Biontech veröffentlicht Ergebnisse von Phase-III-Studie

Auffrischimpfung gegen Coronavirus: Neue Studie liefert Hammer-Ergebnis

  • Simon Mones
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Ab der kommenden Woche können sich die ersten Menschen in Deutschland zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Kurz vor dem Start der Auffrischungsimpfungen veröffentlichen Biontech und Pfizer die Ergebnisse der Phase-III-Studie.

Ab dem 1. September ist es so weit: Zahlreiche Menschen können sich dann in Deutschland und somit auch in Baden-Württemberg zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen*, wie echo24.de* berichtet. In Bayern ist das bereits möglich. Zum Einsatz kommt dabei lediglich der Impfstoff von Biontech.

Kurz vor dem Start der Auffrischungsimpfungen hat Biontech gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer angekündigt, bei der US-Arzneimittelbehörde FDA weitere Daten für die Zulassung der Drittimpfung gegen das Coronavirus vorlegen zu wollen. So habe eine Phase-III-Studie ergeben, dass diese „signifikante neutralisierende Antikörpertiter“ aufweise. Der Antrag mit den neuen Daten soll laut Biontech/Pfizer bis Ende der Woche eingereicht werden.

Auffrischungsimpfung gegen Coronavirus: Phase-III-Studie mit mehr Probanden

Der Phase-III-Studie kommt bei der Zulassung eines Medikaments eine entscheidende Rolle zu, wie Der Spiegel berichtet. So wird nicht nur die Wirksamkeit des Mittels überprüft, sondern es nehmen auch deutlich mehr Probanden teil. Im Fall von Biontech/Pfizer hätten 306 Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Studie teilgenommen.

Wie die beiden Unternehmen mitteilten, hätten die Teilnehmer der Studie die Auffrischungsimpfungen „zwischen 4,8 und 8 Monaten nach Abschluss der zweifachen Impfung, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,6 Monaten nach der Auffrischungsimpfung“ erhalten.

Auffrischungsimpfung gegen Coronavirus: Phase-III-Studie liefert vielversprechende Daten

Einen Monat nach der dritten Impfung gegen das Coronavirus konnten bei den Probanden ohne nachweisliche Infektion „robuste neutralisierende Antikörpertiter gegen den Wildtyp-Stamm von SARS-CoV-2“ nachgewiesen werden. Die neutralisierenden Antikörper-Titer seien dabei nach der Auffrischungsdosis 3,3-mal so hoch gewesen, wie die Konzentration nach der Zweitimpfung.

Zudem sei die Impfreaktion nach der erneuten Spritze „leicht bis moderat“ gewesen. „Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen* waren Schmerzen an der Injektionsstelle, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost. Verglichen mit den Reaktionen nach der zweifachen Impfung war die Häufigkeit von schweren systemischen Nebenwirkungen nach der Auffrischungsdosis gering“, erklärten Biontech und Pfizer in einer Mitteilung.

Auffrischungsimpfung gegen Coronavirus: Ergebnisse der Phase-III-Studie sollen auch der Europäischen Arzneimittelagentur vorgelegt werden

Die Daten der Phase-III-Studie sollen in den kommenden Wochen auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und weiteren Behörden eingereicht werden. Zudem sei geplant, „die Daten in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review Verfahren“ zu veröffentlichen.

In Deutschland starten die Auffrischungsimpfungen bereits in der kommenden Woche.

Eine dritte Dosis des Pfizer-Biontech-Impfstoffs ist derzeit nicht für die allgemeine Anwendung in den USA zugelassen. Am 12. August wurde jedoch im Rahmen der erweiterten Notfallzulassung (EUA) eine dritte Dosis für die Anwendung in Personen ab 12 Jahren, die eine Organtransplantation hatten oder bei denen ein Gesundheitszustand diagnostiziert wurde, der mit einer Immunschwäche gleichzustellen ist, zugelassen. In Deutschland und Baden-Württemberg starten die Auffrischungsimpfungen in der kommenden Woche, jedoch zunächst nur für bestimmte Personen*.

Auffrischungsimpfung gegen Coronavirus: Weltgesundheitsorganisation setzt sich für bessere Verteilung von Impfstoffen ein

Durch die Auffrischungsimpfungen erhofft man sich aus epidemiologischer Sicht, dass Menschen, bei denen ein schwerer oder gar tödlicher Verlauf besonders wahrscheinlich ist, noch besser vor Covid-19 geschützt werden. Zudem soll die Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung noch besser eingedämmt werden.

Aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten dazu jedoch zunächst Impfstoffe in ärmere Länder geliefert werden, bevor in den Industriestaaten mit den Drittimpfungen begonnen wird. Immerhin gebe es noch viele Länder, deren Impfquote wegen des Mangels an Impfstoff sehr gering sei. Letztlich Schade das auch den Staaten mit guten Impfquoten, da das Virus sich so immer weiter verbreite und neue Mutationen wahrscheinlicher werden. Diese könnten dann irgendwann den Impfschutz umgehen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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