Jobportal über neue Studie

Aldi und Lidl: So viel Gehalt bezahlen die Discounter im Vergleich zu Edeka, Rewe und Kaufland

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Auch die Mitarbeiter in den Supermärkten sorgen dafür, dass wir weiter einkaufen können.
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Der Lebensmitteleinzelhandel gilt in der Corona-Krise als systemrelevant. Aber wieviel verdienen Mitarbeiter bei Lidl, Aldi, Rewe, Edeka und Kaufland überhaupt?

  • Lidl, Aldi, Rewe, Edeka und Kaufland sind Arbeitgeber für viele Beschäftigte - auch in der Corona-Krise*.
  • Wie viel verdienen die Mitarbeiter bei den einzelnen Händlern im Vergleich?
  • Das Jobportal Glassdoor hat dazu Daten ausgewertet. Hier das Ergebnis.

Beschäftigte im Discounter - so hoch ist Gehalt bei Lidl und Aldi

Der Lebensmitteleinzelhandel gilt in der Corona-Kriseals systemrelevant für die Grundversorgung. Nicht zuletzt die Beschäftigten* in den Supermärkten sorgen dafür, dass wir trotz der Ausgangsbeschränkungen weiterhin Lebensmittel kaufen können.

Wie gut verdienen allerdings die Mitarbeiter bei den einzelnen Händlern? Dieser Frage ist das Jobportal Glassdoor nachgegangen, das nach eigenen Angaben aktuelle Gehaltsinformationen (im Zeitraum vom 1. August 2018 bis zum 31. Juli 2019) von Berufstätigen im Lebensmitteleinzelhandel ausgewertet hat.

Dabei ist eine Rangliste der fünf Ketten in Deutschland entstanden, die ihren Mitarbeitenden hierzulande die höchsten Grundgehälter (brutto) zahlen, wie das Portal aktuell berichtet. Eines der Ergebnisse sei: "Lidl  steht mit einem Bruttojahresgehalt von 41.780 Euro an der Spitze." Entscheidend für die Reihenfolge sei der Median der Gehaltsangaben auf Glassdoor.

Gehalt bei Edeka, Rewe und Kaufland - Einzelhandel für Lebensmittel systemrelevant

Die Discounter Lidl und Aldi sind dem Portal zufolge "Spitze in Sachen Bezahlung im Lebensmitteleinzelhandel": "Während Lidl  mit einem Bruttojahresgehalt von 41.780 Euro die Konkurrenz recht deutlich distanziert, liefern sich Aldi mit 37.780 Euro und Rewe mit 37.224 Euro ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz."

Weiter teilt Glassdoor zu der Auswertung mit: "Edeka mit 27.269 Euro und Kaufland  mit 26.777 Euro landen recht deutlich hinter den anderen Akteuren." Dabei könne der Verdienst je nach Beruf und  Verantwortungsbereich sehr unterschiedlich  ausfallen, räumen die Experten allerdings ein. Während ein Verkaufsleiter bei Lidl im Schnitt 83.134 Euro brutto jährlich verdienen könne, müsse ein Verkäufer den Gehaltsangaben auf Glassdoor zufolge mit rund 29.000 Euro auskommen. 

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Lebensmitteleinzelhandel: Andere Branchen besser bezahlt

Über das Gehaltsniveau im Lebensmitteleinzelhandel ist in den letzten Wochen viel diskutiert  worden - "und tatsächlich ist es im Vergleich zu anderen Branchen eher niedrig", zieht das Portal Bilanz und stellt einen Vergleich her: Das finnische Telekommunikationsunternehmen Nokia, das Unternehmen mit dem laut Glassdoor aktuell höchsten Bruttogrundgehalt in Deutschland, zahle seinen Angestellten im Median 93.440 Euro jährlich und damit mehr als doppelt so viel wie Lidl. Die Deutsche Bank  als der "Primus" in Sachen Gehalt unter den Finanzunternehmen überweise immerhin noch 68.544 Euro brutto im Jahr an seine Angestellten, heißt es weiter in der Mitteilung.

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Supermärkte geöffnet - auch in der Coronakrise

"Auch bemerkenswert" ist Glassdoor zufolge ein anderer Aspekt: "Alle betrachteten Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel liegen der Auswertung zufolge unter dem durchschnittlichen Bruttogrundgehalt vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland, das 2019 bei 47.928 Euro lag."

Diese "große Lücke" zwischen Verdienstmöglichkeiten und der aktuellen Bedeutung, die allen Mitarbeitenden der Branche zukomme, hat nach Angaben des Portals "wohl auch ein Großteil der Supermarktketten dazu veranlasst, Extra-Bonuszahlungen angesichts der Corona-Krise* zu zahlen". Rewe habe beispielsweise Zahlungen in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro angekündigt, berichtet Glassdoor.de. "Auch die Schwarz-Gruppe möchte ihre Mitarbeitenden für den Einsatz belohnen." Der  Bundesfinanzminister hat wie berichtet inzwischen in Aussicht gestellt, dass Boni in Höhe von 1.500 Euro pro Angestelltem steuerfrei behandelt werden könnten.  

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Boni für Beschäftigte: Systemrelevante Jobs durch besseres Gehalt attraktiver machen

Felix Altmann, Karriereexperte bei Glassdoor, betont: "Jetzt können Arbeitgeber durch Wertschätzung, auch finanzieller Art, die Grundlage dafür legen, dass sich die Wahrnehmung der Branche nachhaltig ändert. Dann könnten die ohne Frage vorhandenen Jobs bald nicht nur als systemrelevant und krisensicher wahrgenommen werden, sondern auch in normalen Zeiten Begehrlichkeiten bei Talenten wecken."

Zur Methodik der genannten Auswertung teilt Glassdoor konkret mit: "In die Analyse der Rangliste sind Gehaltsinformationen auf Glassdoor eingeflossen, die im  Zeitraum 1. August 2018 bis 31. Juli 2019 durch Mitarbeitende in Deutschland für die  Unternehmen abgegeben wurden. Als Maßstab für die Reihenfolge dient der Median aller für das jeweilige Unternehmen angegebenen Bruttogrundgehälter. Durch Verwendung der  Gehaltsangabe, die in der Mitte aller Angaben verortet ist (Median), wird Verzerrungen durch  sehr hohe oder niedrige Gehaltsinformationen vorgebeugt. Für die Berücksichtigung mussten für  die Unternehmen mindestens 25 Gehaltsinformationen auf Glassdoor im Betrachtungszeitraum vorliegen."

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ahu

Der DiscounterAldi punktet in der Corona-Krise wieder mit einem neuen Hygiene-Angebot* . Diesmal übertrifft der Discounter alle.

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