Rätselhafte Rotkopf-Mausspinne

Giftspinne sorgt bei Kindern für Todesgefahr - nur kennt kein Mensch das Tier

Eine hochgiftige Rotkopf-Mausspinne.
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Die Rotkopf-Mausspinne zählt zu den fünf gefährlichsten Vertretern ihrer Klasse.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Die Rotkopf-Mausspinne zählt weltweit zu den fünf gefährlichsten Tieren ihrer Klasse, aber gibt bis heute große Rätsel auf.

Ihr Biss kann in einer Katastrophe enden. Vor allem für Kinder. Von Seiten des australischen Museums heißt es in Anbetracht des „giftigsten Tier-Kontinents“ dazu fast schon lapidar: „Legen Sie einen Druckverband über der gebissenen Stelle so hoch wie möglich an der Extremität an.“ Und um zu wissen, ob SIE es ist, sollte das Gift nicht von der Haut des Gebissenen abgewischt werden, da es womöglich ihrer Identifizierung diene. Die Rede ist von einer der gefährlichsten Spinnen der Welt: der Rotkopf-Mausspinne.

ArtRotkopf-Mausspinne (Missulena occatoria)
VorkommenAustralien
Körperlänge2,5 Zentimeter
NahrungInsekten, Spinnentiere
Bissfolge für Menschenohne Gegengift für Kinder tödlich

Giftspinne sorgt bei Kindern für Todesgefahr - nur kennt kaum ein Mensch das Tier

Der Name ist dem Aussehen von Missulena occatoria geschuldet. Denn der bislang nur in Australien vorkommende Achtbeiner hat einen markanten roten „Kopf“, der im farblichen Gegensatz zum metallisch-blauen Hinterleib steht. Die Bezeichnung als Mausspinne ist Forschern zufolge dem Umstand geschuldet, dass sie zur Familie der Falltürspinnen zählt. Und ähnlich einer auch in Deutschland lebenden Vogelspinne bis zu 30 Zentimeter tiefe Höhlen - jedoch inklusive Falltür - graben kann, aber „nicht wie Mäuse tiefe Röhren oder Tunnelsysteme“.

Das Weibchen der Rotkopf-Mausspinne ist dabei der Mega-Giftproduzent. Dazu schreibt die School of Biomedical Sciences der Universität von Melbourne: „Das Weibchen produziert Unmengen extremes Gift, das sich bei vorläufigen Toxizitätstests, die in den ehemaligen Commonwealth Serum Laboratories durchgeführt wurden, als potenziell genauso gefährlich wie das der Sydney-Trichternetzspinne erwiesen hat.“ Doch hauptsächlich sind es die Männchen, die zubeißen.

Giftspinne gibt Forschern Rätsel auf: Nur wenig bekannt über Rotkopf-Mausspinne

Während die hochgiftigen Weibchen der Rotkopf-Mausspinne kaum ihre Höhle verlassen, gehen die aggressiven Männchen für die Paarung auf Wanderschaft. Und sie sind im Gegensatz zu der wohl gefährlichsten Spinne Europas tagaktiv. Bei Störung ihrer Reise nehmen sie sofort eine Drohgebärde ein, um dann zuzubeißen. Gerade für Kinder kann das laut australischer Wissenschaftler „letale Folgen“ haben - zuvor mit folgenden Anfangssymptomen, die sofort einer ärztlichen Untersuchung bedürfen:

  • Schwellung der Bissstelle
  • starker Juckreiz
  • heftiges Brennen

Ohne Verabreichung des Sydney-Trichterspinnen-Gegengifts droht wie bei einem Biss des tödlichsten Achtbeiners der Welt der Tod. Doch Australien hat gelernt, mit der Rotkopf-Mausspinne zu leben. Der australische Toxikologe Geoff Isbister berichtete schon 2004 in The Medical Journal of Australia von geringen Bissfolgen. Dank des Gegengifts. Aber auch einer bis dato immer noch offenen Frage: „Es ist unklar, warum die Bisse dieser Spinnen teilweise wenig Wirkung haben, wenn sich gezeigt hat, dass die Gifte von mindestens zwei Arten dem Gift der Trichternetzspinne ähneln.“

Die Besonderheit der Rotkopf-Mausspinne

Nach der Paarung spinnt das Weibchen der Rotkopf-Mausspinne einen kissenförmigen Kokon, in den sie rund 60 Eier ablegt. Wird dieser bedroht, beißt das Weibchen sofort. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Jungen und werden noch einige Monate beschützt. Und dann kommt‘s: Wenn die Jungen die Selbstständigkeit erreicht haben, verteilen sie sich über hunderte Kilometer durch eine seltene Flugtechnik, die in Australien auch „Ballooning“ genannt wird.