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Schlimmster Insektenstich der Welt: Ameise sorgt für Extrem-Schmerz

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Von: Olaf Kubasik

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24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata) auf einem Blatt in Costa Rica.
Der Stich der 24-Stunden-Ameise ist der schmerzhafteste der Welt. © dpa picture alliance/www.artushfoto.eu

Der Name der 24-Stunden-Ameise hat eine besondere Bedeutung, denn er spielt auf die Stich-Wirkung an.

Ihr deutscher Name trügt gewaltig. Denn mit der Bezeichnung als 24-Stunden-Ameise verbindet jeder Laie eigentlich die Lebensdauer des Insekts. Wie bei der Eintagsfliege. Doch bei der zweieinhalb bis dreieinhalb Zentimeter großen Praponera clavata hat die Bezeichnung einen anderen, für Menschen extrem fiesen Hintergrund. Einen, der ihr auch den Ruf einer „Bullet Ant“ oder „Gewehrkugel-Ameise“ eingebracht hat, wie echo24.de berichtet. 

Die in Süd- und Mittelamerika vorkommende 24-Stunden-Ameise zählt zu den größten Arten ihrer Familie – und bildet im Gegensatz zur mittlerweile auch in Deutschland eingeschleppten Argentinischen Ameise nur sehr kleine Kolonien. Die Tiere gelten dem Naturhistorischen Museum in Wien zufolge als „sehr lernfähig und nicht aggressiv“. Es sei denn, sie verteidigen ihr Revier. Dann stechen sie zu, mit schlimmen Folgen für Tiere und Menschen.

Art24-Stunden-Ameise (Praponera clavata)
FamilieAmeisen (Formicidae)
VorkommenSüd- und Mittelamerika
NahrungPflanzenteile und Nektar sowie ein geringer Teil Insekten
GiftPoneratoxin (Nervengift)

Schlimmster Insektenstich der Welt: Extreme Schmerzen bei Menschen

Denn Praponera clavata zählt zu den drei gefährlichsten Ameisen der Welt. Und das, obwohl ihr Stich im Gegensatz zu dem der Roten Feuerameise nicht lebensgefährlich ist. Aber woran liegt es dann, dass kleinere Tiere einen großen Bogen um 24-Stunden-Ameisen machen und auch Menschen ihnen tunlichst aus dem Weg gehen sollten? Der Grund dafür ist das Gift, das die Tiere injizieren, wenn sie ihr Territorium verletzt sehen.

Bei dem Gift der 24-Stunden-Ameise handelt es sich um Poneratoxin. Ein Nervengift, das im Vergleich zu dem der Rotrückenspinne für Menschen völlig harmlos ist, es aber dennoch in sich hat. Denn es tritt ein Schmerz ein, der wie ein Verbrennen bei lebendigem Leib beschrieben wird. forschung-und-wissen.de merkt dazu an: „Die Reaktionen auf das Gift sind vielseitig, schmerzhafte Phasen werden immer wieder durch starkes Zittern und Schweißausbrüche begleitet.“ Und: Die Schmerzen halten 24 Stunden an. Somit erklärt sich auch der deutsche Name dieser Ameisen-Art.

24-Stunden-Ameise: Höchste Stufe für Menschen auf Stichschmerz-Skala

Der US-amerikanische Insektenforscher Justin Orvel Schmidt hat sich in seinem Wissenschaftlerleben von 150 Insekten aus aller Welt stechen lassen – und die Intensität der Schmerzen in eine vierstufige Skala mit Nach-Komma-Stellen eingeordnet. In seinem „Schmidt Sting Pain Index“ (Schmidt-Stichschmerz-Index) ordnet er den Stich von Hornissen auf der Stufe 2.2 ein. Auf seinem Schmerz-Top-Level 4.6 rangiert einzig und allein ein Insekt: die 24-Stunden-Ameise. Dazu schreibt Schmidt:

Der US-amerikanische YouTuber, Naturpädagoge und Animal-Planet-Moderator Nathaniel „Coyote“ Peterson kann die extremen Schmerzen nur bestätigen, als er sich für eines seiner Videos von einer 24-Stunden-Ameise in den Arm stechen lässt. Schreiend vor Schmerzen wirft sich Peterson wie von einer Gewehrkugel getroffen auf den Boden. In der Folge keucht er unter Schweißausbrüchen etwas von „heftigen Muskelkrämpfen und plötzlicher Nackensteifheit“, während sich unter seinen Augen sichtbar Schwellungen bilden.

Stiche der 24-Stunden-Ameise als Ritual

Die im brasilianischen Amazonasgebiet lebenden Sateré-Mawé verwenden die 24-Stunden-Ameisen für ein Initiationsritual, wie das Naturkundemuseum Wien schreibt. Heranwachsende Männer ab einem Alter von etwa zehn Jahren müssten dabei zehn Minuten lang einen aus Pflanzenfasern hergestellten Handschuh tragen, der mit zahlreichen Ameisen gespickt sei. „Nur Jungen, die die Schmerzen der Ameisenstiche ertragen, kommen für Führungspositionen im Stamm in Frage.“ 

Nach Ameisen-Stich: Menschen haben 24 Stunden extreme Schmerzen

Einen ganz Tag lang muss „Coyote“ Peterson diesen extremen Schmerz ertragen, bis dieser schließlich ohne bleibende Schäden von selbst verschwindet. Etwas Linderung nach einem Stich der 24-Stunden-Ameise könne aber laut forschung-und-wissen.de „die Kühlung der Stelle mit Eis“ oder aber „die Verabreichung des Antiserums Diphenhydramin“ bringen. Den Rest erledigt dann einfach nur die Zeit.

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