Höchste Vorsicht bei Raubwanzen!

Raubwanzen: Gefahr für Menschen durch Parasiten-Übertragung

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Die Bisse von Raubwanzen können für Menschen schmerzhaft sein - manche Arten übertragen jedoch sogar eine tödliche Parasiten-Krankheit.

Sie sind nachtaktiv. Und schlagen zu, wenn ihre Opfer schlafen. Ihre Bisse bekommen Menschen in der Regel gar nicht mit. Obwohl die vorwiegend an den dünnen Hautschichten des Mundes oder der Augen erfolgen. Als „Kissing bugs“ werden die Insekten deshalb auf Englisch bezeichnet. Eine Verharmlosung, denn die „Küsse“ mancher Raubwanzen können Menschen sogar den Tod bringen. Weil sie eine hochgefährliche und tückische Parasiten-Krankheit übertragen.

Zentralamerikanische Arten der Raubwanzen wie Triatoma infestans tragen den Parasiten Trypanosoma Cruzi in sich. Und die können die Insekten beim „Küssen“ der Menschen weitergeben. Indem sie ihren infektiösen Kot an den Bissstellen hinterlassen. Und der wiederum kann durch unbewusstes Reiben am Auge oder der Wunde dann ins Blut gelangen. Der Mensch erkrankt an der Chagas-Krankheit, die mittlerweile nicht mehr nur in Lateinamerika verbreitet ist. Bettwanzen als Vertreter der Plattwanzen saugen zwar ebenfalls menschliches Blut, sind aber keine Krankheitsüberträger.

FamilieRaubwanzen (Reduviidae)
KlasseInsekten
Artenrund 7.000
Vorkommenweltweit
Lebensräumeam Boden, auf Blüten und Bäumen, in Gebüschen und Häusern

Raubwanzen töten Menschen durch Parasiten - Chagas-Infizierte auch in Deutschland

Das Heimtückische an der durch bestimmte Raubwanzen-Arten übertragenen Chagas-Krankheit ist, dass der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge die Symptome in den ersten zwei Monaten nach der Infektion nur „bei etwas weniger als 50 Prozent sichtbar werden“ - im Gegensatz zu den Infektionskrankheiten, die die Asiatische Tigermücke überträgt. Und chronische Erkrankungen treten zum Teil erst nach Jahren auf. Anzeichen für eine Erkrankung sind:

  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Bildung von Ödemen
  • Atemnot
  • Vergrößerung der Leber

Wie welt.de berichtet erleiden „30 Prozent der Träger des Erregers langfristig Herzprobleme, zehn Prozent Nerven- oder Verdauungsprobleme“. In schlimmsten Fälle komme es selbst Jahre später zum Tod - durch Herzversagen oder Darmverschluss. Fatal: Im Rahmen von Blutspenden kann Chagas auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Thomas Zoller vom Deutschen Chagas-Projekt ELCiD weist daraufhin, dass in Deutschland Schätzungen zufolge 2.000 Menschen mit der Krankheit infiziert sind. Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund rät der Experte von der Haltung exotischer Raubwanzen im Haus zwingend ab. Das gilt auch für eine Killer-Ameise.

Heimische Raubwanzen-Arten beißen Menschen - das hilft bei einem Befall

Doch auch bei heimischen Raubwanzen-Arten ist Vorsicht angesagt. Und ein Befall in den eigenen vier Wänden sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn Bisse der Staubwanze (Reduvius personatus) oder der Piraten-Raubwanze (Peirates hybridus) sind extrem schmerzhaft für Menschen - ähnlich einem Wespenstich. Ein Staubwanzen-Befall kann zudem nachts für Schrecken sorgen. Grund: Wird das bis zu zwei Zentimeter große Tier bei seiner Jagd im Dunklen durch Licht gestört, knallt es lautstark gegen Türen und Fenster.

So ernähren sich Raubwanzen

Manche Raubwanzen-Arten ernähren sich von verschiedenen kleinen Gliederfüßern. Diesen spritzen sie beim Einstich Speichel ein, der ihre Opfer lähmt oder tötet. Andere Unterfamilien saugen das Blut von Vögeln, Säugetieren und Menschen.

Wer gegen Raubwanzen in der Wohnung vorgehen möchte, sollte laut gartenjournal.net auf saure oder ätherische Düfte zurückgreifen oder sie in einem Glas einfangen, nach draußen tragen und dort freilassen, was auch beim Auftreten einer großen Giftspinne die beste Lösung ist. Von dem Gebrauch eines Staubsaugers zur Raubwanzen-Bekämpfung rät das Portal dringend ab - DENN: „Zahlreiche Wanzenarten haben ein stinkendes Wehrsekret an Bord, das im Gerät für lange Zeit haften bleibt.“

Rubriklistenbild: © AdobeStock

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