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Spezielle Wespe jagt Vogelspinnen: Gift für Menschen extrem schmerzhaft

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Von: Olaf Kubasik

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Tarantulafalken (Pepsis formosa) auf einer Blütenstaude.
Tarantulafalken sehen wunderschön aus, doch sie können für Menschen die Hölle sein. © dpa picture alliance/Francois Gohier/ardea.com

Mit Wespen sollten Menschen nicht spaßen: Der Vogelspinnen tötende Tarantulafalke ist ein eindrückliches Beispiel dafür.

Es scheint ein unfairer Kampf ums nackte Überleben im Tierreich zu sein. Auf der einen Seite eine große Vogelspinne, auf der anderen „nur“ eine Wespe. Eine Große zwar, aber scheinbar dennoch Unterlegene. Doch von wegen! Denn der Tarantulafalke ist gegen den goliathhaften Achtbeiner, dem die größte Vogelspinne der Welt sogar ihren Namen verdankt, immer der biblische David. Der Grund: Pepsis formosa ist ein Killer, dem Vogelspinnen zur Vermehrung dienen – und in Besitz eines üblen Giftes, wie echo24.de berichtet.

Aber zunächst zurück zum „ungleichen“ Kampf des Tarantulafalken mit der Vogelspinne, von der es mittlerweile auch eine Art in Deutschland gibt. Laut des Naturhistorischen Museums Wien werde die Spinne mit einem Stich paralysiert und in ein Loch in der Erde gezogen. „Anschließend legt die Wespe ein einzelnes Ei darauf ab und verschließt anschließend das Eingangsloch. Die Spinne dient der Wespenlarve bis zur Verpuppung als Nahrung.“ Und das bei lebendigem Leib.

ArtTarantulafalke (Pepsis grossa)
Körperlängebis zu sechs Zentimeter (Weibchen)
Flügelspannweitebis zu wölf Zentimeter
Vorkommenvor allem in Mittelamerika

Wespe tötet Vogelspinnen: Gift ist für Menschen schmerzhaft

Für den Menschen stellen Tarantulafalken keine potenzielle Gefahr dar. Denn Pepsis grossa gilt als überhaupt nicht aggressiv. tierlexikon.ch zufolge stechen die Tiere nur dann zu, wenn „Bedrohung, Verteidigung des Nestes oder andere Erregungen“ vorliegen. Und lebensgefährlich ist ihr Stich auch nicht. Aber für Menschen ist er dennoch so schmerzhaft, dass der Enthomologe Justin Orvel Schmidt den Tarantulafalken auf Platz zwei seines „Sting Pain Index“ gesetzt hat, direkt hinter die 24-Stunden-Ameise.

Insekten-Experte Schmidt, der sich von 150 Insekten-Arten aller Welt hat stechen lassen, hat seinen Stichschmerz-Index in vier Stufen vor dem Komma angelegt. Den auf 4.0 angelegten Skala-Wert des Tarantulafalken beschreibt der Entomologe süffisant als „heftig, blendend, furchtbar elektrisch. Als ob jemand einen laufenden Föhn in dein Schaumbad fallen lässt“. Dagegen sind in Deutschland vorkommende Hornissen und Honigbienen mit ihrem Wert von 2.2 wahre Weh-Waisenknaben.

Gift des Tarantulafalken ist auf extreme Schmerzen ausgelegt – auch bei Menschen

Bleibende Schäden gibt es für Menschen nach einem Tarantulafalken-Stich indes nicht, wie Dr. Gavin Broad vom National History Museum in London betont: „Die jeweiligen Letalitäten von 65 und 120 Milligramm pro Kilogramm bei Mäusen für die Gifte zeigen, dass der Abwehrwert von Stichen und Gift dieser Pepsis-Arten ausschließlich auf Schmerz beruht.“ Auf allerdings sehr schlimmem Schmerz, die sich bei gestochenen Menschen wie folgt äußern kann:

YouTuber und „Animal Planet“-Moderator Nathaniel „Coyote“ Peterson, der den Stichschmerz-Index‘ Schmidts auch jüngeren Generationen dank seiner Selbstversuche näher zu bringen versucht, schreit erbärmlich bei der Begegnung mit dem Tarantulafalken. Kurz vorm einsetzenden Weinanfall verkrampft er. Um unter schwerer Atmung zu erklären, während er seinen gelähmt-anschwellenden Arm betrachtet: „Dieser Stich ist so heiß - und mit unbeschreiblichen Schmerzen verbunden.“ Die vergehen allerdings nach relativ geringer Zeit.

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