Faktencheck: Urlaub im Ausland

Regeln für den Urlaub trotz Corona: Risikostufen und Quarantäne

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
    schließen

Ein Urlaub im Ausland gestaltet sich in der Corona-Zeit schwierig. Hier erfahrt ihr, was ihr zum Thema Tests, Quarantäne und Risikogebiete wissen müsst.

Urlaub in Spanien, Frankreich oder doch lieber in Italien? Die Wahl des Urlaubsziels fällt vielen Menschen in Zeiten von Corona nicht leicht. Immerhin kommt man schnell in die Bredouille, wenn das gewünschte Reiseziel von der Bundesregierung in Deutschland als Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet eingestuft wird. Das Schwierige: Je nach Risikostufe müssen Reiserückkehrer in Deutschland diverse Corona-Regeln beachten. Ein Überblick von echo24.de* zum Corona-Wirrwarr:

Ein Land wird dann als Risikogebiet eingestuft, wenn die 7-Tage-Inzidenz wischen 50 und 200 liegt oder es andere Kriterien für ein „erhöhtes Infektionsrisiko“ gibt. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss einen PCR- oder Antigen-Schnelltest vorweisen, der negativ ist und die WHO-Mindestkriterien erfüllt. Wer vollständig geimpft ist, muss einen Nachweis vorzeigen. Genesene müssen keinen Test vorweisen, aber einen Nachweis mitsichführen.

Urlaub in Corona-Zeiten: Hochinzidenzgebiete – Test sowie Quarantäne

Hochinzidenzgebiete sind Gebiete mit noch höheren Corona-Fallzahlen als Risikogebiete. Ein Land wird als ein Hochinzidenzgebiet eingestuft, wenn die 7-Tage-Inzidenz 200 übersteigt. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland einreist, muss einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest vorweisen oder einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz oder eine Genesung dabei haben. Im Vergleich zur Einreise aus Risikogebieten gibt es exakt einen Unterschied.

Unabhängig vom Testergebnis müssen alle Reiserückkehrer aus Hochinzidenzgebieten in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Die kann durch einen negativen Test nach fünf Tagen vorzeitig beendet werden. Wer geimpft oder genesen ist, muss nicht in Quarantäne oder kann sie frühzeitig beenden. Voraussetzung für Ausnahmen ist, dass sich der Reiserückkehrer über das digitale Einreiseportal des Gesundheitsministeriums seinen Status zu Impfung, Genesung und Test übermittelt.

Urlaub in Corona-Zeiten: Das Virusvariantengebiet – keine Ausnahmen möglich

Besonders heikel wird es, wenn man als Reiserückkehrer aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreist. Wie der Name schon verrät, wird ein Land als Virusvariantengebiet eingestuft, wenn bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten, von welchen ein besonderes Risiko ausgeht. Das ist immer dann der Fall, wenn die Virusvariante in Deutschland nicht dominant ist. Auch die Übertragbarkeit, Krankheitsschwere und die Wirkung auf das Immunsystem der Variante sind ausschlaggebend.

  • Risikogebiet: Inzidenz zwischen 50 und 100. Keine Quarantäne, sofern ein Impf- oder Genesenen-Nachweis vorliegt. Ansonsten zehn Tage Quarantäne.
  • Hochinzidenzgebiet: Ab einer Inzidenz von 200. Mindestens fünf Tage Quarantäne, im Anschluss ist ein Frei-Testen möglich. Für Geimpfte und Genesene gibt es Ausnahmen.
  • Virusvariantengebiet: Wenn in einem Land gefährliche Virusvarianten verbreitet sind. Alle Reiserückkehrer müssen für 14 Tage in Quarantäne. Ausnahmen für Geimpfte und Genesene gibt es nicht. Ein Frei-Testen ist nicht möglich.

Ist ein Land als Virusvariantengebiet eingestuft, müssen alle Reiserückkehrer einen negativen Corona-Test vorweisen. Im Vergleich zur Rückreise aus Risiko- oder Hochinzidenzgebieten müssen auch Geimpfte und Genesene ein negatives Testergebnis vorlegen. Und: Alle Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen in Deutschland nach der Ankunft für 14 Tage in Quarantäne. Die Quarantäne kann auch nicht durch einen weiteren Test, eine Impfung oder Genesung beenden werden.

Urlaub in Corona-Zeiten: Verstoß gegen Auflagen – diese Strafen sind möglich

Zudem müssen Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten nach Informationen von ntv grundsätzlich ein Beförderungsverbot in Deutschland beachten. Vom Beförderungsverbot ausgenommen sind deutsche Staatsangehörige sowie Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Doch egal ob Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet: Die Einreisebestimmungen sollten Reiserückkehrer unbedingt beherzigen. Der Grund: Wer dagegen verstößt, muss mit teils harten Strafen rechnen.

Wer nach Deutschland einreist, muss je nach Risikostufe des Urlaubslandes diverse Corona-Regeln beachten.

Aus Berichten von ntv geht hervor, dass Bußgeld- oder sogar Freiheitsstrafen verhängt werden können, wenn sich Reiserückkehrer zum Beispiel nicht an die Quarantäneregeln halten. Wer die Auflagen verletzt und darüber hinaus weitere Menschen infiziert, kann sogar bis zu fünf Jahre hinter Gittern landen. Und: Bußgelder von bis zu 25.000 Euro sind möglich, wenn Reiserückkehrer auf Nachfrage falsche Angaben zu Identität, Reiseroute oder Kontaktpersonen machen.

Urlaub in Corona-Zeiten: Weitere Informationen für alle Auslands-Reisende

Eine Liste mit allen Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten kann über die Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) eingesehen werden. Über alle wichtigen Informationen für Reiserückkehrer informiert auch das Gesundheitsministerium in seinen FAQs. Übrigens: Im Lieblings-Urlaubsland der Deutschen gibt‘s kaum noch Corona-Fälle, was einen Urlaub dort für viele Menschen in Deutschland sehr attraktiv machen dürfte. Ganz anders sieht das in einem anderen Lieblings-Urlaubsland aus.

Spanien wurde kürzlich zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das heißt: Die oben genannten Auflagen müssen alle Reiserückkehrer ab sofort beachten. Die aktuellen Corona-Regeln für Reiserückkehrer aus Spanien fasst fr.de* nochmal explizit in einem Serviceartikel zusammen. Über die Delta-Zahlen und Corona-Regeln in Urlaubsländern, die gerade Urlaubern in Deutschland sehr beliebt sind, berichtet zudem merkur.de* ausführlich. *echo24.de, merkur.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Manuel Meyer/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema