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Schmerzhaft und lähmend? So gefährlich ist der Biss einer Nosferatu-Spinne

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Von: Michaela Ebert

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Die Sichtungen der Nosferatu-Spinne häufen sich in Deutschland. Wie gefährlich wird es, wenn man etwa beim Heraustragen der Spinne gebissen wird?

Acht lange Beine, ein haariger Körper mit der markanten, braunen Dracula-Musterung und eine Spannweite von bis zu sechs Zentimetern von Bein zu Bein: Es besteht kein Zweifel, bei diesem Anblick kann es sich nur um eine Nosferatu-Spinne handeln. Aus dem Mittelmeerraum stammend, wird die gefährliche Jägerin nun immer häufiger in unseren Regionen gesichtet. Auch in Heilbronn.

Vor allem die Wärme scheint die achtbeinige Südländerin zu lieben. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb wir sie immer häufiger in unseren Wohnungen und Häusern finden. Erst kürzlich hatte ein Ehepaar, das aus dem Urlaub zurückkam, gleich drei große Exemplare in ihrem Haus gefunden. Eine davon hätte den Ehemann sogar beim Heraustragen gebissen, wie die RP Online berichtet. Doch wie gefährlich ist ein Biss der Nosferatu-Spinne wirklich?

Nosferatu-Spinne breitet sich aus: Es kann vorkommen, „dass das Tier auf der Kleidung sitzt“

Hubert Höfer, Diplom-Biologe vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe sagt: „Ein Biss kann schon mal vorkommen. Das passiert aber eher selten. Das Tier verfolgt ja auch niemanden und springt ihn dann an. Der Mensch muss schon direkt in Kontakt damit kommen.“ Obwohl das Tier dafür bekannt ist, seine Beute zu erlegen, in dem es diese jagt und dann blitzschnell vorspringt und zubeißt, kann echo24.de also für Entwarnung sorgen – oder?

Die Nosferatu-Spinne in einem Keller.
Die Nosferatu-Spinne tötet ihre Beute, indem sie ihr durch ein Biss ein lähmendes Gift injiziert. © Michaela Ebert/echo24

Es kann aber schon durchaus vorkommen, „dass das Tier auf der Kleidung sitzt.“ Auch wenn das für viele der wahr gewordene Albtraum wäre, gilt dann vor allem eins: Ruhe bewahren. „Das Tier beißt gar nicht so schnell.“ Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) sei das Tier auch alles andere als aggressiv. Höfer selber habe bei Vorführungen auch schon einige Exemplare auf der Hand gehabt – gebissen wurde er bisher von keiner einzigen. Es braucht eben schon einiges dazu, die Spinne muss sich zum Beispiel wirklich bedroht fühlen.

Biss der Nosferatu-Spinne: Zwischen Mückenstich und Wespenstich

Wenn es dann eben doch mal passiert (wie eben in dem Fall des zurückgekehrten Ehepaars) kann das Schmerzempfinden zwischen Mückenstich und Wespenstich liegen. Laut Höfer spürt man definitiv „ein kurzes Piksen“. Immerhin besitzt die Spinne auch messerscharfe Fangwerkzeuge, vor denen sich Insekten und andere Beutetiere definitiv fürchten sollten.

Insgesamt sind laut Höfer „nur extrem wenige Fälle bekannt, bei denen es zu einer allergischen Reaktionen gekommen ist. Um genau zu sein, nur einer. Und da kam es auch nur zu einer lokalen Rötung.“ Der Diplom-Biologe meinte außerdem, dass es relativ unwahrscheinlich wäre, dass Menschen auf das Gift der Spinne allergisch reagieren. Zudem habe er bei manchen Erzählungen ohnehin Zweifel, dass es sich wirklich um einen Biss der Nosferatu-Spinne handele. Dabei gibt es deutliche Unterschiede, woran man die Nosferatu-Spinne beispielsweise von der einheimischen Hauswinkelspinne unterscheiden kann. Auch diese kann übrigens beißen.

Lähmendes Gift: Wie gefährlich ist ein Biss der Spinne wirklich?

Das Spinnengift selbst ist für den Menschen schließlich kaum gefährlich. Über eine lokale Wirkung hinaus hätte es daher auch gar keine Effekte. Für ihre Beutetiere hingegen, wie etwa Insekten und andere Spinnen hingegen, wirkt es lähmend: Die Nosferatu-Spinne erlegt diese nämlich, indem sie ihr auflauert, dann blitzschnell zupackt und dem Opfer mit ihren Fangwerkzeugen das Gift injiziert.

Dennoch sollte auch beim Biss eines Menschen nicht vergessen werden, dass es sich bei der Nosferatu-Spinne immer noch um ein Wildtier handelt, das Bakterien in sich tragen kann. Sollte sich die Wunde um den Biss also infizieren und unnatürlich entwickeln, wie etwa anschwellen oder besonders heiß werden, sollte sich die betroffene Person definitiv in ärztliche Behandlung begeben,

Was tun, um erst gar nicht gebissen zu werden?

Auf diese Frage antwortet Höfer ganz klar: „Das Tier in Ruhe lassen.“ Doch auch für alle diejenigen, denen schon beim Gedanken an den ungebetenen Gast in den eigenen vier Wänden ein kalter Schauer über den Rücken läuft, weiß Höfer Rat: Am besten greift man zu einem leeren Glas, stülpt es über das Tier und schiebt ein Stück Pappe oder Papier darunter. Dann kann man „das Lebewesen raustragen.“

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