Vorsicht bei Reisen nach Spanien, Italien und Co.

Urlauber-Schock: Spinnenbiss endet mit Finger-Amputation – sogar Tod möglich

Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens)
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Die Braune Violinspinne kann mit ihrem Gift sogar Menschen töten.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Urlauber in Südeuropa müssen aufpassen – der Grund ist eine zwar kleine, aber eine sehr gefährliche Spinne. Ein Biss kann sogar zum Tod führen.

Er wollte nur den Sonnenuntergang auf der Balearen-Insel Ibiza genießen. Doch genau das wird einem 19-jährigen Urlauber aus Wales im vergangenen Spätsommer zum Verhängnis. Denn plötzlich merkt er, dass ihn etwas in die rechte Hand sticht. Der junge Brite denkt sich nichts dabei. Bis zum Schock am nächsten Morgen: Die Hand ist angeschwollen, lila gefärbt. Aufgrund des Bisses einer Braunen Violinspinne müssen ihm am Ende zwei Finger amputiert werden, wie Diario Ibiza berichtet.

Kein Einzelfall in Südeuropa: Auf Malta kam es bereits zu mehreren Bissen von Loxosceles rufescens. Davon berichtete der deutsche Toxikologe Professor Dr. Dietrich Mebs laut Medical Tribune schon 2019 auf einer „Reisemedizinischen Tagung“ in Linz, bei der er sich auch der Europäischen Schwarzen Witwe widmet. emergency-live.com schildert indes den Fall eines ehemaligen italienischen Fallschirmjägers, der aufgrund eines „schweren Nierenversagens“ im Krankenhaus liegt. Und letztlich stirbt – nach dem Biss einer Braunen Violinspinne.

ArtBraune Violinspinne (Loxosceles rufescens)
VorkommenSüdeuropa
Größe9 Millimeter (Weibchen)
NahrungInsekten
Biss-Reaktion bei MenschenNekrose der Haut (Todesfälle möglich)

Spinnenbiss in Südeuropa: Urlauber mit Finger-Amputation durch Gift

Das größte Problem von Spinnen der Gattung Loxosceles ist ihr besonderes Gift: Das Gewebe um die Bissstelle wird zerstört und das Gift hinterlässt schwer heilende, üble Wunden. Nicht umsonst wird die vornehmlich in Süd- und Mittelamerika heimische Chilenische Winkelspinne (Loxosceles laeta) auch als gefährlichster Gattungsvertreter unter den Top-5 der giftigsten Spinnen der Welt geführt.

Das Problem bei den Tieren, zu denen die in Südeuropa heimische Braune Violinspinne zählt: Ihr Biss selbst ist nicht mal besonders schmerzhaft und wird von ihren Opfern oft mit einem Insektenstich verwechselt. Fatal für Urlauber in Südeuropa!

Gefährliche Spinnen in Europa: Biss von der braunen Violinspinne kann sogar zum Tod führen

Die Braune Violinspinne ist nachtaktiv, mag überhaupt kein Tageslicht. Und im Gegensatz zur tödlichsten Spinne der Welt ist sie überhaupt nicht aggressiv. Doch bei Bedrohung reagiert das kleine Tier. italiana.it warnt alle Südeuropa-Urlauber: „Gerade weil es das Licht nicht mag, kann es sich in Kleidung, Schuhen, unter Decken verstecken und so die Chance erhöhen, mit einem Biss zu reagieren, falls es sich bedroht fühlt.“ Und dessen Konsequenzen sind – wie derzeit wissenschaftlich bekannt – sind folgende:

  • Gefühl eines Insektenstichs
  • anwachsende Nekrose (Absterben von Zellen und Muskeln)
  • in schlimmen Fällen Auflösung roter Blutkörperchen
  • selten drohen Amputationen oder sogar der Tod

Biss der Braunen Violinspinne: Südeuropa-Urlauber in tödlicher Gift-Gefahr

Wissenschaftler raten Urlaubern deswegen in ganz Südeuropa dazu, ständig ihre Kleidung genauestens zu untersuchen, damit nicht ein folgenreicher Biss wie bei dieser auch in Deutschland invasiven Art erfolgt. Aber auch Schränke und Schubladen sollten kontrolliert werden, da sich die nachtaktive Braune Violinspinne tagsüber gerne dort verschanzt. Und bei Aufenthalten im Freien sei es wichtig, „nicht unter hohl aufliegende Steine zu greifen“, weil sich der scheue Achtbeiner dadurch bedroht fühlt.

Daher hat die Braune Violinspinne ihren Namen

Die Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens) heißt so, weil ihr gesamter Körper braun ist und sie auf ihrem Vorderleib (Prosoma) einen Fleck trägt, der einer Geige ähnelt. 

Übrigens müssen nicht nur Urlauber in Südeuropa, sondern auch zukünftig in Deutschland mit der Braunen Violinspinne rechnen. Und das, obwohl eigentlich als einzige Spinne in Mitteleuropa, die die menschliche Haut durchdringen kann, der Ammen-Dornfinger gilt. Doch das scheint sich zu ändern, wie Toxikologe Professor Dr. Dietrich Mebs weiß – DENN er verkündet: „Zur Freude der Arachnologen wandern in Deutschland pro Jahr zwei neue Arten zu.“