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RTL-Kuppel-Show „Bauer sucht Frau“ erhält PETA-Negativpreis

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Von: Julia Cuprakowa

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Die Dating-Show „Bauer sucht Frau“ erhält PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im November.
Die Dating-Show „Bauer sucht Frau“ erhält PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im November. © PETA Deutschland e.V. / obs

Die Tierschutzorganisation PETA verleiht der RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ einen Negativpreis für den „Speziesismus des Monats“. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die Tierschutzorganisation PETA zeichnen für den Monat November die Sendung „Bauer sucht Frau“, moderiert von Inka Bause, mit dem Negativ-Preis „Speziesismus des Monats“ aus. Der Grund: Die Sendung verharmlost in der 18. Staffel Tierausbeutung – romantisiert sie sogar und klärt in keiner Weise über durch die Landwirtschaft verursachtes Tierleid auf.

Dass die Tiere bei manchen Bauern der Kuppel-Show nicht unbedingt artgerecht und sauber gehalten werden, haben auch einige Zuschauer via Instagram kritisiert, wie echo24.de bereits berichtete. Nach der zweiten Folge der 18. Staffel regten sich viele Zuschauer darüber auf, dass der „Bauer sucht Frau“-Kandidat Jörg aus Hessen seine Tiere nicht gut behandeln würde und sie bei ihm nicht gut aufgehoben sind.

Tierschutzorganisation PETA wirft „Bauer sucht Frau“ Speziesismus vor

Die Vorwürfe der PETA sind schwerwiegend. So gab sich die Kuppel-Show auf RTL in der 18. Staffel zwar besonders divers, denn zum ersten Mal machte ein bisexueller Landwirt mit und lud ausschließlich Männer zum Scheunenfest ein. Allerdings stellt die Sendung seit Jahren „eine tierquälerische Industrie“ verharmlost dar. Ein weiterer Kritikpunkt neben der romantisiert präsentierten Tierausbeutung ist, dass Tiere keine Kulisse sind und daher nicht zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet werden sollten, schreibt die Tierschutzorganisation PETA auf ihrer Internetseite.

Speziesismus

Speziesismus ist ein Denkmuster, das in unserer heutigen Gesellschaft noch weit verbreitet, aber ethisch nicht gerechtfertigt ist: Indem wir Menschen andere fühlende Tiere nach ihrem vermeintlichen Wert und Nutzen für uns unterscheiden, stellen wir uns über andere Spezies. Wir diskriminieren sie, beuten sie milliardenfach aus, lassen sie leiden und töten sie.

(Quelle: peta.de)

Für eine vermeintliche Bauernhofidylle werden die Tiere zusätzlich ausgebeutet: Die Haltungsformen und quälerischer Umgang mit den Tieren – wie Haltungsklasse 1, Besuch von Kuhschauen, Kutschfahrten, zynische Tiernamen wie „Leberwurst“ und „Blutwurst“ – bleiben nicht nur unreflektiert, sondern werden ins Lächerliche gezogen oder sogar als besonders entzückend dargestellt. Außerdem soll die Sendung keine Aufklärung über die Missstände und das Leid in der landwirtschaftlichen Tierhaltung leisten. An dieser Stelle könnte man anbringen, dass die Sendung sich ausschließlich mit dem Thema „Liebe“ beschäftigt, schließlich handelt es bei „Bauer sucht Frau“ um eine Kuppel-Show, wie auch Inka Bause bereits in einem Interview feststellte.

„Bauer sucht Frau“ verherrlicht Fleischverzehr und verharmlost Tiertötung

Doch nicht nur die Darstellung und der Umgang mit Tieren wird von PETA kritisiert. Auch der Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten während der Sendung stellt die Tierschutzorganisation an den Pranger. „Der Verzehr von tierischen Produkten wird gezeigt und als nachhaltig und frisch ‚gefeiert‘, dass jedes Einzelne der gezeigten Tiere qualvoll getötet wird, hingegen nicht“, schreibt PETA weiter.

Auch die Panik in den Augen der Tiere, wenn sie mitansehen, wie ihre Artgenossen getötet werden, wird nicht thematisiert. Vielmehr wird ein Millionenpublikum mit „süßen Tierbabys“ vor die Bildschirme gelockt: beispielsweise niedliche Kälber, die mit der Flasche ernährt werden. Dass diese Kälber ihren Müttern meist unmittelbar nach der Geburt entrissen werden, damit sie die für sie bestimmte Milch nicht trinken und ihre Mütter dann oft tagelang verzweifelt nach ihren Babys rufen, wird ebenfalls verschwiegen. Aber kann man in der Landwirtschaft überhaupt von Speziesismus sprechen?

Warum die Ausbeutung von Tieren in der Landwirtschaft speziesistisch ist

Laut PETA auf jeden Fall. Denn: „Tiere in der Ernährungsindustrie werden ausgebeutet und getötet, weil der Mensch sie entsprechend dem speziesistischen Denkmuster als ‚Nutztiere‘ erachtet. In unserer Gesellschaft wird uns von Kindesbeinen an vermittelt, es sei moralisch nicht verwerflich, Milliarden von Tieren für die ‚Produktion‘ von Fleisch, Eiern, Milch, Fischfleisch und Honig leiden zu lassen“, erläutert die Tierschutzorganisation.

Übrigens: Wem Speziesismus ebenfalls ein Dorn im Auge ist, kann helfen. „Um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden, muss die Gesellschaft Speziesismus zunächst als Problem erkennen – denn vielen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere unter unserem rücksichtslosen Verhalten leiden“, erklärt PETA. Außerdem kann jeder Einzelne ein paar Tipps befolgen und damit den leidenden Tieren bereits helfen:

Nun dürfen die Zuschauer gespannt sein, ob RTL nach der Nominierung etwas an der Sendung ändern wird. Dies wird jedoch vermutlich erst in der 19. Staffel der Kuppel-Show sichtbar sein. Davor können sich die Zuschauer aber erst einmal auf zwei große Weihnachts-Specials freuen, die am 25. Dezember ausgestrahlt werden.

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