Meerschweinchen als Haustier

Meerschweinchen: So fühlen sich die kleinen Tiere bei uns wohl

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Mit ihren Knopfaugen sind die pelzigen Meerschweinchen richtig niedliche Haustiere. Doch bei der Haltung der Nager muss einiges beachtet werden.

Meerschweinchen gehören mit zu den beliebtesten Haustieren: Sie sind klein und knuffig, die Haltung ist nicht allzu teuer und die niedlichen Tiere benötigen nicht viel Platz in den eigenen vier Wänden.

Doch auch wenn die Kleintiere zunächst sehr pflegeleicht wirken, muss einiges beachtet werden, damit sich Meerschweinchen auch wirklich bei uns wohlfühlen. Hier die besten Tipps für die Haltung von Meerschweinchen. 

Nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommen und von einem Tier begrüßt werden: Ein Haustier ist etwas sehr Schönes. Dennoch sollte die Anschaffung eines Haustieres aus Zeit- und Kostengründen wohl überlegt sein: Hunde beispielsweise müssen mehrmals täglich Gassi gehen und dürfen nicht zu lange allein gelassen werden. Die quirligen Meerschweinchen dagegen sind tagaktiv, benötigen jedoch nicht so viel Zuwendung. Doch auch bei der Haltung dieser Nager muss einiges beachtet werden.

Artgerechte Haltung: Der Käfig als Zuhause

Die niedlichen Nager fühlen sich nur wohl, wenn sie artgerecht gehalten werden. Wer sich ein Meerschweinchen als Haustier anschaffen will, muss daher dafür sorgen, dass dieses sich im Käfig wie zuhause fühlt. Der Käfig sollte mindestens einmal pro Woche gereinigt werden. Eine Grundvoraussetzung für eine artgerechte Haltung ist es, mindestens zwei Meerschweinchen einziehen zu lassen. Denn in freier Wildbahn sind die kleinen Tierchen immer in größeren Gruppen mit etwa 20 anderen Tieren zu finden. Besonders wohl fühlen sie sich daher auch im Käfig in Gruppen von mindestens vier Tieren, weil sie dann besonders viel kuscheln und spielen können. Am idealsten ist eine Gruppe mit mehreren Weibchen und einem Böckchen, da dies am ehesten der natürlichen Lebensweise der Nager entspricht. Allerdings sind durchaus auch andere Gruppenkonstellationen möglich, zum Beispiel reine Weibchengruppen. Kommt ein neues Meerschweinchen dazu, gestaltet sich die Gruppierung jedoch oft schwierig

Die quirligen Nager benötigen außerdem viel Platz und Bewegung. Der Käfig sollte daher pro Tier mindestens 0,5 Quadratmeter groß sein und darüber hinaus besonders schön und kreativ gestaltet werden. Ideal ist es, wenn es für jedes Tier ein Schlafhäuschen als Rückzugsmöglichkeit gibt, hinzu kommen Toilettenkiste, Futternapf, Trinkautomat, Nagematerial und eine Buddelkiste. Innerhalb des Käfigs sorgen Tunnel, Brücken, Leitern Röhren und Co. für Abwechslung. Besonders toll ist es für die kleinen Nager, wenn sich im Käfig ein Fitnessparcours mit Hindernissen aus Ästen und Steinen befindet. 

Doch was ist eigentlich der richtige Standort für das Meerschweinchengehege? Da die kleinen Nager zum Teil sehr laut quieken, sollte der Käfig am besten nicht zu nah am Schlafzimmer stehen. Besser ist beispielsweise das Wohnzimmer. Doch hierbei müssen einige Dinge beachtet werden: Zugluft, direkte Sonneneinstrahlung oder Heizungswärme sind zu vermeiden, außerdem sollte der Käfig nicht direkt auf dem Boden stehen. Im Sommer ist es besonders schön, wenn sich der Käfig auf dem Balkon oder im Garten befindet. Die frische Luft ist gesund für die Kleintiere und außerdem kommt die Haltung im Außengehege ihrer natürlichen Lebensweise am nächsten. Doch vor dem Umzug ins Außengehege ist es erst einmal wichtig, dass sich das Meerschweinchen langsam an das andere Klima und die andere Ernährung gewöhnt. Am besten ist ein Balkon, der nach Osten, Südosten oder Südwesten ausgerichtet ist, damit der Nager nicht der Zugluft oder direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Auch im Garten ist ein schattiges Plätzchen für das Meerschweinchen am schönsten. Achtung: Bei der Haltung im Außengehege müssen das Gehege sowie der Balkon gesichert werden, damit das Meerschweinchen nicht von tierischen Gegnern wie Mardern angegriffen wird oder vom Balkon fallen kann.

