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So giftig ist die Hauswinkelspinne für Menschen wirklich

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Von: Michaela Ebert

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Sie jagt ihren Betrachtern gerne mal einen kalten Schauer über den Rücken: die Kellerspinne oder auch Hauswinkelspinne. Doch: Kann die bissige Jägerin auch für den Menschen gefährlich werden?

Lange und haarige Beine, ein brauner Körper, acht Augen und messerscharfe Fangwerkzeuge am Kopf. Ihr gruseliger Anblick versetzt nicht nur arachnophobe Menschen, also diejenigen, die unter einer Spinnenphobie leiden, in Angst und Schrecken: die „Tegenaria domestica“ oder zu Deutsch: die Hauswinkelspinne. Ihr Aussehen lässt es vermuten: Wir haben es hier mit einer echten Jägerin zu tun. Aber wie gefährlich ist die Hauswinkelspinne wirklich?

Sie liebt besonders die dunklen und feuchten Orte. In versteckten Kellerwinkeln, Scheunen und Schuppen ist sie nahezu ganzjährig anzutreffen. Und wie ihr Name schon verrät: Auch in den Winkeln und Ecken unserer Häuser und Wohnungen können wir das ein oder andere Exemplar finden. Gerade jetzt im Herbst, wenn die männlichen Vertreter auf Brautschau gehen, werden die Tiere aktiver und sind häufiger zu finden.

Name:Hauswinkelspinne, auch Kellerspinne oder Hausspinne
lateinischer Name:Tegenaria domestica
Familie:Trichterspinnen
Größe:bis zu 8 cm (die größeren Weibchen )
Farbe:bräunlicher Körper mit helleren und dunkleren Einfärbungen

Meist suchen sich die Tiere in der ungemütlichen Jahreszeit einen Rückzugsort in unseren warmen Heimen. Für viele ein wahr gewordener Albtraum, vor allem, weil einige von ihnen bis zu acht Zentimeter groß werden können. Und auch ihre Beißwerkzeuge haben sie nicht grundlos.

Gift der Hauswinkelspinne lähmt ihre Beute

Insekten, Asseln und sogar andere Spinnen stehen auf dem Speiseplan der schnellen Jägerin. Für ihre potenzielle Beute kann sie dabei auch wirklich gefährlich werden. Tagsüber verweilt sie meist regungslos in ihren trichterförmigen Wohnröhren aus Spinnengarn, nur, um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Über feine Härchen an Beinen und Körper nimmt sie Schwingungen wahr: Nur eine falsche Bewegung der Beute und sie eilt zur Stelle und beißt blitzschnell zu. Dabei injiziert sie ein lähmendes Gift, was ihr Opfer bewegungsunfähig macht.

Biss der Hauswinkelspinne gleicht für Menschen einem Nadelstich

Menschen gehören jedoch definitiv nicht in das Beuteschema der Spinne. Und um wirklich von ihr gebissen zu werden, braucht es auch schon einiges. Die Tiere beißen uns Menschen nur dann, wenn sie sich wirklich bedroht fühlen. Der Biss ist zwar deutlich spürbar (er gleicht einem Nadelstich), doch das Gift selbst hat keine Auswirkungen auf den Menschen.

Lediglich leichte Rötungen und Schwellungen könnten infolgedessen auftreten. Sollte jedoch der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich die Wunde unnatürlich verändert, die Schwellung deutlich zunimmt und Wärme ausstrahlt, sollte sich der Betroffene auf jeden Fall in ärztliche Behandlung geben. Immerhin handelt es sich bei der Hauswinkelspinne immer noch um ein Wildtier, welches Bakterien in sichtragen kann. Auch eine allergische Reaktion ist in seltenen Fällen nicht auszuschließen.

Immer mehr giftige Spinnen in Deutschland

Bisher konnte jedoch mit gutem Gewissen gesagt werden: Alle in Deutschland lebenden Spinnen, zu denen auch die vielen Arten der Winkelspinnen zählen, sind für den Menschen ungefährlich. Allerdings breitet sich derzeit vermehrt die Nosferatu-Spinne in Deutschland aus, deren Biss dem einer Wespe gleicht. Auch die edle Kugelspinne, die auch „falsche Witwe“ genannt wird, hält Einzug und bringt ihr gefährliches Gift mit sich.

Entgegen vieler Gerüchte (und im Gegenteil zur Nosferatu-Spinne) kann die Hauswinkelspinne übrigens definitiv nicht springen. Lediglich ihre schnelle und unvorhersehbare Fortbewegung kann etwas bedrohlich wirken.

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