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Zecken: Diese Irrtümer zu den Blutsaugern halten sich hartnäckig

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Von: Dominik Jahn

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Zecken: Das Spinnentier mit dem Horror-Faktor hat viele schlechte Eigenheiten. Um sie loszuwerden, muss man auf bestimmte Details achten.

Zecken, die nervigen und extrem fiesen Blutsauger sind gerade im Sommer sehr aktiv. Die Spinnentiere lösen bei vielen Menschen echte Horror-Gefühle aus. Kein Wunder, immerhin können sie Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen. Wie echo24.de berichtet hat, sehen Experten eine steigende Infektions-Gefahr. Doch noch immer gibt es viele Irrtümer über Zecken.

Immerhin ist die Zecke weltweit verbreitet und ernährt sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere. Doch stimmt es, dass die Zecken sich von Bäumen fallen lassen. Stechen oder beißen sie? Übertragen sie das FSME-Virus tatsächlich nur in Süddeutschland? Zecken immer nur herausdrehen, sonst wird es gefährlich? echo24.de überprüft die Zecken-Irrtümer.

Zecken: Risikogebiete gibt‘s nur im Süden von Deutschland

Irrtum eins: Zecken übertragen die Krankheitserreger nur im Raum Süddeutschland – stimmt nicht. Das Portal zecken.de des Pharmakonzerns Pfizer weißt darauf hin, dass die Tiere „das FSME-Virus in ganz Deutschland übertragen“. Zwar gibt es sogenannte FSME-Risikogebiete mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus durch einen Zeckenstich anzustecken, allerdings sind dem Bericht nach inzwischen „fast die Hälfte aller Stadt- und Landkreise in ganz Deutschland als FSME-Risikogebiet“ ausgewiesen.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Wie zecken.de schreibt, zählen zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Dazu können auch noch Teile in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Rheinland-Pfalz gezählt werden. Außerdem ist in den vergangenen Jahren mit „dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland dazugekommen“. Auch der Stadtkreis Dresden wird bereits als FSME-Risikogebiet eingestuft. Neue Gebiete seit März 2022, eingestuft durch das Robert Koch-Institut: drei Landkreise in Brandenburg (Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße), zwei Stadt- und Landkreise in Sachsen (Stadtkreis Chemnitz, Landkreis Görlitz) und den Stadtkreis Solingen in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt gibt es nun 175 Risikogebiete in Deutschland.

So bringen Zecken den Virus in den Menschen

Irrtum zwei: Eine Zecke beißt – stimmt nicht. Sie gehören der Gruppe der Spinnentiere an und besitzen einen Stechapparat mit vielen kleinen Widerhaken. Wie unter anderem das Gesundheitsportal apotheken.de beschreibt, „ritzen sie mit ihren Kieferklauen die Haut des Wirtes ein, um anschließend mit dem Stechapparat in die Wunde einzudringen“.

Das Problem sind dann eigentlich nicht die Stiche, der Speichel einer Zecke bringt die Gefahr. Dieser enthält Viren, Bakterien und zahlreiche andere Krankheitserreger. Am häufigsten übertragen werden Borreliose-Bakterien, die Erreger der Lyme-Borreliose. Darüber hinaus lösen bestimmte Viren die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aus, gegen die es einen Impfschutz gibt.

Wo Zecken besonders häufig lauern

Irrtum drei: Wo lauern Zecken? Noch immer glauben viele Menschen, dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen – stimmt nicht. Die Parasiten halten sich besonders gerne in Büschen und Gräsern auf. Sie lassen sich dort dann von Tieren oder Menschen einfach abstreifen. Wie apotheken.de schreibt, fühlen sich die Blutsauger „dauerhaft nur dort wohl, wo die Luftfeuchte über mehrere Tage und Wochen nicht weniger als 80 Prozent beträgt“. Ganz oben auf der Liste stehen daher die Wälder Mitteleuropas.

Aber auch dauerhaft beschattete Wiesen und Waldränder sowie Baumgruppen oder Büsche in Parkanlagen können zur Zecken-Heimat werden. Und auch im heimischen Garten lauert immer wieder die Gefahr. Weniger beliebt sind laut Experten aber „trockene und offene Flächen, die der Sonne ausgesetzt sind“.

So werden Zecken entfernt: Drehen oder ziehen

Irrtum vier: Zecken immer aus der Haut herausdrehen – stimmt nicht. Das Zecken-Portal des Impfstoffherstellers Pfizer sieht verschiedene Details, die zu beachten sind. Dazu heißt es: „Die richtige Technik ist abhängig von der Art des verwendeten Hilfsmittels zur Zeckenentfernung. Wichtig bei allen Hilfsmitteln ist, dass die Zecke möglichst hautnah gegriffen wird“.

Entscheidend ist es in jeden Fall „ein Quetschen der Zecke und somit auch die Freigabe von möglicherweise gefährlichen Körperflüssigkeiten“ zu vermeiden. Auch auf einen kräftigen Ruck sollten Betroffene verzichten. Ein Drehen ist nicht notwendig. Es gilt: hautnah, langsam und kontrolliert.

Außerdem sollte man nach einem Zeckenstich für die Entfernung des Tieres unbedingt auf Benzin, Nagellackentferner und Alkohol verzichten. Diese Mittel helfen nicht, sie erhöhen aber laut Angaben der Fachleute das Risiko der Übertragung von Erregern.

Zecken: Einen richtigen Schutz gibt es nicht - oder doch?

Irrtum fünf: Einen richtigen Schutz gibt es nicht gegen Zecken – stimmt nur bedingt. Man kann durchaus etwas gegen den fiesen Parasiten tun. Immer hilfreich ist es, den Körper möglichst mit langer Kleidung zu bedecken und festes Schuhwerk anzuziehen.

Für die Experten von zecken.de gibt es aber noch mehr, was man gegen Zecken tun kann. So lassen sich Zeckenstiche verhindern:

Viele Hausmittel wie Schwarzkümmelöl zeigen den Erfahrungen zufolge nur wenig bis keine Wirkung gegen Zecken. Alle Experten sich aber einig, einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht. Eine letzte Absicherung bietet daher noch die FSME-Impfung. Bei dem Borreliose-Erreger gibt es diese Impf-Möglichkeit nicht. Hier muss man schnell sein und hoffen. Dazu heißt es: Der Erreger braucht mindestens 12 Stunden, um in den menschlichen Organismus übertragen zu werden.

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