Nachbar Hessen als Vorbild mit 2G

Aldi und Kaufland: Einkaufsverbot für Ungeimpfte in BW? Händler machen klare Ansage

  • VonMarten Kopf
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Baden-Württemberg - Einkaufen nur noch mit 2G. Müssen Ungeimpfte bald um ihre Grundversorgung fürchten? Große Einzelhandelsketten reagieren mit deutlichen Aussagen:

Mit Beschluss der neuen Corona-Verordnung gilt in Baden-Württemberg seit dem 15. Oktober das sogenannte 2G-Optionsmodell. Heißt: Veranstalter und Gastronomen dürfen seither selbst entscheiden, ob sie nicht geimpften Personen Zutritt gewähren wollen oder eben nur nachweislich geimpfte und genesene Gäste zulassen. Wer sich für diese 2G-Regel entscheidet, darf dafür auf Corona-Regeln wie Abstandsgebot und Maskenpflicht verzichten – Ungeimpfte, getestet hin oder her, müssen dann allerdings draußen bleiben.

Was bisher auf Kultur und Gastronomie beschränkt war, könnte aber sehr bald auch andere Bereiche betreffen. Bereiche, die für den täglichen Bedarf unerlässlich sind. Einkaufen im Supermarkt zum Beispiel. Als erstes Bundesland stellt es Hessen nämlich nun auch Einzelhändlern frei, Ungeimpften den Zutritt zu verweigern. Durchaus denkbar also, dass eine solche Regelung schon bald auch im Ländle greift. Müssen Menschen ohne Immunisierung jetzt um ihre Grundversorgung fürchten? Die Sorgen sind wohl unberechtigt, wie HEIDELBERG24* berichtet.

2G im Supermarkt: Bei ALDI „derzeit nicht geplant.“

„Zutrittsbeschränkungen zu den Filialen von ALDI SÜD im Sinne einer 2G- oder 3G-Regelung sind derzeit nicht geplant. Wir sind davon überzeugt, dass die zahlreichen Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten in allen Filialen von ALDI SÜD umgesetzt wurden, sinnvoll dazu beitragen, unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, schreibt etwa ALDI Süd in einer ersten Stellungnahme am Mittwoch (19. Oktober). Und man geht sogar noch einen Schritt weiter: „Einzelne Kundengruppen vom Einkauf auszuschließen, würde grundsätzlich unserem Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen.“

Eine Einstellung, die man übrigens auch bei NETTO teilt: „Die 2G-Regelung ist für uns keine Option, da wir allen Menschen den Einkauf in unseren Netto-Filialen ermöglichen wollen. Beim Einkauf in unseren Filialen gilt wie bisher entsprechend der jeweiligen regionalen Verordnungen und gesetzlichen Vorgaben, unser umfassendes und bewährtes Hygienekonzept, zu dem u. a. die allgemeine AHA-Regel gehört.“

EDEKA, Kaufland, REWE: „Märkte stehen auch weiterhin für alle Kundinnen und Kunden offen“

„Wir wollen auch weiterhin allen Menschen den Einkauf bei EDEKA ermöglichen. Daher ist die 2G-Regelung für uns keine Option. Unsere Märkte stehen auch weiterhin für alle Kundinnen und Kunden offen“, stellt auch EDEKA klar. Und wie reagiert Kaufland, der Lebensmittel-Riese aus der Schwarz-Gruppe? Auf Nachfrage von echo24* erklärt eine Sprecherin des Unternehmens: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.“

Kurz, aber dafür umso eindeutiger schreibt Thomas Bonrath, Pressesprecher der REWE Group: „Die Märkte der REWE Group (REWE, PENNY, toom Baumarkt) werden die Möglichkeit des 2G-Optionsmodells nicht nutzen. Die bisherigen Regelungen in unseren Märkten haben sich in der Praxis sehr gut bewährt.“ (mko) *HEIDELBERG24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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