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RKI-Chef warnt vor Ausbreitung von Tropenkrankheiten durch Mücken-Invasion

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Von: Michaela Ebert

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Mücke
Eine Mücke saugt Blut aus der Haut. Das Robert Koch-Institut hält Ansteckungen mit Tropenkrankheiten wie dem West-Nil-Fieber in Deutschland dauerhaft für möglich. © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa

Durch den Klimawandel fühlen sich immer mehr exotische Mückenarten in Deutschland heimisch. Diese können für Menschen gefährlich werden und neue Seuchen ins Land bringen.

Sie sind klein, lästig und können uns den lauen Sommerabend so richtig vermiesen: Mücken. Besonders die exotischen Arten gelten als Überträger vieler Krankheiten. Durch die steigenden Temperaturen und den Klimawandel fühlen sich zunehmend auch die Plagegeister aus tropischen Ländern in Deutschland heimisch. Die gefährliche Asiatische Tigermücke beispielsweise wurde erstmal im Jahr 2007 hierzulande entdeckt. Nun warnt der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, vor der rasanten Ausbreitung dieser Arten und fordert eine Sensibilisierung der Ärzte.

Tropenkrankheiten, wie Zika-, Dengue- oder das West-Nil-Virus sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) könnten sich künftig verstärkt in Deutschland ausbreiten. Auch die Rückkehr von Malaria schließe er nicht aus, wie er den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagt.

Nicht nur invasive Mückenarten bedrohen die Menschen in Deutschland

Gefährlich dabei sind jedoch nicht nur die invasiven Arten, die aus den tropischeren Ländern in unsere Breitengrade vordringen, sondern durchaus auch die heimischen Vertreter. Auch hier sei der Klimawandel Auslöser für die Verbreitung der Viren und Krankheitserreger: Die steigenden Temperaturen in Deutschland, die nun häufiger über längere Zeiträume herrschen, begünstigen die Vermehrung von verschiedenen Viren in der Mücke selbst.

Es besteht daher eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich über einen Mückenstich mit einer der Tropenkrankheiten zu infizieren. Aus diesem Grund sei es wichtig, die Ärzteschaft in Deutschland auch für derartige Krankheiten zu sensibilisieren. „Dies ist auch ein wichtiges Anliegen des RKI“, sagt Wieler gegenüber der Funke Mediengruppe.

Weitere Forschungs- und Innovationsideen sind gefordert

Auch Andrew Ullmann, Mediziner und Gesundheitspolitiker der FDP, sieht ein hohes Risiko, dass aufgrund der klimabedingten wachsenden Population von Zecken, Mücken und deren Krankheitserregern auch die Zahl an Infektionen steigen könnte. Betroffen könnten vor allem ältere und vorerkrankte Menschen sein.

„Weitere Forschungs- und Innovationsinitiativen“ seien laut Ullmann daher besonders wichtig, wie er der Funke Mediengruppe sagt. „Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung von Krankheitserregern besser zu verstehen und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen“, müsse auf die aktuellen Entwicklungen reagiert werden.

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