Alte Legende

Der Siebenschläfertag: Tier mit Hammer-Bedeutung fürs Wetter im Sommer

Die niedlichen Siebenschläfer haben nur indirekt mit dem Siebenschläfer-Tag zu tun (Symbolbild).
+
Die niedlichen Siebenschläfer haben nur indirekt mit dem Siebenschläfer-Tag zu tun (Symbolbild).
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
    schließen

Jedes Jahr am 27. Juni ist Siebenschläfertag. Welche wichtige Bedeutung der für die Wetterprognose hat, und was an der Regel tatsächlich dran ist:

Der Siebenschläfer ist ein putziges Tierchen. Der kleine Nager gehört zur Familie der Bilche und sieht einem Eichhörnchen oder Grauhörnchen ähnlich. Tatsächlich ist der Siebenschläfer aber deutlich kleiner als seine Verwandten, er hat schwarze, große Knopfaugen und rundliche Ohren - außerdem ist sein Schwanz nicht so buschig, wie etwa der eines Eichhörnchens. Doch was hat der süße kleine Nager mit dem Wetter zu tun, und wieso wurde ihm sogar ein eigener Tag gewidmet?

Eine alte Bauernregel besagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt. Wenn‘s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.“ Bedeutet also, wenn das mit dem Siebenschläfertag am 27. Juni tatsächlich funktioniert, könnten die nächsten sieben Wochen fantastisch sommerlich werden - immerhin sind in Baden-Württemberg bis zu 31 Grad angesagt.

Siebenschläfertag: Was die alte Bauernregel tatsächlich mit unserem Wetter zu tun hat

Der Siebenschläfer selbst hat allerdings recht wenig mit dieser Prognose zu tun. Genau wie die Schafskälte ist auch der Siebenschläfertag eine alte Bauernregel - und die leitet sich aus einer noch älteren christlichen Legende ab. Diese besagt: Während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius in den Jahren 249 bis 251 suchten sieben junge Christen in einer Berghöhle Zuflucht. Sie schliefen dort ein und wurden dann im Schlaf lebendig eingemauert.

Der Legende nach starben die jungen Christen allerdings nicht in der Höhle, sondern sie schliefen mehrere hundert Jahre lang, bis jemand die Höhle an einem 27. Juni im Jahre 448 öffnete. Die Eingemauerten wachten schließlich auf, verkündeten ihren Glauben an die Auferstehung und starben wenig später. Bis heute wird den sieben Schläfern am 27. Juni gedacht.

Siebenschläfertag: Welche Auswirkung hat der 27. Juni auf das Wetter?

Doch was ist dran, am Siebenschläfertag? Laut dem Meteorologen Alexander König ist das nicht ganz so einfach. „Sonst könnten wir Meteorologe sieben Wochen Betriebsferien machen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern gegenüber Sat1. Doch „ein bisschen was“ ist laut König schon dran. Denn im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli stellt sich häufiger eine Wetterlage ein, die sich dann über mehrere Wochen hält und einen Eindruck davon gibt, wie der Sommer wird. Allerdings meint König, man müsse, um sich ein Bild zu verschaffen, eher eine Zeitspanne von etwa zwei Wochen betrachten, um sich ein Bild zu machen.

Laut Deutschem Wetterdienst ist aber viel eher der Jetstream für den Verlauf des Wetters entscheidend. Wo genau dieses Starkwind-Band in der oberen Atmosphärenschicht sich befindet, ist der Schlüssel. Demnach wird der Sommer eher feucht und kühl, wenn der Jetstream relativ weit südlich über dem Ostatlantik und Europa verläuft. Bewegt sich der Jetstream dagegen relativ weit nördlich, so breitet sich häufig ein Keil des Azorenhochs bis nach Mitteleuropa aus - dann bekommen wir das typisch sonnige, warme Wetter, das sich viele wünschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema