Achtung, Quarantäne und Testpflicht

Urlaub in Spanien und Niederlande: Das sollten Touristen unbedingt beachten

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Immer wieder gibt es neue Regeln, da die Inzidenzen sich durch das Infektionsgeschehen ändern. Das gilt für Spanien und die Niederlande.

  • Die Niederlande sind kein Hochrisikogebiet mehr.
  • Spanien ist weiterhin Hochrisikogebiet.
  • Bei der Rückreise nach Deutschland wird seit dem 1. August entweder ein Impf- oder Genesenennachweis oder negatives Testergebnis, egal mit welchem Transportmittel man einreist, benötigt.
  • Niederlande bieten kostenlose Corona-Tests für ausreisende Touristen an.
  • Für die Einreise nach Spanien und in die Niederlande besteht keine Testpflicht. Ausnahmen: Bei der Einreise über Frankreich nach Spanien: Es muss ein negativer Test oder Impfnachweis vorgezeigt werden. Einreise aus Hamburg nach Spanien: Es muss ein negativer Test oder Impfnachweis vorgezeigt werden
  • Keine Quarantäne-Pflicht bei Einreise nach Spanien oder in die Niederlande, aber dafür bei Rückkehr nach Deutschland.
  • Die Quarantäne kann sofort beendet werden, wenn ein negatives Testergebnis über das Einreiseportal der Bundesrepublik gemeldet wird.

Update, 27. Juli: Ab heute gilt‘s: Spanien und die Niederlande sind Risikogebiet. Wer ab heute von dort nach Deutschland einreist, hat strengere Auflagen zu beachten. Mit der Entscheidung vom Freitag hatte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern reagiert.

Hochinzidenzgebiete: Quarantänepflicht für nicht vollständig Geimpfte

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Einstufung Spaniens und der Niederlande hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Gesundheitsminister Jens Spahn reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus. Er plant deutliche Verschärfungen für Rückkehrer nach Deutschland. Die Abstimmung in der Regierung zu der Verschärfung der Corona-Reiseauflagen laufe, sagte eine Sprecherin des Ministeriums den Funke-Medien.

Update vom 23. Juli, 16:15 Uhr: Die Bundesregierung stuft Spanien, inklusive den Balearen und Kanaren, sowie die Niederlande wegen hoher Infektionszahlen als Corona-Hochinzidenzgebiete ein, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag (23. Juli) bekannt gab. Die Einstufung von den Niederlanden und Spanien als „Hochinzidenzgebiete“ ist wirksam ab Dienstag, 27. Juli 2021, um 0:00 Uhr, heißt es auf der Seite des RKI. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet hat auch heftige Folgen für Urlauber – denn bei der Einreise nach Deutschland gelten für alle, die aus einem Hochinzidenzgebiet kommen, strengere Regeln.

Spanien und Niederlande bald Hochinzidenzgebiet? Heftige Folgen für Urlauber

Erstmeldung vom 23. Juli, 14:09 Uhr: Die Urlaubs-Regeln für Reiserückkehrer in Deutschland sind zum Teil sehr streng. Denn: Ist ein Land als Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet eingestuft, sind Quarantäne und Testpflicht für Einreisende unausweichlich. Viele Menschen haben deshalb ihren Sommerurlaub auch in Ländern gebucht, die eben nicht als Virusvarianten oder Hochinzidenzgebiet eingestuft sind – zum Beispiel in einem der Lieblings-Urlaubsländer der Deutschen: Spanien.

Ärgerlich nur, wenn das gewählte Reiseziel kurz vor der Abreise von der Bundesregierung neu eingestuft wird. Genau das könnte bald Spanien und die Niederlande treffen. Der Grund: Mehrere Medien berichten, dass Spanien und die Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiet eingestuft werden sollen. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe geben an, aus Regierungskreisen davon erfahren zu haben. Aktuell sind beide Länder nur als einfache „Risikogebiete“ eingestuft.

Spanien und Niederlande bald Hochinzidenzgebiet? Die Folgen für Reiserückkehrer

Das heißt: Wer aktuell aus Spanien nach Deutschland einreist, muss einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest mit sich führen oder einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz oder eine Genesung in der Tasche haben. Und wer mit Negativ-Test, Impf- oder Genesenen-Nachweis einreist, muss in Deutschland NICHT in Quarantäne. Sprich: Ein Urlaub im Risikogebiet ist für viele eine Option, da die Corona-Vorschriften für Reiserückkehrer aus Risikogebieten noch überschaubar sind.

