Pandemie

3G im Supermarkt in Deutschland – Kaufland gibt neue Corona-Regeln bekannt

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
    schließen

Die Bundespolitik reagiert mit neuen Regeln auf die Corona-Pandemie. Discounter und Supermärkte sind von einer Maßnahme betroffen. Das zeigt der Fall Kaufland.

Frankfurt – Deutschland steckt mitten in der vierten pandemischen Corona*-Welle. Täglich meldet das Robert Koch-Institut (RKI) Rekordzahlen der Neuinfektionen und Inzidenzen. Um dem Infektionsgeschehen wirksam zu begegnen haben Bundestag und Bundesrat kürzlich eine Neufassung des sogenannten Infektionsschutzgesetzes verabschiedet.

Das Gesetz soll spätestens am 24. November in Kraft treten. Mit Veröffentlichung der finalen Fassung im Bundesanzeiger gelten neue Corona-Regeln. Ein Teil davon ist unter anderem die 3G-Regel am Arbeitsplatz, was auch Supermarktketten betrifft. Bislang drehte sich die Debatte um Corona-Regeln in Discountern und Supermärkten insbesondere um die Perspektive der Kundinnen und Kunden. 2G-Optionen, wie sie beispielsweise in Hessen und Niedersachsen möglich sind, wurden diskutiert. Allerdings wurden diese relativ schnell mit dem Hinweis auf die Grundversorgung – auch Ungeimpfter – verworfen.

Corona-Regeln: 3G im Supermarkt – Kaufland bezieht Stellung

Nun dreht sich die Debatte. Grund dafür ist die 3G-Nachweispflicht von Angestellten, die das Infektionsschutzgesetz vorsieht. Demnach müssen Beschäftigte, auch von Supermarktketten, nachweisen, dass sie doppelt gegen das Coronavirus geimpft, von der Krankheit Covid-19 genesen oder negativ auf Sars-CoV-2 getestet sind. Wer diesen Nachweis nicht erbringt, darf der Gesetzesneufassung zufolge nicht seine Arbeit verrichten, sprich: nicht im Supermarkt arbeiten. Home-Office kommt aus praktikablen Gründen in Discountern nicht in Frage.

Als neue Corona-Regel gilt das 3G-Modell am Arbeitsplatz. Das betrifft auch Supermarktketten wie Kaufland.

Das gilt auch bei Kaufland: Die Supermarktkette erklärte auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau: „Aufgrund der aktuellen Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes ist der Zutritt zur Arbeitsstätte ausschließlich Beschäftigten mit 3G-Status erlaubt.“ Das bedeutet: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaufland müssen einen 3G-Nachweis erbringen, ganz im Gegenteil zu Kundinnen und Kunden. Wer im Supermarkt arbeitet, ist somit weiterhin dem Risiko einem erhöhten Corona-Infektion ausgesetzt, da sich die Kundschaft nicht auf Sars-CoV-2 testen lassen muss, bevor sie einkauft.

Auf Nachfrage erklärte die Schwarz-Gruppe, wozu Kaufland gehört, weiter: „Wir orientieren uns grundsätzlich an den Verordnungen der Bundesländer, den jeweiligen regional gültigen Allgemeinverfügungen sowie der Corona-Arbeitsschutzverordnung und setzen diese entsprechend um.“

Corona-Regeln im Supermarkt – Kaufland äußerte sich bereits zu 2G

Damit bezieht sich Kaufland auf mögliche weitere Corona-Regeln regionaler Art. Das Infektionsschutzgesetz bietet dabei lediglich die Entscheidungsgrundlage der Bundesländer – sprich: Ein Bundesland kann sich für ein 2G- beziehungsweise 3G-Modell in Supermärkten entscheiden, was in juristischen Fachkreisen äußerst kritisch angesehen wird. Klagen gegen solche Regelungen werden hohe Erfolgschancen vor Gericht eingeräumt. Kaufland hatte sich vor wenigen Wochen bereits zu einer möglichen 2G-Regel positioniert. (Tobias Utz) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gerald Matzka/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema