Cambridge University

Thrombose durch AstraZeneca-Impfung: Risiko-Rechner zeigt Wahrscheinlichkeit

  • vonKatja Becher
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Corona-Impfung: Wie hoch ist bei mir die Thrombose-Gefahr nach einer Impfung mit AstraZeneca? Das soll eine neue Rechnung zeigen, die von Wissenschaftlern entwickelt wurde:

Über den Corona-Impfstoff* von AstraZeneca gibt es in Deutschland seit seiner Zulassung heftige Diskussionen. Erst wurde das Vakzin erst gar nicht für ältere Menschen zugelassen, dann wurde die Impfung mit AstraZeneca nach Berichten über Sinusvenen-Thrombosen komplett ausgesetzt. Aktuell gilt die Empfehlung, den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers nur an über 60-Jährige zu geben – es sei denn, jüngere Altersgruppen entscheiden sich nach einer ärztlichen Aufklärung bewusst dafür. Kein Wunder, dass bei keinem Impfstoff gegen das Coronavirus* in Deutschland eine solche Verunsicherung herrscht, wie bei dem von AstraZeneca. Wie HEIDELBERG24* berichtet, soll jetzt eine von Forschern entwickelte Rechnung zeigen, wie hoch das Thrombose-Risiko bei einer AstraZeneca-Impfung in verschiedenen Altersgruppen tatsächlich ist.

Thrombose nach AstraZeneca-Impfung: Forscher mit neuer Risiko-Rechnung

Die Risiko-Rechnung zum AstraZeneca-Impfstoff* wurde von Wissenschaftlern der Cambridge Universität entwickelt und basiert auf einer Abwägung von Nutzen und Schaden durch die Impfung für verschiedene Altersgruppen zwischen 20 und 69. Die Forscher errechneten aus fünf verschiedenen Altersgruppen, wie viele Menschen NICHT auf der Intensivstation landeten, weil sie gegen Corona geimpft wurden und glichen diese Daten mit den Statistiken zu Personen ab, die unter Thrombose leiden. Ihre Datenauswertung unterteilten die Forscher anhand von Corona-Inzidenzen in ein Ansteckungsrisiko von „niedrig“, „mittel“ und „hoch“.

Zuletzt veröffentlichten Forscher der Oxford University eine Studie, in der untersucht wurde, ob bei den Vakzinen von BioNTech und Moderna ein ähnlich hohes Thrombose-Risiko besteht* – mit überraschenden Ergebnissen.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Das zeigt die Risiko-Rechnung zur Thrombose-Gefahr

Basierend auf Daten aus Großbritannien zeigte die Risiko-Rechnung der Wissenschaftler, dass für Menschen zwischen 20 und 29 Jahren bei einer niedrigen Corona-Inzidenz das Risiko einer Thrombose höher ist, als der Nutzen einer Impfung. Ab 30 Jahren steigt jedoch der Nutzen einer Corona-Impfung über das Thrombose-Risiko. Anders gesagt: Laut Berechnungen der Forscher aus Cambridge ist die Wahrscheinlichkeit bereits ab diesem Alter höher, wegen Corona auf einer Intensivstation zu landen, als an Thrombose zu erkranken. Die Berechnung für 100.000 Menschen im Fall einer niedrigen Inzidenz innerhalb von 16 Wochen:

Mögliche Vorteile (Vermiedene Einlieferungen in Intensivstationen)AltersgruppeMögliche Schäden (Thrombosen durch Corona-Impfung)
0,820 bis 29 Jahre1,1
2,730 bis 39 Jahre0,8
5,740 bis 49 Jahre0,5
10,550 bis 59 Jahre0,4
14,160 bis 69 Jahre0,2

Bei einem „mittleren“ und „hohen“ Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus überwiegen laut dem Risiko-Rechner schon in der jüngsten Gruppe zwischen 20 und 29 Jahren die Vorteile einer Corona-Impfung vor dem Thrombose-Risiko. Die Ergebnise der Risiko-Rechnung der University of Cambridge gibt es hier noch einmal im Überblick. Zusammengefasst konnten die Wissenschaftler der Cambridge University mit ihrer Rechnung feststellen, dass das Risiko einer AstraZeneca-Impfung oft eher überschätzt wird – und die Gefahr für einen schweren Corona-Verlauf größer sei, als die Gefahr einer durch die Impfung ausgelöste Thrombose. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Christophe Ena

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