Vogelfreunde aufgepasst

Warum man Vögel auch im Mai zufüttern sollte

Blaumeise im Garten
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Auch eine Blaumeise kann im Mai gefüttert werden.
  • VonJuliane Reyle
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Im Winter ist es altbekannt: Ein Vogelhäuschen mit Futter hilft unseren gefiederten Freunden ausreichend Futter zu finden. Doch auch im Mai kann ihre Fütterung notwendig sein.

Bei Schnee, gefrorenen Böden und Eises-Temperaturen, da kommt kaum ein Insekt an Deutschlands Erdoberfläche und auch das Obst ist meist bereits bei milderen Temperaturen geerntet. Im Winter ist es leicht nachzuvollziehen warum Vögel ihr Futter in Häuschen und Futterspendern angeboten bekommen sollten, doch auch im Mai und sogar ganzjährig kann, mit der Beachtung einiger Tipps, eine Vogelfütterung gut oder notwendig sein.

Unterschiede zwischen Frühjahr, Sommer und Winter

Im Winter brauchen Vögel, aufgrund der Temperaturen, Hilfe bei der Nahrungssuche. Doch inzwischen gibt es immer weniger Insekten, aufgrund dessen ist es auch sinnvoll ganzjährig weiter zu füttern. Im Frühjahr gibt es allerdings zu Bedenken, dass Jungtiere unter den Vögeln sind und diese nicht immer das selbe Futter, wie ihre älteren Artgenossen, vertragen.

Hier gilt es sich ausreichend zu erkundigen und zu beachten, welche Vögel sich im heimischen Garten aufhalten. Im Sommer heißt es auch Wasserstellen aufzustellen. Die Vogeltränken aus dem Winter, wenn alles zugefroren ist, können also auch im Sommer eingesetzt werden, um den Tieren ausreichend Flüssigkeit zu bieten.

Mai, als besonderer Monat: Fütterung manchmal sogar wichtig

Im Mai kommt es vielerorts noch einmal zu eisigen Temperaturen, durch das Wetterphänomen „die Eisheiligen“. Das Wetter spielt den bereits milden Frühjahrtemperaturen dann einen Strich durch die Rechnung und bringt gerne Bodenfrost und manchmal sogar Schnee mit sich. Wenn die Natur sich bereits auf ihr sommerliches Dasein eingestellt hat, dann kann nicht nur ein Schutz der Pflanzen, sondern auch der Vögel wichtig sein.

Denn die Brutzeiten einiger Vögel fallen in den Mai, andere schlüpfen sogar bereits. Müssen Jungtiere gefüttert werden, so sind die Vögel auf ausreichend Nahrung hingewiesen und Frost kann eine große Gefahr sein, denn es wird nicht nur mehr Energie zum Wärmen verbraucht, sondern auch viele Insekten bleiben aus.

Ganzjährige Vogelfütterung: Fettreserven für den Winter

Peter Berthold, Wildvogelexperte, empfiehlt naturschutz.ch, dass eine ganzjährige Fütterung sinnvoll sein kann, denn bereits im Sommer fressen sich einige Vogelarten Fettreserven für den kommenden Winter an. Fehlen diese Reserven, können manche Tiere zu schwach für Minusgrade sein. Also kommt zu den kalten Temperaturen im Winter, die Jungvogelaufzucht im Frühjahr, auch noch die Phase der Auffüllung der körpereigenen Reserven, mancher Vögel hinzu.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt einige Tipps zur Vogelfütterung:

