In London steht eine kassenlose Filiale

Aldi: Alterserkennung durch Kamera bei Alkohol-Kauf - so testet der Discounter

Aldi-Filiale
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Alterserkennung durch Kamera bei Alkohol-Kauf - so testet der Discounter Aldi im Ausland.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Aldi mit neuem System: Discounter äußert sich zurückhaltend. Auch bei Lidl gibt‘s Pläne für Neuerungen an den Kassen.

Zuletzt hat sich Aldi laut echo24.de sehr offen über die aktuell steigenden Preise im Lebensmittelhandel geäußert und erklärt, wie die Preise wieder sinken könnten. Dagegen gibt‘s zumindest von der Unternehmensgruppe Aldi Süd leise Töne, wenn es um ein Zukunftsprojekt des Discounters geht.

Bereits Anfang des Jahres 2022 hat der Discounter-Riese ein ganz spezielles Projekt im Ausland gestartet. So berichtete unter anderem das Portal stores-shops.de über eine Filiale in London in Großbritannien, die komplett ohne Kassen eingerichtet ist. Und jetzt soll‘s noch eine automatische Alterserkennung bei Alkohol-Einkäufen geben - per Kamera.

Aldi UK testet System: Lidl und Kaufland auch mit Self-Checkouts

In mehreren Medien ist derzeit über die Hintergründe zur neuen Technik zu lesen. So schreibt die Lebensmittel Zeitung dazu: „Die Technologie soll den Self-Checkout einfacher machen und gleichzeitig das Personal vor Übergriffen schützen“. Selbstbedienungskassen werden aktuell auch von Discounter-Konkurrent Lidl in Deutschland getestet.

Auch bei der Unternehmenstochter Kaufland aus der Schwarz-Gruppe sind Self-Checkouts bereits im Einsatz. Wie das Unternehmen auf echo24.de-Nachfrage erklärt, dienen diese als „zusätzlicher Service“. Ob dabei auch eine automatische Alterserkennung eine Alternative wäre, dazu gab es auf Anfrage der Redaktion keine Reaktion der Lebensmittel-Giganten.

Aldi Süd: Keine Aussage zu „etwaigen Tests“

Und auch in der Aldi-Unternehmensgruppe bleibt man zurückhaltend. Gegenüber echo24.de erklärt Aldi Süd, dass man zu „etwaigen Tests in anderen Aldi Süd Ländern keine Aussagen treffen“ könne. Für Deutschland gilt demnach aber auch: „Derartige Überlegungen bestehen bei uns aktuell nicht“. Aldi UK gehört zu Aldi Süd und ist im Königreich derzeit mit ca. 920 Filialen vertreten.

Aldi-Laden in London mit neuer Technologie.

Wie läuft es mit der Kamera? Laut Angaben von Aldi UK können Kunden, die Alkohol kaufen möchten, „die Gesichtsaltersschätzungstechnologie verwenden, um ihren Kauf zu autorisieren“. Die Technologie zur künstlichen Intelligenz hinter den Kameras kommt dabei von Yoti. Wer sich nicht filmen lassen möchte, der kann sich immer noch an einem Mitarbeiter wenden.

Aldi UK erklärt den kassenlosen Laden in London

Und wie funktioniert der ganze kassenlose Aldi-Shop in London? Das Handelsmagazin Store-shop.de hat die 450 Quadratmeter große Filiale unter die Lupe genommen und sich die Unternehmensangaben genau durchgelesen. Dazu heißt es dann, dass der Laden „der größte europäische Markt ganz ohne Kasse, nach dem Vorbild von Shops wie Amazon Go oder Rewe Pick & Go.“ sei. Im Angebot sind dort „ausschließlich Lebensmittel und keine Non-Food-Ware“.

Einkaufen können Kunden in dieser Aldi-Filiale nur, wenn sie laut Aldi UK die eigens dafür entwickelte App im Vorfeld des Einkaufs heruntergeladen haben. Dort werden persönliche Daten hinterlegt. Mit einem individuellen QR-Code öffnen sich dann die Türen. Sobald ein Kunde das Geschäft verlässt, wird ihm der Einkauf automatisch über die ausgewählte Zahlungsmethode in Rechnung gestellt und eine Quittung wird in der App angezeigt.

Wie das Handelsmagazin weiter berichtet, funktioniert das komplette System in diesem Aldi „auf Kamerabasis“. Im gesamten Laden sind die Kameras verteilt und haben den Überblick über die Bewegungen der Kunden zwischen den Regalen. Sie erkennen, welche Produkte eingepackt werden oder wieder im Regal landen. „Gewichtsmessungen in den Regalen kommen dabei nicht zum Einsatz“. Ob es das System auch nach Deutschland schafft, bleibt aktuell noch offen. Eine weitere Neuerung gibt es in England: Dort hat die erste kassenlose Aldi-Filiale eröffnet, Kunden sind geschockt, wie 24hamburg.de berichtet.