Preisverhandlungen stehen an

Aldi erhöht Preise: Tiefkühlprodukte teurer – das steckt dahinter

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Aldi erhöht Preise: Teure Tiefkühlprodukte – das steckt dahinter!
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Der Discounter Aldi setzt die Preise nach oben. Lidl, Kaufland und Co. äußern sich zurückhaltend zu höheren Preisen.

Erst Anfang Juli konnten sich die Kunden von Aldi über sinkende Preise freuen. Der Discounter machte Fleisch billiger, wie echo24.de berichtet hat. Doch jetzt folgt ein echter Kosten-Schock: Aldi macht Tiefkühlprodukte teurer. So kostet die Fertig-Pizza statt 2,49 Euro jetzt stolze 3,19 Euro.

Und was macht die Konkurrenz? Bereits im April 2022, bei der ersten Welle von Preiserhöhungen, wollte man sich bei den Schwesterunternehmen der Schwarz-Gruppe nicht so recht äußern. Lidl und Kaufland schweigen sich zu diesem Thema aus.

Teure Tiefkühlprodukte: Nicht nur Pizza, besonders der Preis für Fisch steigt

Nicht nur die Tiefkühlpizza erhitzt bei Aldi-Kunden die Gemüter. Wie unter anderem der Preisradar von Focus Online zeigt, ist auch der Preis für Fischstäbchen nach oben geklettert. Bei Konkurrent Rewe ging es laut Bericht dabei bei der Eigenmarke „Rewe Beste Wahl“ von 2,19 Euro rauf auf 2,49 Euro.

Aldi Nord geht bei seiner Eigenmarke „Golden Seafood“ von 2,19 Euro um satte 70 Cent auf 2,89 Euro nach oben. Und auch bei Supermarkt-Riese Edeka steigen die Preise für Tiefkühlprodukte. Für das Marken-Produkt von Iglo erhöht Edeka den Preis auf 4,19 Euro. Zuvor waren es noch 3,69 Euro! Steigerung von 50 Cent.

Fisch wird immer teurer: Tiefkühl-Gigant Frosta erklärt warum

Was steckt hinter den Preissteigerungen für Tiefkühlprodukte? Bereits im Januar sprach Frosta-Chef Felix Ahlers gegenüber dem Handelsblatt über anstehende Preissteigerungen. Dabei machte er deutlich, dass auch so ein Tiefkühlkost-Gigant wie Frosta nicht um eine solche Maßnahme herumkommen kann.

Ahlers erklärte damals: „Für uns ist alles teurer geworden – Fisch, Gemüse, Energie, Verpackung und Logistik. Die Teuerung war noch nie so extrem.“ Der Druck, höherer Preise im Handel durchzusetzen, sei enorm. Zudem haben Unternehmen aus der Tiefkühlbranche auch mit den Folgen von Corona zu kämpfen. Die Zusammenarbeit mit Restaurants und Kantinen ist „starken Schwankungen ausgesetzt“.

Tiefkühlprodukt Fisch: Darum wird es richtig teuer für Kunden

Wo liegen die großen Kosten für die Unternehmen mit Fisch als Tiefkühlprodukt? Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte der Frosta-Chef, dass es zunächst schon beim Transport anfängt. Ahlers: „Ein Container aus Alaska kostet inzwischen 70 Prozent mehr. Das ist nur der Transport. Auch Alaska-Seelachs ist knapp und etwa 20 Prozent teurer geworden.“ Durch Corona-Fälle auf den Fischtrawlern wurde 2021 weniger Fisch gefangen.

Außerdem steigen die Fischpreise wohl weiter. Grund dafür sind die sinkenden Fangquoten. In der Beringsee wurde diese laut Bericht für 2022 um 19 Prozent herabgesenkt. Ahlers: „Dann werden die Fischpreise wohl weiter anziehen. Vielleicht sinkt dann auch die Nachfrage, weil Verbraucher keine noch höheren Preise akzeptieren. Was die meisten nicht wissen: Fisch ist von allen tierischen Nahrungsmitteln das preislich günstigste.“

Teure Tiefkühlprodukte: Alle Preise im Lebensmittelhandel auf dem Prüfstand

Eine Entspannung der Preise ist laut Experten im Lebensmittelhandel nicht zu erwarten. Nicht nur bei Tiefkühlprodukten werden Kunden in den kommenden Monaten wohl noch etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Das Verbraucher-Portal Chip verweist darauf, dass nach den Sommerferien die ersten Konditionsverhandlungen im deutschen Einzelhandel anstehen.

Gegenüber Chip erklärte ein Insider dazu: „Hinter den Kulissen bereiten sich Supermärkte und Discounter auf die heftigen Konditionsverhandlungen im Herbst vor.“ Es geht um Preisanpassungen. Besonders Markenhersteller seien daran interessiert. „Teilweise geht es um Preissteigerungen von acht bis 20 Prozent“, erklärt der Experte weiter.

Tiefkühlprodukte: Preisentwicklung bei Lidl und Kaufland

Auf Nachfrage von echo24.de gab es von Kaufland lediglich den Hinweis, dass man den Kunden „auch weiterhin eine große Auswahl zu günstigen Preisen bieten“ möchte. Aussagen zu Preisentwicklungen möchte man grundsätzlich nicht machen. Damit bleibt sich das Unternehmen treu. Zusammen mit Firmenschwester Lidl gab es ähnliche Angabe bereits im April 2022.

Von Aldi hat es bisher noch keine Aussagen zu den Hintergründen der Preiserhöhung für Tiefkühlprodukte gegeben. (Stand 21. Juli, 15. 17 Uhr) Die Redaktion liefert mögliche Aussagen dazu nach.