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Giftspinnen am Mittelmeer: Biss kann höllische Schmerzen verursachen

  • Lisa Klein
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Ein Biss der Australischen Trichternetzspinne kann tödlich enden – auch in Europa gibt es eine verwandte Art der Giftspinne, deren Biss gefährlich werden kann.

Die Trichternetzspinne ist vermutlich vielen ein Begriff: Ein Biss dieser Gattung ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann für Menschen auch tödlich enden. Die bekannte Giftspinne wird oft sofort mit Australien in Verbindung gebracht – die Australische Trichternetzspinne – auch Sydney-Trichternetzspinne genannt – kommt bevorzugt im Stadtgebiet als auch in der ländlichen Umgebung der australischen Stadt Sydney vor.

Aber auch in Europa ist der Achtbeiner beheimatet: Die Andalusische Trichternetzspinne ist auch als Spanische oder Europäische Trichternetzspinne bekannt. Wie der Name schon verrät, lebt das Tier im Süden Spaniens und Portugals, kommt aber auch in Italien vor – hier wurde die giftige Spinne eingeschleppt.

Giftspinne am Mittelmeer: Ein Biss der Spanischen Trichternetzspinne ist nicht ungefährlich

Sowohl die Australische als auch die Andalusische Trichternetzspinne gehören zu den „Vogelspinnenartigen“, welche der Webspinnen untergeordnet sind. Aggressivität ist bei der Europäischen Trichternetzspinne vor allem bei den Weibchen zu beobachten, wenn sie ihren Eikokon bewachen. Fühlt sich das Tier bedroht, richtet es sich auf und nimmt die für Vogelspinnenartige typische Drohgebärde ein. In diesem Fall ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Giftspinne zubeißt, sollte sie sich weiterhin bedroht fühlen.

Bei der Australischen Trichternetzspinne sind die Symptome eines Bisses heftig: Es entsteht ein sofortiger, heftiger Schmerz, der etwa 30 Minuten anhält. Lokal kommt es zu Taubheitsgefühl, Hautrötung, Gänsehaut und Muskel-Zuckungen. Nach etwa zehn Minuten bis einer Stunde kann es zu systemischen Reaktionen wie Muskelkrämpfen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Schweißausbrüchen und Atemnot kommen. Seit 1981 gibt es für das Gift der Australischen Trichternetzspinne ein Gegengift. Ohne dieses kann der Biss tödlich enden, vor allem für Kinder und Immungeschwächte.

Die in Europa beheimatete Trichternetzspinne ist ebenso wie ihre australische Verwandte Art mit einem Gift ausgestattet. Bei einem Biss sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Das Toxin ist für Menschen zwar nicht tödlich, dennoch aber nicht ungefährlich. Ein Biss der Europäischen Trichternetzspinne kann Rötungen, Juckreiz und Schwellungen an der Einstichstelle sowie Schwindel und Kreislaufbeschwerden hervorrufen. Der Biss gilt ebenfalls als sehr schmerzhaft.

Spanien-Urlauber aufgepasst: Giftspinnen-Alarm am Mittelmeer

Die europäische Trichternetzvogelspinne Macrothele calpeiana gehört mit einer Größe von bis zu 37 Millimetern bei den Weibchen und 25 Millimetern bei den Männchen zu den größten in Europa vorkommenden Spinnen, wie ecotourismus.de berichtet. Sie sieht der australischen Verwandten sehr ähnlich und ist auf der gesamten Oberfläche mit feinen schwarzen Haaren bedeckt.

Die Andalusische Trichternetzspinne bewohnt überwiegend schattige Gelände, darunter etwa Korkeichen- und Pinienwälder. Gelegentlich werden auch von Menschenhand umgestaltete Gebiete als Lebensraum angenommen, wie etwa Deponien. Die Andalusische Trichternetzspinne ist als einzige Spinnenart nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie europaweit geschützt.

Giftige Tiere in Europa und Deutschland: Vorsicht bei diesen Spinnen und Schlangen

Nicht nur Giftspinnen lauern als tierische Gefahr in den beliebten Urlaubsländern der Deutschen. Auch am Boden kriechen Tiere, deren Biss für den Menschen gefährlich werden kann. In Spanien ist die Aspisviper beheimatet*, deren Biss vor allem bei immungeschwächten Personen und Kindern zum Tod führen kann. Und auch ein Biss der deutschen Kreuzotter ist nicht ganz ungefährlich*.

Übrigens gibt es auch in Deutschland eine Giftspinne: Den Ammen-Dornfinger*. Nicht ohne Grund zählt diese Spinnenart zu den 11 giftigsten Tieren in Deutschland. Ein Biss kann laut der NABU-Expertin Felicitas Rechtenwald sogar zu „Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen“ führen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa

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