Urlaubsreisen in Deutschland

Urlaub trotz Corona-Pandemie? Ankündigung aus Regierungskreisen überrascht

Menschen liegen an der Uferpromenade in Sipplingen und sonnen sich
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Urlaub am Bodensee könnte ab Juni wieder möglich sein. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Es klingt wahnsinnig weit weg – und könnte trotzdem bald wieder möglich sein: Urlaub in Deutschland. Doch ab wann sind Reisen wieder realistisch?

Der Lockdown in Deutschland dauert mittlerweile mehrere Monate an und mit jedem Tag steigt die Sehnsucht nach Lockerungen. Besonders mit immer näher rückenden Pfingst- und Sommerferien fragen sich viele, was alles möglich sein wird – ob es wenigstens kleine Städtetrips innerhalb Deutschlands geben kann, oder ob wir uns in diesem Jahr mit Balkonien begnügen müssen. Doch genau auf diese Frage hat nun der Tourismus-Beauftragte der Regierung, Thomas Bareiß (CDU) eine Antwort gegeben.

Und die sollte allen, die sehnsüchtig auf Urlaub und einen Tapetenwechsel warten, endlich wieder Hoffnung geben. Gegenüber BILD erklärte Bareiß, Urlaub werde in Deutschland bereits ab Juni wieder möglich sein. Er mahnte, der Bundes-Lockdown dürfe nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Bareiß zufolge ist es „nicht mehr zu erklären, warum zu Tausenden demonstriert werden kann, aber niemand draußen in Restaurants sitzen darf.“

Urlaub in Deutschland trotz Corona: Ist der digitale Impfpass die Lösung?

Doch wie kann so eine Lockerung für Urlaubsreisen realisiert werden? Schließlich steht aktuell die Debatte im Raum, Privilegien für immunisierte Personen einzuführen – also für Menschen, die vollständig geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sind. Die große Frage daran ist, wie man die Immunisierung schnell und fälschungssicher kontrollieren kann – etwa in Hotels, an Flughäfen oder in Bars. Wenn es nach der EU geht, dann soll der digitale Impfpass die Lösung sein.

Wenn Touristen im Sommer reisen, dann sollen sie statt Papierkram lediglich einen QR-Code vorzeigen müssen – entweder auf dem Handy oder ausgedruckt auf Papier – um ihre Immunisierung zweifelsfrei zu belegen. Doch in Deutschland ist der aktuelle gelbe Impfpass ein riesiges Problem, denn das Dokument ist durch seine handschriftlichen Einträge und kleinen Sticker fälschbar – wie echo24.de bereits berichtet hat, gibt es schon jetzt regen Handel mit gefälschten Impfpässen.

Corona und Sommerurlaub: Reisen über Pfingsten noch unrealistisch

Dennoch werden aus verschiedensten Lagern die Rufe nach Öffnungen laut – ob für Hotels, Gaststätten oder Freibäder. In vielen Branchen seien gute Sicherheitskonzepte erstellt worden, erklärte der baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Bareiß gegenüber der BILD. Außerdem werden „bis Ende Juni so viele Impfdosen ausgeliefert sein, dass es theoretisch jedem Bundesbürger für die Erstimpfung reicht“.

Immerhin gibt es mittlerweile leise Anzeichen dafür, dass wir unseren Sommerurlaub außerhalb der eigenen vier Wände noch nicht ganz abschreiben müssen. Denn auf Sylt zum Beispiel sind nach rund sechs Monaten Pause am Samstag erstmals wieder Urlauber angekommen – und solange die Corona-Zahlen weiter sinken wird der Tourismus dort in einer „touristischen Modellregion“ langsam wieder hochgefahren.

In Baden-Württemberg dürfen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze allerdings nach wie vor keine touristischen Übernachtungen anbieten – und auch wenn sich das im Juni endlich ändern könnte, hält Bareiß zumindest Reisen über Pfingsten noch für unrealistisch: „Das wird in vielen Urlaubsregionen leider wieder ins Wasser fallen.“ Doch immerhin kann man – unter bestimmten Voraussetzungen und mit einem gewissen Aufwand in einige Urlaubsländer reisen. Davon rät die Bundesregierung allerdings ab.

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