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Giftige Gefahr oder exotische Schönheit? Wespenspinne breitet sich weiter aus

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Von: Tom Markert

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Noch vor 50 Jahren waren Wespenspinnen hierzulande sehr selten, nun breiten sie sich rasant über fast ganz Deutschland aus. Stellen sie auch eine Gefahr für den Menschen dar?

Spinne und Wespe in einem Tier vereint? Was bei manchem sofort für Gänsehaut sorgt, ist für die „Arachnologische Gesellschaft e.V. AraGes“ sogar auszeichnungswürdig. Bereits 2001 wurde die Wespenspinne - die auch Zebraspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne genannt wird - zur Europäischen Spinne des Jahres gewählt.

Ihren Namen verdankt die Wespenspinne ihrer auffälligen schwarz-weiß-gelben Zeichnung, die stark an die aktuell extrem häufig vorkommenden Wespen erinnert, die uns in diesem Sommer das Leben besonders schwermachen.

Ausbreitung der Wespenspinne wird durch den Klimawandel begünstigt

Die giftige Wespenspinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Von dort aus hat sie sich über mehrere Jahrzehnte auf ganz Mittel- und Nordeuropa verbreitet. Laut dem NABU Schleswig-Holstein wurden bereits um 1900 die ersten Vorkommen in Deutschland entdeckt.

Obwohl diese Spinne eher wärmere Gefilde bevorzugt, konnten die exotischen Tiere sogar bis nach Schweden und Norwegen vordringen. Auch in Afrika und Asien ist sie mittlerweile anzutreffen. Diese Entwicklung wird durch den Klimawandel stark begünstigt. Da die Temperaturen immer weiter ansteigen und die Winter immer milder werden, fühlt sich die Wespenspinne spätestens seit den 1970er Jahren bei uns heimisch.

Aufgrund ihrer Häufigkeit wird sie auf der Roten Liste für gefährdete Tiere und Pflanzen in Baden-Württemberg als „nicht gefährdet“ gelistet.

Ist das Gift der Wespenspinne gefährlich?

Wer bei exotischen Giftspinnen direkt Horrorszenarien vor Augen hat, kann beruhigt durchatmen. Denn die Wespenspinne wird nicht nur durch ihre attraktive Optik mit Wespen in Verbindung gebracht. Auch die Wirkung ihres Giftes ist sehr ähnlich und für den Menschen eher ungefährlich. Es dient ausschließlich dazu, kleine Beutetiere wie Heuschrecken, Bienen, Fliegen und Wespen zu töten. Diese Spinnen können mit ihrem kurzen Mundwerkzeug auch nur sehr dünne Hautpartien durchdringen, was einen Biss beim Menschen eher unwahrscheinlich macht.

Sollte dies trotzdem passieren, muss man mit Rötungen und Schmerzen rechnen, die einem Wespenstich ähneln.
Doch Achtung: Trotz der allgemeinen Unbedenklichkeit kann ein Biss für Menschen mit einer Wespengiftallergie zur Gefahr werden!

Wespenspinne: Gefahr für Heim und Haus?

Da sich die Wespenspinne am liebsten in Umgebungen mit hoher Heuschrecken-Population aufhält, wird man sie höchstwahrscheinlich nicht im heimischen Garten vorfinden. Denn die Spinnen mögen keinen gemähten Rasen. Sie halten sich eher in offenen Flächen mit hohen und feuchten Gräsern auf. Dort spannen sie ihr Netz auf maximal 70 cm Höhe, worin sich vor allem Grashüpfer verirren sollen. Daher sind sie selten in Gebieten anzutreffen, die stark von Landwirtschaft beansprucht werden.

Steckbrief Wespenspinne

Europäische Spinne des Jahres 2001
Färbung: Schwarz-Gelb-Weiß gestreift
Wissenschaftlicher Name: Argiope bruennichi
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Gattung: Argiope

Eine weitere Auffälligkeit bei der Beobachtung von Wespenspinnen, ist einen braungraue Kugel, die sich in direkter Nähe vom Netz befinden kann. Es handelt sich hierbei um einen gut geschützten Ei-Kokon, der einige Zeit vom Spinnenweibchen bewacht wird. Allerdings wird er sich selbst überlassen und die Jungspinnen schlüpfen erst mit der ersten wärmenden Sonne im nächsten Frühjahr. Das Muttertier ist bis dahin längst verstorben.

Neben der Wespenspinne wird in Baden-Württemberg auch immer häufiger die Nosferatu-Spinne gesichtet, wie echo24.de bereits berichtete.

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