  • Grundsätzlich ist eine Vogelfütterung besonders im Winter empfehlenswert. Im Winter kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle und bei niedrigen Temperaturen ist es einfacher, für die notwendige Hygiene im Vogelhaus zu sorgen. So wird eine Übertragung von Salmonellen, durch die Kälte, auf die Tiere verhindert. Üblicherweise füttert man im Winter von November bis Ende Februa, je nach Wetterverhältnissen. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot von Futter aus dem Häusschen oder der Futtersäule annehmen.
    Bei Fütterung oder Anbieten von Trink- und Badewasser im Sommer besteht die Gefahr einer Infektion der Vögel mit Krankheitserregern wie Trichomonaden, die in größerer Zahl insbesondere Grünfinken befallen können. Aus diesem Grund sind Hygienemaßnahmen wenig. Sollten kranke oder tote Vögel vorgefunden werden, so sollte das Füttern sofort eingestellt werden.
  • Futterspender (Futtersilos) wählen, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Auf diese Weise wird die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern verringert. Außerdem verdirbt so das Futter nicht. Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. Geeignete Futtersilos sind „wartungsfrei“.
  • Sollten herkömmliche Futterhäuschen verwendet werden, dann sollten diese regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden und täglich nur wenig Futter nachgelegt werden. Aus hygienischen Gründen sollten beim Reinigen Handschuhe getragen werden.
  • Wohin mit dem Futterspender? Futterspender sollten an einer übersichtlichen Stelle angebracht werden, so dass sich keine Katzen anschleichen kann. In einem angemessenen Abstand sollten jedoch nach Möglichkeit Bäume oder Büsche Deckung bei eventuellen Attacken von Sperbern bieten. In der Näge sollten keine Glasscheiben sein, denn für die Vögel könnten diese zu tödlichen Fallen werden. Gefährliche Scheiben sollten von außen mit beliebigen Aufklebern oder Mustern beklebt werden.
  • Welches Futter eignet sich am besten? Als Basisfutter, das meistens von fast allen Vogelarten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an Ihrer Futterstelle. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
    Die häufigsten Körnerfresser an den meisten Futterstellen sind Meisen, Finken und Sperlinge. In Deutschland überwintern jedoch auch Weichfutterfresser, wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder der Zaunkönig. Für sie können Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe angeboten werden. Dabei ist darauf zu achten, dass auch dieses meist frische Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür gut eignen.
    Meisen lieben besonders Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder auch als Meisenknödel kaufen kann. Achtung: Bei Meisenknödeln aus Plastiknetzen besteht Verletzungsgefahr für die Vögel, es wird empfohlen auf Knödel ohne Netz zurückzugreifen. Keinesfalls sollte salzige Nahrung, wie Speck oder Salzkartoffeln, angeboten werden. Auch Brot ist nicht als Vogelnahrung geeignet.
    Billiges Vogelfutter wird häufig mit Weizenkörnern gestreckt. Diese werden von den Vögeln erst dann gefressen, wenn alle anderen, gesünderen Samen aufgebraucht sind.
  • Vogelfutter am Boden kann Mäuse und Ratten anlocken. Das Fegen um den Futterplatz herum kann dies verhindern.

Nisthilfen, Gartenpflege und andere Tipps

Genauso wichtig, wie ausreichend Futter, können jedoch auch Nisthilfen sein. Damit die Vögel gut nisten können, sollten manche Hecken und Bäume über eine bestimmte Zeit, im Frühjahr und Sommer, nicht geschnitten oder entfernt werden. Nistmaterial sollte ebenfalls zur Verfügung stehen, hier kommt sogar Laub und einige Gräser in Frage, also heißt es den Garten aus der Sicht eines Vogels zu betrachten und manche Naturprodukte einfach liegenzulassen, anstatt alles lupenrein wegzukehren. Bei Pferdehaaren hingegen, sollten Sie aufpassen: besonders das lange Schweif- und Mähnenhaar kann die zierlichen Vögel fesseln oder gar strangulieren, wenn sie es in ihr Nest einbauen.

Bald könnten in Baden-Württemberg auch wieder mehr Fischadler zu sein, denn diese seltenen Vögel nisten aktuell. Im Gegensatz zu den aussterbenden Vögeln, können Nacktschnecken schnell zur Plage werden. Um Vogelarten nicht zu gefährden, sollten sie manchmal auf den Heckenschnitt verzichten, denn der falsche Schnitt kann auch schnell in die Tausende an Bußgeld gehen.