Corona-Kreuzimpfung aus AstraZeneca und Moderna

Wirksamkeit bei Kreuzimpfungen beeinflusst: Spanische Studie überrascht

  • Simon Mones
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Weil AstraZeneca nur noch für Menschen über 60 empfohlen wird, werden viele jüngere bei der zweiten Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer immunisiert. Eine spanische Studie klärt nun, wie wirksam das ist.

Im Leben muss man manchmal einfach improvisieren. Das trifft auch auf die Impfungen gegen das Coronavirus zu, denn inzwischen wird der Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) nur noch an über 60-Jährige geimpft. Inzwischen ist es in einigen Bundesländern zwar möglich, sich freiwillig mit AstraZeneca impfen zu lassen, für zahlreiche Menschen musste jedoch eine Alternative gefunden werden: die Kreuzimpfung.

Bislang gab es jedoch nur wenige Daten zur Kombination von zwei unterschiedlichen Corona-Impfstoffen. Langsam aber sicher ändert sich das: Eine Studie aus Großbritannien hat sich bereits mit dem Thema Kreuzimpfen befasst. Inzwischen haben zudem spanische Forscher des Instituto de Salud Carlos III (ISCIII) in einer klinischen Phase-II-Studie die Kombination von AstraZeneca und Biontech/Pfizer untersucht.

Kreuzimpfungen: Studie aus Spanien - Kombination aus AstraZenca und Biontech/Pfizer sorgt für Antikörper-Anstieg

Die jüngst veröffentlichten Zwischenergebnisse liefern dabei vielversprechende Erkenntnisse, wie das ZDF berichtet. So kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Kreuzimpfung aus AstraZeneca und Biontech/Pfizer hochwirksam ist. Die Menge der Antikörper sei nach der zweiten sogenannten „Booster“-Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech deutlich angestiegen. Zudem seien die Antikörper wirksam gegen Sars-CoV-2.

„Die Reaktion des Immunsystems ist nach der zweiten Dosis des Comirnaty-Impfstoffs stark verstärkt, während die beobachteten unerwünschten Wirkungen im erwarteten Bereich liegen“, erklärten die Forscher des ISCII in einer Pressemitteilung. Genaue Daten zu den Ergebnissen der spanischen Studie gibt es jedoch noch nicht, der Dortmunder Immunologe Carsten Walz hält die Erkenntnisse dennoch für sehr plausibel.

Studie zu Kreuzimpfungen: Immunologe hält Kombination aus AstraZeneca und Biontech/Pfizer für hochwirksam

„Sie bestätigen Ergebnisse aus vorherigen Studien mit Mäusen. Auch dort zeigte sich: Wenn man erst mit einem Vektor- und danach mit einem mRNA-Vakzin impft, führt das zu einem höheren Spiegel neutralisierender Antikörper“, erklärte der Generalsekretär der deutschen Gesellschaft für Immunologie ZDFheute.

Watzl betonte aber auch, dass erst einmal weitere Daten abgewartet werden müssten. „Vor allem müssen sie noch Daten zur Menge der T-Zellen nachliefern“, betont der Dortmunder Immunologe. Doch wie effektiv ist die Kombination von AstraZeneca und Biontech/Pfizer? Dem ZDF erklärte Watzl, dass es hochwirksam sein könnte, erst einen Vektor- und dann einen mRNA-Impfstoff zu verimpfen. „Weil Vektorimpfstoffe eher die T-Zellen anregen und mRNA-Impfstoffe eher die Antikörper“, erklärt der Immunologe.

Zudem habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sich Impfstoffe problemlos kombinieren lassen. „So wurde früher zum Beispiel häufig erst ein Lebendimpfstoff verwendet und dann bei der Auffrischung ein Totimpfstoff. Auch bei der Impfung gegen Ebola hat sich gezeigt, dass es wirksam und sicher ist, erst einen proteinbasierten Impfstoff zu verabreichen und danach einen Vektorimpfstoff“, betonte Watzl.

Kreuzimpfung: Kritik an spanischer Studie - Vorteile von Kombination von AstraZeneca und Biontech/Pfizer?

Einen Schwachpunkt hat die Studie des ISCII jedoch, es fehlt eine Vergleichsgruppe mit Menschen, die bei beiden Impfungen das gleiche Vakzin bekommen hat. Diese sei aber nötig, um die Leitfrage mit Blick auf die Kreuzimpfungen zu klären, erklärt der Berliner Immunologe Leif Erik Sanders: Welche Vorteile gibt es im Vergleich zu einer Impfung mit demselben Vakzin?

Eine Kreuzimpfung von AstraZeneca und Biontech soll laut einer Studie hochwirksam sein.

Immerhin sei es keine Überraschung, dass die „Booster“-Impfung die Anzahl der Antikörper steigert - dies wurde so erwartet. Antworten auf diese Frage könnte eine Studie aus Großbritannien liefern, in deren Rahmen Forscher heterogen (unterschiedliche Impfstoffe) mit homogen Geimpften vergleichen.

Zudem hatte sich ein Team um Sander mit der Kombination aus AstraZeneca und Biontech/Pfizer beschäftigt - der Fokus lag dabei jedoch eher auf den Nebenwirkungen. Die Untersuchung ergab: Wird den empfohlenen Abstand von zwölf Wochen zwischen den beiden Impfungen eingehalten, zeige sich eine bessere Verträglichkeit, als wenn das Vakzin von Biontech/Pfizer zweimal geimpft wurde.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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