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Giftige Nosferatu-Spinne breitet sich aus – Sichtungen bitte melden

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Von: Markus Merz

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Hier breitet sich die Nosferatu-Spinne aus.
Eine Nosferatu-Spinne fängt man am besten mit einem Glas und einem Stück Pappe. © Robert Pfeifle/Nabu/dpa / Atlas der Spinnentiere Europas; Arachnologische Gesellschaft e.V. / Collage: Anna Bremer/echo24.de

Die Nosferatu-Spinne, auch Kräuseljagdspinne genannt, breitet sich unaufhaltsam in Baden-Württemberg aus. Jetzt soll ein Meldeportal des Nabu Sichtungen sammeln.

Die Nosferatu-Spinne bahnt sich wahrscheinlich über den Güter- und Warenverkehr entlang der Autobahnen und des Rheins ihren Weg nach Baden-Württemberg (alles dazu lesen Sie hier) und breitet sich hier immer mehr aus. Die Zahl der Sichtungen nimmt rapide zu. Zuletzt wurden zwei der giftigen Spinnen, die auch Kräuseljagdspinnen genannt werden, in Mannheim und Ludwigsburg gefunden.

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Der Naturschutzbund (Nabu) in Baden-Württemberg ist entsprechend alarmiert und hat nun ein Meldeportal eingerichtet, wo Bürger ihre Sichtungen der Nosferatu-Spinne eintragen können. „Ziel ist es, mehr über das Vorkommen dieser Art und ihre möglicherweise durch den Klimawandel und andere Faktoren bedingte Ausbreitung in Deutschland zu dokumentieren“, berichtet Robert Pfeifle vom Nabu.

Nosferatu-Spinne in Baden-Württemberg zum ersten Mal 2008 gesichtet

Die eigentlich aus dem Mittelmeergebiet stammende Kräuseljagdspinne mit einer Körperlänge von ein bis zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern wurde 2005 zum ersten Mal in Baden-Württemberg sicher nachgewiesen.

In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ist die Nosferatu-Spinne, nicht zu verwechseln mit der Hauswinkelspinne, vor allem an Bäumen und Felsformationen aktiv und ein geschickter nächtlicher Jäger, der ohne Netze seine Beute jagt. In Baden-Württemberg hält sie sich vor allem an Gebäuden und um diese herum auf. Man nimmt sie oft an Hauswänden oder im Bereich von Gartenhäuschen, Balkonen und Terrassen wahr. Ihren Namen verdankt sie der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die Filmfigur Nosferatu erinnert. 

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Doch wie gefährlich ist die Spinne wirklich, kann sie doch Menschen, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt, beißen? Eine übermäßige Angst vor der Spinne ist unbegründet. „Ganz klar, das sieht natürlich anders aus, wenn man unter Arachnophobie leidet“, betont Spinnenkenner Pfeifle. „Nähert sich etwas so Großes wie ein Mensch, wird auch die Nosferatu-Spinne nicht angreifen, sondern versuchen zu fliehen.“

Vorsicht vor Bissen der leicht giftigen Nosferatu-Spinne

Zwar kann sie mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen. Und so wie alle Spinnen hat sie Gift, um Beutetiere zu betäuben. Die Folgen eines Bisses für den Menschen sind in der Regel, wenn keine Allergie vorliegt, jedoch ähnlich wie bei einem Bienen- oder Wespenstich. „Ist man unsicher, sollte man einen Arztbesuch in Erwägung ziehen“, rät Pfeifle.

Der Nabu-Experte gibt auch Tipps, wie die Nosferatu-Spinne am einfachsten aus den eigenen vier Wänden zu bekommen ist (alles dazu lesen Sie hier). Wer in der Wohnung ein Exemplar findet, kann es genau wie andere Spinnen nach draußen setzen: „Ein ausreichend großes Gefäß über sie stülpen, einen dünnen Karton zwischen Untergrund und Glas schieben und die Spinne sicher nach draußen befördern.“

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