG hat sich in diesem Jahr einiges verändert. Am 1. April übernahm Markus Duesmann - der von BMW zu Audi gewechselt ist - den Posten als Vorstandsvorsitzender von Bram Schot. Der Niederländer hatte das Amt nach der Verhaftung von Ex-Audi-Chef Rupert Stadler zunächst kommissarisch und später dann offiziell bekleidet. Nun ist es an Duesmann Audi aus der Krise zu führen.

Markus Duesmann hat seit dem 1. April bei Audi das Sagen.

Auch Dirk Große-Loheide, Arno Antlitz und Sabine Maaßen wurden Anfang April neu in den Audi-Vorstand berufen. Mit Hildegard Wortmann sitzt noch eine zweite Frau im Führungsgremium der Ingolstädter.

Audi AG: Die Modelle aus Ingolstadt und Neckarsulm

Als Tochter der Volkswagen AG arbeitet Audi auch eng mit den anderen Konzernmarken zusammen und greift auf den modularen Querbaukasten (MQB), den modularen Längsbaukasten (MLB) und den modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) zurück. Audi bietet dabei eine breite Auswahl an Modellen an, die sich auf die verschiedenen Segmente aufteilen. Interessierte Kunden können ihren neuen Audi, dann auch in den Audi Foren in Ingolstadt oder Neckarsulm abholen.

Kleinwagen:

  • Audi A1

Kompaktklasse:

  • Audi A3
  • Audi S3
  • Audi RS3

Mittelklasse:

  • Audi A4
  • Audi A4 Avant
  • Audi A4 allroad
  • Audi S4
  • Audi S4 Avant
  • Audi RS4
  • Audi RS4 Avant
  • Audi A5
  • Audi A5 Cabrioolet
  • Audi A5 Sportback
  • Audi S5
  • Audi S5 Cabriolet
  • Audi S5 Sportback
  • Audi RS5
  • Audi RS5 Cabriolet
  • Audi RS5 Sportback

Obere Mittelklasse:

  • Audi A6
  • Audi A6 Avant
  • Audi A6 allroad
  • Audi S6
  • Audi S6 Avant
  • Audi RS6
  • Audi RS6 Avant
  • Audi A7
  • Audi S7
  • Audi RS7

Oberklasse:

  • Audi A8
  • Audi S8

Coupés/Roadster:

  • Audi TT
  • Audi TTS
  • Audi TTRS

Sportwagen:

  • Audi R8
  • Audi R8 Spyder

SUV:

  • Audi Q2
  • Audi SQ2
  • Audi Q3
  • Audi Q3 Sportsback
  • Audi RS Q3
  • Audi RS Q§ Sportsback
  • Audi Q5
  • Audi SQ5
  • Audi e-tron
  • Audi e-tron Sportsback
  • Audi Q7
  • Audi SQ7
  • Audi Q8
  • Audi SQ8
  • Audi RS Q8

Das Jahr 2022 ist für Audi ein Problem-Jahr

Mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine und der immer größer werden Energiekrise, wachsen ab Februar 2022 auch die Probleme der Automobilindustrie. Für Audi wird es zunehmend schwieriger, Liefertermine einzuhalten. Es fehlt an wichtigen Chips und Halbleitern.

Auch auf dem wichtigen Automarkt in China verliert das Unternehmen weiter an Boden. Audi gilt immer häufiger als Problemfall im VW-Konzern. Weniger verwunderlich ist da zu diesem Zeitpunkt dann auch, dass VW-Chef Oliver Blume den Ingolstädtern das Vorzeigeprojekt „Artemis“ streichen lässt. Die Entwicklung einer vollautomatisierten Elektrolimousine ist damit gestoppt.

Rubriklistenbild: © dpa/Stephan Goerlich