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Wohlstand ade – können Deutsche überhaupt noch etwas sparen?

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Von: Juliane Reyle

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Entlastungen
Das fehlt immer mehr Deutschen zum Sparen. (Symbolbild) © Daniel Karmann/dpa/Illustration

Die Preise steigen – das ist nichts Neues. Doch wie sieht die Zukunft aus? Werden Deutsche noch sparen können?

Durch die hohe Inflation kommen derzeit immer mehr Deutsche an ihre finanziellen Grenzen. Während die Einen noch sparen, nicht zu viel ausgeben möchten, geben andere bereits ihr gesamtes Monatsgehalt für den Lebensunterhalt aus. Doch die Sparkassen geben eine düstere Prognose: Sogar mehr als die Hälfte der Deutschen müsse bald ihr gesamtes Einkommen für das bloße Halten ihres Lebensstils ausgeben. Der Grund: Ihnen fehlt schlichtweg das Geld.

Ein Leben auf Pump: Mehr als die Hälfte der Deutschen sollen in Zukunft bankrott sein

Ganz ohne besonderen Ausgaben, wie Urlaube, Anschaffungen oder Genussmittel – das Geld soll für viele Deutsche bald gerade mal dafür ausreichen, die laufenden Kosten zu decken. „Wir rechnen damit, dass wegen der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, der Welt am Sonntag.

Armutsgrenze oder Ansichtssache? Ein Wandel der Lebensumstände ist im Gange

Nein, es ist kein individuelles Problem oder eine spontane, selbstverschuldete Notlage. Viele Menschen sind derzeit „knapp bei Kasse“, denn am Ende des Monats bleibt gerade noch so viel Geld übrig um das Essen fürs Wochenende zu kaufen und damit wieder in die neue Arbeitswoche zu steigen. Das Problem: Mietpreise steigen, Lebensmittelpreise steigen, Spritpreise steigen – doch die Gehälter nicht.

Damit verschiebt sich die Armutsgrenze Stück für Stück und viele fleißig arbeitenden Menschen müssen plötzlich Existenzängste durchleben. Es gilt abzuwarten, ob diese Menschen bald als „arm“ gelten oder ob sich der Lebensstil eines Großteils der Menschen einfach anpassen wird? Werden Alltagsgegenstände zu Luxusgut werden? Noch vor einem Jahr waren, Sparkassen-Vermögensbarometer, lediglich 15 Prozent der Deutschen nicht in der Lage, Geld zurückzulegen. Bald könnte es das Vierfache sein.

Doch was tun? Ersparnisse werden aufgebraucht – drittes „Entlastungspaket“ im Gespräch

Doch was lässt sich dagegen tun? Rücklagen aus Lockdown-Zeiten, als die Konsummöglichkeiten nur bedingt zur Verfügung standen oder für die Zukunft gedachte Ersparnisse, werden bei vielen Familien derzeit nach und nach aufgebraucht. Während sich manche Menschen noch einen Urlaub gönnen, zahlen andere bereits die Miete mit Ersparnissen ab. Welcher Weg der Richtige ist, lässt sich vermutlich nicht pauschal beantworten. Doch bereits im Herbst, erwarten die Sparkassen, laut tagesschau, dass sich die Situation noch weiter verschärft.

Besonders Familien mit niedrigeren und mittleren Einkommen sollen ab Herbst diesen Jahres noch mehr mit den hohen Kosten zu kämpfen haben. Das Auskosten eines Dispokredits ist leider keine dauerhafte Lösung, wird jedoch inzwischen vermehrt genutzt. Die Bundesregierung sucht ebenfalls weiter nach Wegen, um die Folgen der gestiegenen Inflation in Grenzen zu halten und ein drittes „Entlastungspaket“ ist im Gespräch. Doch darüber wird voraussichtlich erst im September entschieden.

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