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Giftiger Fisch breitet sich im Mittelmeer aus: Atemstillstand droht

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Von: Anna-Maureen Bremer

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An der Adria wurde das Tier bereits gesichtet und es breitet sich immer weiter aus. Fressfeinde gibt es kaum. Mittelmeer Urlauber könnten bald Bekanntschaft mit dem Gift-Fisch machen.

Nach zwei Jahren in der Corona-Pandemie buchen dieses Jahr immer mehr Touristen auch wieder Urlaub außerhalb Deutschlands. Beliebt wie immer: Der Mittelmeerraum. Aber dort bekommen Urlauber jetzt Gesellschaft von einem giftigen Fisch.

Während es für Taucher ein echtes Highlight ist, einen solchen Fisch live und ganz nah zu sehen, sind Meeresbiologen in Sorge. Die Rede ist vom Feuerfisch. Die stacheligen Rückenflossen, die ein starkes Gift enthalten, das zu heftigen Schmerzen, Erbrechen und in seltenen Fällen zu Atemstillstand führen kann, sind noch nicht einmal der Grund für die Sorge der Fachleuchte.

Giftiger Fisch im Mittelmeer: Feuerfisch hat kaum natürliche Feinde

Die Feuerfische breiten sich schnell aus – in Gebieten, in die sie gar nicht gehören. Die Folge: Die gefräßigen Tiere bedrohen Arten, die dort Zuhause sind. „Denn natürliche Feinde haben die bis zu 40 Zentimeter langen Eindringlinge in ihrer neuen Heimat kaum zu fürchten“, schreib National Georaphics.

Es ist jetzt die Gattung des Indischen Rotfeuerfisch, die viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sie stammt eigentlich aus dem Roten Meer und dem Indischen Ozean. Schon in den frühen Neunzigern wurden Exemplare vor Israel gesichtet. Jetzt scheint die Art allerdings über den Suezkanal ins Mittelmeer einzuwandern. National Georaphics berichtet weiter: „Inzwischen schaffte es der Invasor sogar bis an die Adria, berichtet das Ozean- und Fischerei-Institut in Split. Vor der Insel Vis hat der Unterwasserfotograf Damnir Zurub im Sommer 2021 die vermutlich ersten Bilder eines Indischen Rotfeuerfischs im kroatischen Mittelmeer gemacht.“

Giftige Tiere in Deutschland sind aber auch keine Seltenheit. Mehrere Arten sind in unseren Gärten und Gewässern heimisch. Vor allem Menschen, die Angst vor Spinnen haben, dürfte ob der Ausbreitung der Nosferatu-Spinne Gänsehaut bekommen.

Giftiger Feuerfisch hat ein Problem: Er schmeckt und könnte bald mehr bejagt werden

Zu stoppen scheint die Ausbreitung kaum noch. Das Mittelmeer erhitzt sich massiv und bietet daher einen attraktiven Lebensraum. Dazu kommt der Mensch, der durch Überfischung, vor allem großer Raubfische, die Fressfeinde auslöscht, die der Feuerfisch noch haben könnte. Der WWF stuft die Invasion des Feuerfischs als besonders zerstörerisch ein. Beutetiere wie Krustentiere und kleine Fische sind den Räubern chancenlos ausgesetzt.

Ein Feuerfisch wurde in den Gewässern Großbritanniens gefunden. Die Ausbreitung könne eine große Gefahr für die Meereslebewesen darstellen.
Feuerfische breiten sich im Mittelmeer aus. © Stefan Sauer/dpa

Ein Problem hat der Feuerfisch allerdings: Er wird als sehr schmackhaft eingestuft. Die giftigen Rückenflossen werden einfach nicht mitgegessen. In Restaurants in den USA und der Karibik landet der Fisch bereits immer häufiger auf den Tellern.

Das kroatische Ozean- und Fischerei-Institut will die Entwicklung weiter überwachen. Um den Feuerfisch in Schach zu halten, sollen seine Fressfeinde geschont werden, er selbst dagegen wird dann aktiv bejagt.

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