Der Nachweis für die Corona-Impfung

Digitaler Impfpass: Alle wichtigen Fakten auf einen Blick

In Deutschland soll es spätestens bis Ende Juni einen digitalen Impfpass geben. Hier finden Sie alle wichtigen Infos dazu. (Symbolbild)
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In Deutschland soll es spätestens bis Ende Juni einen digitalen Impfpass geben. Hier finden Sie alle wichtigen Infos dazu. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Wer in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft ist, bekommt Privilegien zurück. Doch um den Impfschutz überprüfen zu können, brauchen wir den digitalen Impfpass.

Reisen, Feiern, Leute treffen – mit den lang ersehnten Corona-Impfungen kommen auch die Rechte für Geimpfte. Wer vollständig gegen Covid-19 immunisiert ist, also zwei Impfungen erhalten hat, der hat seit dem Wochenende einige Privilegien – darf zum Beispiel wieder größere Gruppen von Menschen treffen, wenn diese ebenfalls bereits geimpft sind. Doch für die Behörden hat sich eine große Hürde aufgetan: Der aktuelle gelbe deutsche Impfpass ist nicht fälschungssicher.

Schon kurz nachdem klar wurde, dass Personen, die gegen Corona geimpft sind, mit Erleichterungen der Lockdown-Regeln rechnen können, boomte der Handel mit gefälschten Impfausweisen. Deshalb wurde überall in den Medien davor gewarnt, die vollzogene Corona-Impfung im eigenen Impfpass zu fotografieren und unzensiert ins Internet zu stellen. Denn die gelben Blanko-Ausweise kann man relativ einfach im Netz bestellen und anhand der fotografierten Impfungen einen fingierten Covid-19-Impfschutz nachbilden, der kontrollierenden Beamten kaum auffallen dürfte.

Digitaler Corona-Impfausweis: Alle Fakten

Umso wichtiger wird der digitale Impfpass. Der soll spätestens im Juni eingeführt werden – noch vor den Sommerferien. Der größte Vorteil daran: Man muss seinen Papierausweis nicht mehr ständig bei sich tragen, um seine Impfung nachzuweisen, sondern kann dann ganz einfach und unkompliziert per Smartphone die Immunisierung angeben, um wieder in Restaurants, Kinos oder Hotels zu dürfen. So zumindest der Plan der Bundesregierung.

Positiver Effekt am Rande: Wenn man den Impfpass nicht mit sich führen muss, kann er auch nicht mehr so leicht kaputt oder verloren gehen. Doch wer bekommt eigentlich einen elektronischen Impfnachweis? Die Antwort lautet: Jeder, der einen Anspruch auf eine Corona-Impfung hat, kann sich zusätzlich zum analogen Eintrag in den Impfpass auch einen digitalen Impfnachweis ausstellen lassen – unabhängig von der eigenen Staatsbürgerschaft, so das Bundesgesundheitsministerium.

Die digitale Impfbescheinigung soll dann im Impfzentrum oder in der Arztpraxis ausgestellt werden, wo die Impfung auch stattfindet. Jeder Geimpfte soll den Nachweis nach seiner vollständigen Immunisierung, also der zweiten Impfung, erhalten. Beim Vakzin von Johnson & Johnson gilt diese Regel nicht, da bereits eine einzige Impfung ausreicht. Hier kommt der Impfnachweis selbstverständlich nach der ersten Impfung.

Digitaler Corona-Impfausweis: Wann kommt er für Deutschland?

Noch nicht geklärt ist bisher, wie es möglich gemacht werden kann, den digitalen Impfnachweis an Menschen auszustellen, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, bevor der digitale Impfpass an den Start geht. Wegen der gefälschten Impfpässe, die im Umlauf sind, ist das nicht so einfach – und die Bundesregierung sucht noch nach einem fälschungssicheren Verfahren.

Ab wann genau der digitale Impfausweis in Deutschland verfügbar sein wird, ist bisher noch nicht klar. Das Bundesgesundheitsministerium will den digitalen Immunisierungsnachweis allerdings bis zum Ende des zweiten Quartals bereitstellen. Außerdem geht das BMG davon aus, dass es schon Ende Mai oder Anfang Juni eine erste Testphase geben könnte – somit könnten sich Handel, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Hotelgewerbe auf künftige Abläufe vorbereiten.

Digitaler Corona-Impfausweis: Wie funktioniert er?

Der digitale Impfpass entsteht direkt bei der finalen Impfung – und ist effektiv ein ganz normaler Barcode. Den kann man entweder auf Papier ausdrucken und mitführen, oder auf dem Smartphone in digitaler Form bereithalten. Der Code ist allerdings nicht übertragbar und die Daten werden nicht auf einem Server gespeichert – heißt: Er wird lokal auf einem Smartphone eingelesen und ist anschließend an das einlesende Smartphone gebunden.

Personen ohne Smartphone erhalten eben den Ausdruck der Bescheinigung als QR-Code auf Papier. Doch keine Sorge, falls Sie Ihr Smartphone verlieren, oder es kaputtgeht: Das Zertifikat kann über den ausgedruckten QR-Code jederzeit wieder ins Handy eingelesen werden.

Digitaler Corona-Impfausweis: Welche Daten werden gespeichert und was kostet er?

Wichtig für alle Gegner des digitalen Impfpasses: Für den digitalen Corona-Impfnachweis werden keine Daten in einem Register gespeichert. Laut BMG werden die digitalen Impfnachweise nur temporär im Impfprotokollierungssystem generiert – und anschließend wieder gelöscht. Außerdem soll dieser digitale Impfpass nur für Covid-19 sein und nicht, wie von vielen befürchtet, den gelben analogen Impfausweis ersetzen. Alle anderen Impfungen bleiben weiterhin ausschließlich im bisherigen Impfdokument gespeichert.

In Deutschland soll es spätestens bis Ende Juni einen digitalen Impfpass geben. Um im Sommer Reisen ins Ausland zu ermöglichen, ist auch ein digitales EU-Zertifikat in Zeiten der Corona-Pandemie geplant. (Symbolbild)

Noch ein Fakt, der viele erleichtern dürfte: Der digitale Impfnachweis für die Corona-Impfung soll umsonst sein. Wenn er erst mal im Umlauf ist, dann soll er laut Bundesgesundheitsministerium für jeden Geimpften pauschal generiert werden, als Zusatzleistung ohne Kosten. Außerdem bleiben sowohl die Corona-Impfung an sich als auch der digitale Impfpass freiwillig – niemand in Deutschland soll dazu gezwungen werden.

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