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Giftfisch erobert Urlaubsorte: Seine Zähne durchdringen sogar Metall

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Eine Kugelfischart macht Probleme im Mittelmeer. Sie breitet sich immer weiter aus, ist giftig und hat obendrein noch sehr scharfe Zähne.

Ein giftiger Fisch findet immer häufiger seinen Weg ans Mittelmeer. Dass der Feuerfisch über den Suez-Kanal in beliebten Urlaubsregionen gesichtet wird, war bereits bekannt. Jetzt kommt der Hasenkopf-Kugelfisch über die gleiche Route dazu. Und der ist nicht nur giftig, sondern sein Biss durchdringt auch noch Metall.

Anders als der Feuerfisch sollte der Hasenkopf-Kugelfisch auf gar keinen Fall verspeist werden. Es könnte sonst eine tödliche Mahlzeit werden. „Im östlichen Mittelmeer haben sich schon Menschen mit dem lebensbedrohlichen Fisch vergiftet. Inzwischen hat er es bis nach Italien und Spanien geschafft“, schreibt ntv.

Giftiger Fisch im Mittelmeer: Biss durchdringt sogar Metall

Forscher freuen sich überhaupt nicht über den neuen Meeresbewohner in Gefilden, in die er nicht gehört. Sei sprechen sogar von einer Invasion, deren Folgen sie sogar als Pest betiteln. Toxikologe Dietrich Mebs sieht ein besonderes Problem: Der Kugelfisch ist zu unbekannt. Urlauber, die zu Tausenden ans Mittelmeer fahren, aber auch Fischer erkennen die Gefahr oft nicht. Und die ist immens: Das Gift des Kugelfisches (Tetrodotoxin) gehört zu den tödlichsten Nervengiften, die derzeit bekannt sind. Wer den Hasenkopf-Kugelfisch isst, vergiftet sich. Mehrfach kam das bereits vor.

ntv schreibt zu den Vorfällen: „Berichte von Vergiftungen gab es zunächst in der Türkei, wo der Kugelfisch 2003 vor Akyaka zum ersten Mal im Mittelmeer entdeckt worden war. Auf einem Markt hatten unbedarfte Fischer den Fisch verkauft. Auch in Israel gab es einen dokumentierten Fall: Ein Hobbyfischer konnte gerade noch gerettet werden.“ Aber was passiert bei einer Vergiftung?

Das Gift des Kugelfischs lähmt das äußere Nervensystem. Das heißt konkret: Die Lähmung geht nicht vom Gehirn aus. Betroffene bekommen also alles mit. Zunächst verlieren vergiftete Menschen das Gefühl in den Fingerspitzen. Das ist der vergleichsweise harmlose Beginn, denn die Lähmung breitet sich aus. Wenn sie die Atemmuskulatur erreicht, schweben Betroffene in Lebensgefahr und nur eine künstliche Beatmung kann helfen. Das Gift ist aber nicht die einzige Gefahr, die vom Hasenkopf-Kugelfisch ausgeht.

Kugelfisch richtet Schaden bei Fischern im Mittelmeer an

Fischer haben oft mit der Spezies zu Kämpfen, weil sie so starke Zähne hat. Vier Zahnplatten hinterlassen oft Zerstörung. Fischernetze werden zerfetzt, Angelhaken durchbissen. Für seine Jagt zertrümmert er Muschelschalen und Krustentiere. Menschen haben daher Sorge um ihre Gliedmaßen. Müssen wir beim Baden am Mittelmeer also Angst vorm Kugelfisch haben?

Ein Fischer hält einen Kugelfisch in der Hand.
Der Hasenkopf-Kugelfisch wird häufiger auch im Mittelmeer gesichtet. © Anne Pollmann/dpa

Die Chancen, einem Hasenkopf-Kugelfisch am Strand zu begegnen, sind gering. Denn: zehn bis 100 Meter unter der Wasseroberfläche leben die Tiere – manchmal noch tiefer. Im ntv-Bericht heißt es: „Auch deshalb warnt Timo Moritz vor einer Dramatisierung.“ Als aggressiv bezeichnet der Experte die Kugelfischart nicht. Er geht sogar davon aus, dass die Tiere, wenn sie sich bedroht fühlen sollten, erstmal das Weite suchen.

Giftige Tiere in Deutschland sind aber ebenfalls keine Seltenheit. Mehrere Arten sind in unseren Gärten und Gewässern heimisch. Vor allem Menschen, die Angst vor Spinnen haben, dürfte ob der Ausbreitung der Nosferatu-Spinne Gänsehaut bekommen.

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