Um ihre Tochter nach Australien zu begleiten

Attest erschlichen? Mutter von Dschungelcamp-Teilnehmerin vor Gericht

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Nathalie Volk (2.v.l.) mit Brigitte Nielsen, Gunter Gabriel und David Ortega (v.l.) im RTL-Dschungelcamp 2016.

Lüneburg - Sie wollte ihre Tochter, die am RTL-Dschungelcamp teilnahm, nach Australien begleiten, bekam aber keinen Urlaub. Deswegen soll sie sich ein Attest erschlichen haben. Jetzt steht die Lehrerin vor Gericht.

Den Fall einer Lehrerin, die ihre Tochter zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hatte, verhandelt kommende Woche das Amtsgericht Soltau. Der Frau wird der Gebrauch eines „unrichtigen Gesundheitszeugnisses“ vorgeworfen, wie ein Sprecher des Landgerichts Lüneburg am Montag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft lege der Angeklagten zur Last, ihrer Schule eine ärztliche Bescheinigung geschickt zu haben, der zufolge sie vom 7. bis 29. Januar 2016 arbeitsunfähig erkrankt sein sollte. Laut Anklage soll die Pädagogin die Bescheinigung mit wahrheitswidrigen Angaben gegenüber einer Ärztin erschlichen haben, um ihre Tochter begleiten zu können. Zuvor hatte sie vergeblich Urlaub beantragt.

Namentlich wird die Angeklagte zwar nicht genannt, doch anhand der Angaben ist klar: Es handelt sich um die Mutter von Nathalie Volk (20), die 2016 Kandidatin bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ war. Die 20-Jährige war zuvor 2013/2014 Teilnehmerin der neunten Staffel der ProSieben-Castingshow „Germany‘s Next Topmodel“, in der sie am Ende Vierte wurde.

Das Gericht hat für den am Montag (27. März) beginnenden Prozess zunächst drei Termine angesetzt. Ein Urteil könnte am 3. April fallen. Der Frau drohen eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Gefängnis. Sie wurde im Januar von der niedersächsischen Landesschulbehörde suspendiert.

Das Amtsgericht Soltau hatte im Dezember einen Strafbefehl von 7000 Euro gegen die Lehrerin verhängt. „Wir haben den Strafbefehl nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt“, sagte dazu damals der Anwalt der Lehrerin, Andreas Hebestreit. Seine Mandantin sei tatsächlich erkrankt gewesen.

dpa/fw

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