Mächtige Fischernetzspinne breitet sich aus

Giftspinne lauert in Mauern: Ihr Biss kann für Menschen heftige Folgen haben

Eine giftige Mächtige Fischernetzspinne.
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Die Mächtige Fischernetzspinne hat mittlerweile auch Deutschland erreicht.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Die Mächtige Fischernetzspinne zählt zu den zehn gefährlichsten Spinnen der Welt und breitet sich auch in Deutschland aus.

Sie ist in Deutschland angekommen - und wahrlich kein schöner Anblick für Arachnophobiker. Schwarz ist ihr gesamter Körper. Bis auf ihre Kieferklauen. Die schimmern bedrohlich in einem metallischen Grün. Als Warnung. Denn der Biss der Mächtigen Fischernetzspinne ist giftig. Besonders gefährdet: Menschen, die alte Gemäuer betasten.

ArtMächtige Fischernetzspinne (Segestria florentina)
UnterordnungEchte Webspinnen
Vorkommenursprünglich im Mittelraum, mittlerweile ganz Mitteleuropa
NahrungNachtfalter, Asseln, Schaben, Bienen und Wespen
Größe mit Beinenbis zu 4 cm (Weibchen)

In den Spalten der Mauerwerke baut Segestria florentina nämlich ihre schlauchförmigen Gespinste. Wird der Signalfaden berührt, schnappt die Spinne zu. Für ihre Beutetiere tödlich, für Menschen wie der Biss eines Ammen-Dornfingers sehr schmerzhaft. Und eventuell sogar noch mehr...

Giftspinne lebt in Mauern: Biss auch mit gesundheitlichen Folgen für Menschen

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Gewöhnlichen Fischernetzspinne tritt der für Menschen gefährlichste Vertreter der Familie hierzulande noch äußerst selten in Erscheinung. Allerdings kann sich das schnell ändern. Denn die ursprünglich bloß im Mittelmeerraum auftretende Mächtige Fischernetzspinne erweitert ihr Gebiet kontinuierlich.

Bereits drei Mal wurde das Tier in Deutschland gesichtet. Größere Vorsicht ist derzeit bei einem Aufenthalt in Großbritannien geboten, wo die Spinne wie ein anderer für Schrecken sorgender Vertreter ihrer Klasse weit verbreitet ist.

Mächtigen Fischernetzspinne beißt Menschen: Vorsicht bei Mauern - auch in Deutschland

Der Biss einer Mächtigen Fischernetzspinne fühlt sich tierdoku.com zufolge an wie eine „tiefe Injektion“. Verbunden mit einem Schmerz, der über mehrere Stunden anhalten kann. Aber auch weitere Symptome sind möglich: Fieber, Schwindel, Übelkeit und die Bildung eines Ödems an der Wundstelle. Schuld daran ist ein Nervengift, das einen Typen der Calciumkanäle der Zellmembran hemmt. Da die Tiere im Gegensatz zur tödlichsten Spinne der Welt nicht aggressiv und zudem nachtaktiv sind, ist nur der gefährdet, der seine Finger gerne in Mauerritzen steckt.

Männchen der Mächtigen Fischernetzspinne sind tolle Trommler

Männliche Vertreter der Mächtigen Fischernetzspinne sind hervorragende Trommler - wenn es um die Paarung geht. In den Genuss kommt die vor der Röhrenmündung wartende Partnerin. Letztendlich kriecht das Männchen dann unter den Körper des Weibchens und führt beide seiner Taster in die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane ein.

Da Menschen bei der Mächtigen Fischernetzspinne ebenso wenig auf dem Speiseplan stehen wie im Irak und in Afghanistan kämpfende Soldaten auf dem eines schaurigen Mischwesens, besteht allerdings kein Grund zur Panik. Für Bienen und Wespen sieht das anders aus. Berühren diese Insekten den Signalfaden, gibt es kein Entkommen. Dabei umgehen die Spinnen die Wehrfähigkeit ihrer Beute geschickt: Sie werden einfach am anderen Ende angefasst und in den Bau gezogen, womit ihr Giftstachel nie in Reichweite ihres Jägers kommen kann.