Blatthornkäfer sind aus mehreren Gründen gefährlich

Mai- und Junikäfer: Uns droht eine Plage wegen angriffslustiger Insekten

  • Christina Eppel
    VonChristina Eppel
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Eigentlich sehen sie ulkig aus, doch Maikäfer und ihre Verwandten aus der Familie der Blatthornkäfer können großen Schaden anrichten.

Attacke der Mai- und Junikäfer! Immer wieder werden in den frühsommerlichen Monaten Menschen von dicken Brummer angegriffen. Diese setzen sich in die Haare, ins Gesicht oder auf die Schultern und können auch schon mal gegen die Stirn knallen. Denn besonders zielsicher sind die ungeschickten Insekten nicht. Doch während es keinerlei Gefahr darstellt, in Kontakt mit den lustigen Käfern zu kommen, kann ihr Massenauftritt fatale Folgen für die Umwelt haben.

Was an Maikäfern auffällig ist: Die Insekten aus der Familie der Blatthornkäfer kommen in manchen Jahren in großen Schwärmen daher, andere Sommer sind beinahe käferlos. Das liegt daran, dass die Tierchen einen besonderen Lebenszyklus haben. Die Maikäfer benötigen drei bis fünf Jahre, um sich überhaupt vollständig zum Käfer zu entwickeln. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie als sogenannte Engerlinge unter der Erde.

Maikäfer und Junikäfer: Experten sehen Plage in diesen Regionen

In einer Region leben die Mai- und Junikäfer laut RTL meistens im gleichen Zyklus – das bedeutet: Die fertigen Käfer kommen nur alle paar Jahre in großen Scharen aus der Erde und zeigen sich den Menschen. Doch Experten können schon im Voraus bestimmen, wann es wieder zum Maikäferjahr kommt. Demnach ist es im Frühjahr 2022 besonders in Nordbaden und in Südhessen so weit.

NameMaikäfer
Wissenschaftlicher NameMelolontha
FamilieBlatthornkäfer (Scarabaeidae)
OrdnungKäfer (Cleoptera)
KlasseInsekten (Insecta)

Die vollständig entwickelten Käfer fliegen durch Gärten, Wälder, Wiesen und Äcker, fressen sich durch die Pflanzenwelt und verbringen dann ihren Lebensabend damit, für Nachwuchs zu sorgen. Nach sechs bis sieben Wochen ist der Spuk dann wieder vorbei, denn direkt nach der Begattung sterben die Männchen – die Maikäfer-Weibchen halten noch bis zur Eiablage durch.

Maikäfer und Junikäfer: Wieso die kleinen Insekten so gefährlich sind

Allerdings sind die Mai- und Junikäfer selbst gar nicht das große Problem, erklärt Hessen Forst gegenüber RTL. Denn während die Käfer überirdisch an Bäumen und anderen Pflanzen knabbern, richten die Engerlinge unterirdisch viel größeren Schaden an. Sie können ganze Gemüseäcker und Getreidefelder vernichten. Der Grund: Die Wurzeln sind das beliebteste Futter für die Raupen. Demnach „spielt der Wurzelfraß der Engerlinge eine weit größere Rolle als der Blattfraß der ausgewachsenen Käfer.“

Rund um Heilbronn war übrigens bereits 2021 Flugjahr für Mai- und Junikäfer. Auch warnten Experten bereits im vergangenen Jahr vor einer Maikäfer-Plage im Südwesten. Während alledings die Käfer und ihre Larven selbst nicht der Gesundheit von Menschen schaden, sieht es bei anderen Insekten schon anders aus. Der Eichenprozessionsspinner beispielsweise ist gefährlich für Mensch und Tier. Die Raupe wird auch in der Region rund um Heilbronn bekämpft.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa