1. echo24
  2. Leben
  3. Tiere

Wespen-Plage: Diese Tipps halten Tiere beim Essen fern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lisa Klein

Kommentare

Der Sommer 2022 ist ideal für Wespen: sehr warm und zu trocken. Ein Nabu-Biologe erwartet in Deutschland eine Plage Ende Juli. 

Der Biologe Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen erwartet bereits Ende Juli eine regelrechte Wespen-Plage in Deutschland. Das Wetter in diesem Sommer bietet die idealen Voraussetzungen für die Vermehrung der zwar nützlichen, aber dennoch tendenziell eher nervigen Insekten. Bereits der Juni 2022 war insgesamt deutlich zu warm und zu trocken in Deutschland. Und der Trend soll sich laut den Prognosen für den restlichen Sommer auch im Juli und August fortsetzen. Mitte Juli werden sogar bis zu 40 Grad in Baden-Württemberg erwartet. Und wer liebt es trocken und warm? Richtig, die Wespe.

Wespen-Plage Ende Juli erwartet: Wetter begünstigt hohe Population in Deutschland

Derzeit seien die Arbeiterinnen der Wespenvölker mit der Futtersuche für die Larven beschäftigt und sorgen fleißig dafür, dass die Völker wachsen, sagte der Biologe Berthold Langenhorst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Wetzlar. Dabei helfe die trockene Witterung.: Wäre es feuchter und kühler, würden die Wespen-Larven von Pilzen befallen werden und absterben. Doch davon bleiben sie in diesem Jahr verschont – wodurch eine hohe Population zu erwarten ist. Auch Hummeln und viele Schmetterlingsarten profitieren von dem Wetter in diesem Sommer, wie zuletzt die Nabu-Insektenzählung gezeigt hatte.

Ab etwa Ende Juli, wenn die letzte Generation der weiblichen Tiere dieses Sommers ausfliegt und nur noch nach Futter für sich selbst Ausschau hält, werden die eigentlich nützlichen Insekten an Kaffeetafeln und auf Grillpartys im Garten lästig, wie der Nabu-Biologe erklärt. Vor allem Fleisch und Süßes ziehen Wespen an.

Wespen-Plage in Deutschland droht: Insekten greifen nicht grundlos an

Berthold Langenhorst versucht zu beschwichtigen: Dass die Wespen Menschen nah kommen, liege daran, dass sie Nahrung in der Nähe von Personen wahrnehmen und zugleich kurzsichtig seien. „Sie wollen von uns maximal Kuchen und Schnitzel, aber sie wollen uns nicht angreifen“, erklärt der Biologe. Vielmehr fühlten sich die Tiere nur dann selbst angegriffen, wenn Menschen Abwehrbewegungen machten.

Für Allergiker und Menschen mit einer Phobie vor Wespen ist diese Information wohl eher weniger hilfreich. Wer allergisch auf Wespenstiche reagiert, sollte auf jeden Fall möglichst Abstand halten und beispielsweise nicht ungeschützt eine Gartenparty in der Nähe eines Wespennestes feiern – und vor allem immer entsprechende Medikamente griffbereit haben.

Wespen-Plage in Deutschland erwartet: Diese Tipps helfen beim Essen im Freien

In einem Artikel mit dem Titel „Kein Grund zur Panik – Hornissen und Wespen sind friedlicher als allgemein gedacht“, räumt der Naturschutzbund Deutschland mit Vorurteilen gegen die gefährlich aussehenden Insekten auf und gibt wichtige Verhaltenstipps. „So ist es im Sommer ratsam, süße Nahrungsmittel im Freien abzudecken. Außerdem ist es sinnvoll, nicht nach anfliegenden Tieren zu schlagen“, heißt es. Auch echo24.de hat bereits darüber berichtet, was bei einer Wespen-Plage hilft und wie gefährlich Hornissen wirklich sind.

Dutzende Wespen fressen Trauben.
Der Sommer 2022 ist sehr warm und zu trocken – ideal für Wespen. Ende Juli wird eine regelrechte Plage erwartet. © Martina Raedlein

Generell wird beim Essen im Freien zu einer „Ablenkfütterung“ geraten. Am besten sollen sich dafür „überreife Weintrauben“ eignen. Diese sollten etwa fünf bis zehn Meter entfernt aufgestellt werden und die Wespen dorthin locken, statt an den Esstisch. Unverdünnte Marmelade oder reiner Honig wirken als Ablenkung laut Nabu weniger gut, sie sollen die Tiere aggressiv machen. Auch „vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüllten Wespenfallen rät der NABU ganz ab. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit einen qualvollen Tod. Zudem gehen nur alte Tiere in die Falle. Das aktive Volk wird nicht dezimiert.“

Übrigens stürzen sich nicht alle Wespenarten gerne auf das Essen von uns Menschen. Laut Nabu „fliegen nur zwei der acht in Deutschland heimischen Wespenarten auf Cola, Steak und Kuchen. Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe haben den Tieren insgesamt einen schlechten Ruf eingebrockt.“

Auch interessant

Kommentare