Auslauf und Spiele: Die Bedürfnisse der kleinen Nager berücksichtigen

Auch, wenn Meerschweinchen nicht wie Hunde Gassi gehen müssen und sich größtenteils im Käfig aufhalten, benötigen die quirligen Tiere eine Menge Bewegung. Ein Fitnessparcours reicht hier oft nicht aus: Meerschweinchen benötigen regelmäßig Auslauf in der Wohnung oder im Garten. Auf diese Weise kann Muskelverkrümmungen, Verfettung und Herz-Kreislauf-Schwächen vorgebeugt und die Lebenserwartung der knuffigen Nager erhöht werden. Doch die neugierigen Tiere knabbern meist alles an – in der Wohnung kann es also durchaus passieren, dass sie zum Beispiel an einem Stromkabel oder giftigen Zimmerpflanzen nagen. 

Am besten sollte der Auslauf daher auf einen kleinen Teil des Zimmers beschränkt werden. Ähnlich verhält es sich im Garten, wo das Meerschweinchen sonst von tierischen Gegnern angegriffen werden könnte. 

Außerdem sollten auch die Besitzer die Meerschweinchen regelmäßig beschäftigen, damit diese sich nicht langweilen. Sie benötigen zwar nicht so viel Zuwendung wie etwa Hunde, doch über ein paar Spiele freuen sie sich immer. Neben den Spielmöglichkeiten im Gehege bietet es sich beispielsweise an, die Meerschweinchen mit gesunden Leckerbissen wie Obst, Gemüse, Blättern und Ästen zu beschäftigen und zu mehr Bewegung zu animieren.

Das A und O für ein gesundes Meerschweinchen: Die richtige Ernährung

Apropos Leckerbissen: Die richtige und artgerechte Ernährung ist eine Grundvoraussetzung für die Gesundheit des Meerschweinchens. Wird der Nager falsch gefüttert, kann es zur lebensgefährlichen Trommelsucht kommen. Denn Meerschweinchen haben ein kompliziertes Verdauungssystem und nur einen schwach bemuskelten Magen. Für die Verdauung benötigen sie vor allem Raufutter wie Heu, Kräuter, Zweige und Wiesen. Dies entspricht ihrer natürlichen Ernährung. Gerade Heu ist das gesündeste und wichtigste Nahrungsmittel für Meerschweinchen und wird am besten über Heuraufen gefüttert. Bei den Kräutern und Blüten sind 20 g pro Woche ideal, Meerschweinchen nehmen zum Beispiel gerne Basilikum, Gänseblümchen, Haselnussblätter und Löwenzahn an. Die Zweige stärken die Zähne der Nager und liefern wertvolle Mineralstoffe. Daneben verzehren Meerschweinchen jedoch auch gerne Frischfutter wie Obst und Gemüse, vor allem jedoch Gemüse, da dieses ihnen gerade im Winter viel Vitamin C liefert. Zweimal am Tag sollten sie Gemüse bekommen, am besten eine Auswahl aus mindestens fünf verschiedenen Sorten. Besonders Gurken, Salat und Brokkoli mögen die quirligen Tiere. Achtung: Meerschweinchen vertragen nicht alle Obst- und Gemüsesorten. Unverträglich sind beispielsweise Zwiebelgewächse, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sowie Steinobst und exotische Früchte. Zu vermeiden ist auch Trockenfutter, da es schnell zur Verfettung der Tiere führen kann. Unverträglich oder sogar giftig für Meerschweinchen sind außerdem auch bestimmte Kräuter, Blüten und Zweige, wie Bambus, Efeu, Holunder, Lupinen und Zypressen. Kerne und Samen runden den Speiseplan der Nager ab, da sie dem Meerschweinchen wichtige Proteine und Fette liefern. Geschälte Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Bockshornkleesamen werden beispielsweise besonders gerne von den Nagern gefressen, ein halber Teelöffel pro Woche ist allerdings ausreichend. 

Das Meerschweinchen bekommt im Idealfall morgens Heu sowie eine erste Frischfütterung, mittags, nachmittags und abends folgen dann weitere Frischfütterungen sowie gegebenenfalls nochmal ein wenig Heu. Einmal pro Woche sollten frische Zweige verfüttert werden.

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