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Darf der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld wegen der Energiekrise streichen?

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Überall steigen die Kosten, da freuen sich viele Menschen ganz besonders auf die Zahlung von Weihnachtsgeld. Aber was, wenn der Arbeitsgeber dieses gar nicht mehr bezahlen will?

Für viele Menschen sind es harte Zeiten: Die Lebensmittel werden immer teurer, die Benzinkosten sind explodiert und von Strom- und Heizkosten wollen wir am Montag gar nicht wieder anfangen. Manche Arbeitnehmer sehen einen kleinen Lichtblick, denn Weihnachten steht vor der Tür und für einige somit auch die Zahlung des Weihnachtsgeldes. Aber was, wenn der Arbeitgeber sich auf die Energiekrise beruft? Darf er dann die Sonderzahlung einfach streichen?

Weihnachtsgeld in der Krise: Darf es einfach „abgeschafft“ werden vom Arbeitgeber?

Die Sonderzahlung zum Jahresende ist bei vielen fest eingeplant. Dieses Jahr allerdings bekommen auch Unternehmen zunehmend die Folgen der Energiekrise zu spüren. Allgemein gilt: Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht ohnehin nicht grundsätzlich. Deshalb müssen Beschäftigte zunächst prüfen, ob die Sonderzahlung etwa im Arbeitsvertrag, in der Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag geregelt ist, wie die Arbeitnehmerkammer Bremen informiert.

Ein Anspruch kann sich auch aus der sogenannten betrieblichen Übung ergeben. Zahlt ein Arbeitgeber mindestens drei Jahre in Folge allen seinen Beschäftigten ein 13. Gehalt ohne Vorbehalt, kann daraus ein vertraglicher Anspruch erwachsen, heißt es auf der Webseite der Arbeitnehmerkammer.

Weihnachtsgeld kann eingeklagt werden

Besteht tatsächlich ein Anspruch, dürfen Arbeitgeber den nicht einfach ignorieren. Bleibt das Weihnachtsgeld trotzdem aus, können Beschäftigte es gegebenenfalls beim zuständigen Arbeitsgericht einklagen. Dabei sollten der Arbeitnehmerkammer zufolge aber die Verjährungsfrist sowie eventuelle arbeitsvertragliche oder tarifvertragliche Ausschlussfristen beachtet werden.

Arbeitgeber haben außerdem die Möglichkeit, das Weihnachtsgeld nach Vereinbarung zu einem späteren Zeitpunkt auszuzahlen. Wurde das Weihnachtsgeld in der Vergangenheit ohnehin nur freiwillig oder flexibel gezahlt, besteht für Beschäftigte kein Anspruch. Unternehmen können die Zahlung dann verweigern.

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