Schwieriger wird es, wenn man aus einem Hochinzidenzgebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreist. Auch hier müssen alle Einreisenden einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest vorweisen oder einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz oder eine Genesung dabei haben. Der Unterschied zum Risikogebiet ist, dass zusätzlich eine Quarantäne beachtet werden muss. Das wird insbesondere für alle Nicht-Geimpften ein Problem.

Spanien und Niederlande sollen Hochinzidenzgebiet werden: So schlimm ist die Corona-Lage

Der Grund: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Durch einen negativen Corona-Test kann die Quarantäne auf fünf Tage verkürzt werden. Heißt aber, wer nicht oder nicht vollständig geimpft ist, kommt um eine kurze Quarantäne nicht herum. Der Frage, ob man nach dem Urlaub in der Quarantäne weiter sein Gehalt bekommt, widmet sich echo24.de* in einem separaten Beitrag.

  • Risikogebiet: Inzidenz zwischen 50 und 100. Keine Quarantäne, sofern ein Impf- oder Genesenen-Nachweis vorliegt. Ansonsten zehn Tage Quarantäne.
  • Hochinzidenzgebiet: Ab einer Inzidenz von 200. Mindestens fünf Tage Quarantäne, im Anschluss ist ein Frei-Testen möglich. Für Geimpfte und Genesene gibt es Ausnahmen.
  • Virusvariantengebiet: Wenn in einem Land gefährliche Virusvarianten verbreitet sind. Alle Reiserückkehrer müssen für 14 Tage in Quarantäne. Ausnahmen für Geimpfte und Genesene gibt es nicht. Ein Frei-Testen ist nicht möglich.

Die Entscheidung, ob Spanien und die Niederlande tatsächlich zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden, ist noch nicht gefallen. Im Gegenteil, eine offizielle Reaktion der Bundesregierung auf die Medienberichte gibt es Stand 23. Juli, 11 Uhr, noch nicht. Allerdings liegt die 7-Tage-Inzidenz in Madrid laut Gesundheitsministerium aktuell über der 300er-Marke. Der Wert für die Balearen, also auch Mallorca, wird mit 365 angegeben. Damit wären die Voraussetzungen für eine neue Einstufung gegeben.

Spanien und Niederlande sollen Hochinzidenzgebiet werden: Fällt der Sommerurlaub ins Wasser?

Der Grund: Weist ein Land oder eine Region eine 7-Tage-Inzidenz von 200 oder höher auf, kann die Bundesregierung die betroffene Region oder das Land als Hochinzidenzgebiet einstufen. Über die aktuelle Corona-Lage in Spanien sowie die Auswirkungen auf die Reiserückkehrer in Deutschland berichtet aktuell auch fr.de* in einem Serviceartikel zum Thema Urlaubsreisen in der Corona-Zeit. Es gibt allerdings noch Hoffnung für einen erholsamen Sommerurlaub in Spanien.

Wer nach Deutschland einreist, muss je nach Risikostufe des Urlaubslandes diverse Corona-Regeln beachten.

Berichten der Tagesschau zufolge verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Spanien ein wenig. Das zeigt die 7-Tage-Inzidenz, die in Spanien aktuell nicht mehr so stark steigt, wie nur vor ein paar Tagen. Zudem sollen auch andere Faktoren darüber entscheiden, ob ein Land als Hochinzidenzgebiet eingestuft werden soll oder nicht. Das könnten etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne in einem Land mit hoher Inzidenz sein. 

Bald Hochinzidenzgebiet? Das sollten Touristen beachten

Berichten der Tagesschau zufolge sind in Spanien derzeit etwa 13,5 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt, binnen sieben Tagen wurden 78 Corona-Tote gezählt. 70 Prozent der 47 Millionen Einwohner in Spanien haben zumindest die erste Corona-Impfung verabreicht bekommen, 52,8 Prozent sind vollständig geimpft – Tendenz steigend. Die Zahlen zeigen aber: Der heiß ersehnte Spanien-Urlaub im Sommer muss nicht zwingend ins Wasser fallen.

Die Corona-Lage in Spanien scheint sich zumindest aktuell etwas zu bessern und noch steht die Entscheidung der Bundesregierung aus. Grundsätzlich gilt aber: Alle die einen Urlaub im Ausland buchen, sollten die Liste der Risikogebiete des Robert Koch-Instituts im Auge behalten. Viele Anbieter bieten zudem an, die Reise kostenlos zu stornieren, wenn das gewünschte Reiseziel vor Abreise noch zum Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet erklärt wird. *echo24.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Francis Gonzalez/dpa

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