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Kommentar: Diskussion um „Arielle“-Verfilmung zerstört Kindheitsträume

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Von: Daniel Hagmann

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Der erste Teaser zur Real-Verfilmung von Disneys „Arielle - Die Meerjungfrau“ ist draußen. Online entfesselte er einen Shitstorm. Die Argumente könnten kaum unsachlicher sein.

Es geht weiter: Nach den Real-Verfilmungen der Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“, „Die Schöne und das Biest“ sowie „Der König der Löwen“ soll im Mai 2023 auch „Arielle“ ins Kino kommen. Die PR-Maschine um die Unterwasserbewohnerin ist kaum angelaufen, da ist „Die Meerjungfrau“ schon unfreiwillig ihrer Jungfräulichkeit beraubt.

Denn die Kritik einiger User in den sozialen Medien nach Veröffentlichung des ersten Film-Ausschnitts der Realversion von „Arielle - Die Meerjungfrau“ von Disney ist derart unsachlich und schmutzig, dass von Unschuld keine Rede sein kann. In Bezug auf die Meinungen, nicht auf das Gezeigte – wohlgemerkt. Und das beschmutzt letztendlich Kindheitsträume und -erinnerungen - oder macht sie gleich ganz zunichte. Unnötigerweise!

Disney-Film „Arielle“: Rassistische Kritik an Hautfarbe

Das sich ständig wiederholende, mindestens fragwürdige Argument in jenem Shitstorm, der Arielles Unterwasserwelt aufwirbelt: Die Meerjungfrau wird von Halle Bailey, und damit von einer Afro-Amerikanerin mit dunkler Hautfarbe, verkörpert. Dabei seien Meerjungfrauen – wie jeder weiß – weiß. Das zeigt zumindest die Disney-Zeichentrickvorlage, die Arielle als hellhäutig und rothaarig darstellt.

Anstelle sich mit der fabelhaften Welt des Disney-Films „Arielle - Die Meerjungfrau“ zu befassen, driftet die Diskussion ins Rassistische ab - alles andere als kindgerecht oder angebracht! Schließlich sollten Kinder in ihrer Erziehung lernen: Alle Menschen sind gleich wertvoll. Solche Debatten machen den Traum an eine bessere Welt jedoch kaputt.

Die Diskussion um die Disney-Real-Verfilmung von „Arielle - Die Meerjungfrau“ knüpft damit an das unterirdische Niveau der teilweise rassistischen Kritik an der Amazon-Prime-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ an. Auch dort verkörpern dunkelhäutige Darsteller Elben und Haarfüßer. Geht nicht? Geht wohl!

„Arielle - die Meerjungfrau“: Kritik an Teaser zu Disney-Film völlig unsachlich

Als fiktive Figuren sind hellhäutige Zwerge ebenso wenig historisch nachgewiesen wie dunkelhäutige Minen- oder menschenähnliche Meeresbewohner wie Arielle – egal mit welchem Teint. Die Diskussion um den Disney-Film wirkt damit ähnlich undifferenziert, unsachlich und überformt wie die Debatte über den Sommer-Party-Hit „Layla“ oder die Behauptung, die „Winnetou“-Geschichten seine „kulturelle Aneignung“.

Sängerin Halle Bailey
Sängerin Halle Bailey übernimmt in der Realverfilmung des Disney-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ die Hauptrolle und singt sich bereits im Trailer in die Herzen zahlreicher Zuschauer und Zuschauerinnen. © Image Press Agency/Imago

Die Qualität eines Disney-Films wie „Arielle - Die Meerjungfrau“ oder einer Serie wie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ macht nicht die ethnische Zugehörigkeit oder die Hautfarbe der Darsteller, sondern, unter anderem, eine nachvollziehbare Handlung, glaubwürdige Charakterentwicklungen und die schauspielerische Leistung der Mitwirkenden aus. Und dabei kann grundsätzlich jeder überzeugen – oder auf die Nase fallen. Ganz egal, welche Hautfarbe diese nun hat.

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