Brut- und Setzzeit

Wildtier-Nachwuchs im Frühling: Expertin mit wichtigen Verhaltenstipps

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Wildtiere bekommen überwiegend im Frühling Nachwuchs. Eine Tierschutz-Expertin der Nabu gibt wichtige Verhaltenstipps, damit Tiere sich nicht gestört fühlen.

Frühlingszeit ist Nachwuchszeit bei den meisten Wildtieren. Auch wenn Wildtiere generell nicht gestört werden sollen, ist es während der Brut- und Setzzeit von Wildtieren umso wichtiger, achtsam mit der Natur umzugehen. Geschützten Lebensraum gibt es kaum noch – der Mensch ist beinahe überall präsent.

So passiert es immer wieder, dass Menschen den verschiedensten Tieren und ihren Jungtieren zu nahe kommen. Vor allem bei ihrem Nachwuchs verstehen viele Tiere keinen Spaß – das ist bei uns Menschen nicht anders. Gerade im Frühling müssen wir deshalb mit wachsamen Tiereltern rechnen, die ihren Nachwuchs schützen wollen.

Mit dem richtigen Verhalten können wir Konflikte umgehen und Tiere vor unnötigem Stress bewahren, sagte eine Sprecherin des Naturschutzbundes (Nabu) Baden-Württemberg in der Landeshauptstadt Stuttgart gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Hier gilt es, Augen auf und vorausschauend unterwegs sein, damit alle gut miteinander auskommen.“

Nabu: Tierschutz-Expertin mit Verhaltenstipps – Wildtiernachwuchs schützen

Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist oder seinen Hund unkontrolliert laufen lässt, stört und beunruhigt Wildtiere – „auch wenn man das selbst gar nicht mitbekommt“, betonte die Sprecherin. Oft flüchteten oder versteckten sich die Tiere, wenn sich Menschen ihnen nähern. „Das kostet sie Kraft und führt zu unbewachten Gelegen und Kinderstuben.“

Wiederum weckten aufgeschreckte Rehe und Hasen, aber auch am Boden brütende Vögel in vielen Hunden den Jagdtrieb. Manchen Vogelarten auf Wiesen und Äckern wie Rebhuhn, Goldammer und Feldlerche sind stark bedroht. Ihre Nester sind gut getarnt und schwer zu erkennen. Daher raten die Naturschützer, Elterntiere nicht zu bedrängen. Wer auf den bestehenden Wegen bleibt, Hunde an die Leine nimmt und leise ist, der macht im Grunde alles richtig. In Heilbronn gibt es übrigens genau deshalb nun eine Leinenpflicht für Hunde an bestimmten Orten.

Wichtig sei es auch, weder zu zündeln, noch seinen Müll liegenzulassen. In Naturschutzgebieten gelten klare Regeln, die auf Hinweisschildern zu lesen sind. In solchen Arealen sind Tiere und ihre Brutstätten besonders geschützt. Aber auch in städtischen Parks und generell Grünanlagen sollten diese Verhaltenstipps beachtet werden.

Wildtier-Nachwuchs im Frühling: Tierschützerin mit wichtigen Verhaltenstipps

Dennoch kann es vorkommen, dass sich Tiere bedroht fühlen. Als Beispiel nannte die Nabu-Sprecherin Bussarde, die flügge werdenden Nachwuchs verteidigen. Der in Baden-Württemberg weit verbreitete Mäusebussard brüte in geschlossenen Baumbeständen wie Laub- und Mischwäldern, aber auch mal in der Nähe von Wegen. Dort könne wie aus dem Nichts ein Greifvogel auftauchen und auf den Kopf zusteuern.

Wer einen Regenschirm oder Stock zur Hand habe, könne den nach oben halten – denn die Tiere fliegen den Angaben nach immer den höchsten Punkt an. Keinesfalls sollte man stehenbleiben oder nach dem Vogel schlagen. Am besten gehe man zurück, dann hörten die Angriffe auf.

Übrigens: In den Alpen kann ein scheinbar harmloses Tier für den Menschen schnell gefährlich werden. Allgemein gibt es in Deutschland zahlreiche gefährliche Tiere, die oft unterschätzt werden.

Rubriklistenbild: © Falk Herrmann