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Fischsterben in der Oder: Wird das Baden in der Ostsee gefährlich? 

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Von: Franziska Kaindl

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In der Oder sterben derzeit massenhaft Fische, der Grund ist noch unklar. Doch der Fluss mündet in der Ostsee – wird das Baden hier jetzt zur Gefahr?

Seit Tagen beschäftigt Behörden und Experten die Frage nach der Ursache des massenhaften Fischsterbens in der Oder. Weder toxische Substanzen noch Pestizide scheinen dafür verantwortlich zu sein. Während die Suche nach Antworten anhält, bewegen sich die verseuchten Wassermassen immer mehr in Richtung Norden: Südlich der Hafenstadt Stettin sind laut polnischen Behörden bereits tote Fische in Kanälen gefunden worden, die mit der Oder verbunden sind, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Danach führt der Fluss in das Stettiner Haff, durch welches die Grenze zwischen Polen und Deutschland verläuft, und anschließend in die Ostsee. Hier verbringen zurzeit tausende Urlauber ihre freien Tage.

Gut besucht ist der Strand am Stettiner Haff trotz der Warnungen wegen der Gewässerverunreinigung in der Oder.
Gut besucht ist der Strand am Stettiner Haff trotz der Warnungen wegen der Gewässerverunreinigung in der Oder. © Jens Büttner/dpa

Fischsterben in der Oder: Warnung für mehrere Badestellen im Stettiner Haff

Man setze alles daran, dass kein toter Fisch im Stettiner Haff ankomme, sagte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD) laut dpa. Nach aktuellem Stand ist auch noch kein toter Fisch gesichtet worden, doch es scheint nur eine Frage der Zeit. „Die Situation ist sehr beunruhigend“, meinte die Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Montagnachmittag. „Wir kontrollieren derzeit alle Wasserproben akribisch auf Verunreinigungen und stehen in engem Austausch mit den Behörden vor Ort und dem Umweltministerium.“ Zum jetzigen Zeitpunkt könne man gesundheitliche Risiken beim Kontakt mit dem Wasser nicht ausschließen. Daher empfiehlt das Ministerium, dass Mensch und Tier vom Baden an den ausgewiesenen Stellen absehen sollten. Für folgende Badestellen gilt derzeit eine Warnung:

Am Badestrand am Stettiner Haff hängt eine Warnung wegen der Gewässerverunreinigung in der Oder.
Am Badestrand am Stettiner Haff hängt eine Warnung wegen der Gewässerverunreinigung in der Oder. © Jens Büttner/dpa

Um ein Badeverbot handelt es sich bei den Warnungen nicht, wie die Sprecherin der Stadt Ueckermünde dem Online-Portal Reisereporter erklärt. Badegäste müssten selbst entscheiden, ob sie baden gehen wollen. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium in Schwerin hat vom Angeln, Fischen und der Wasserentnahme gewarnt. An den Badestellen hängen Zettel aus, auf denen Badenden geraten wird, betroffene Körperstellen nach Kontakt mit dem Wasser gründlich zu reinigen. Haus- und Nutztiere sollen nicht aus dem Wasser trinken oder darin baden.

Für die Badestrände auf Usedom gibt es bisher keine Warnungen, wie René Bergmann, leitender Verwaltungsbeamter beim Amt Usedom-Süd, dem Online-Portal Reisereporter bestätigte. Dem stimmte auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald zu.

Was ist die Ursache für das Fischsterben?

Die polnischen Behörden ziehen laut dpa drei Hypothesen in Betracht: Die erste lautet, dass ein giftiger Stoff ins Wasser eingedrungen sein könnte, der entweder von einem an der Oder ansässigen Industriebetrieb stammt oder illegal eingeleitet wurde. Die zweite Vermutung ist, dass die hohen Temperaturen, niedrige Wasserstände und eine erhöhte Schadstoffkonzentration die Ursache sein könnten. Zu guter Letzte ziehen Experten auch die Einleitung einer großen Menge chlorhaltigen Wassers in Betracht.

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