Impfgipfel

Kampf gegen Coronavirus: Zündet dieser Beschluss den Impf-Turbo?

Eine Schutzimpfung wird in einer Arztpraxis durchgeführt.
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Zündet nach dem Impfgipfel auch der Impf-Turbo? (Symbolbild)
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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In Deutschland schnellen die 7-Tage-Inzidenzen in die Höhe. Der Impfgipfel soll die Impfungen erheblich beschleunigen. Doch was wurden eigentlich beschlossen?

Eigentlich hätte der Impfgipfel von Bund und Ländern bereits vor einigen Tagen stattfinden sollen. Doch nach der vorübergehenden Aussetzung der Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca, wurde das Treffen verschoben. Angela Merkel und die Ministerpräsidenten wollten erst das Ergebnis der EMA-Untersuchung abwarten.

Inzwischen darf der Impfstoff von AstraZeneca wieder geimpft werden und auch der Impfgipfel von Bund und Ländern ist am Freitag über die Bühne gegangen. Die Beschlüsse, die Angela Merkel und die Ministerpräsidenten getroffen haben, könnten endlich den oft beschworenen Impf-Turbo zünden.

Impfgipfel: Hausärzte dürfen nach Ostern mit Impfungen starten

Der wohl wichtigste Beschluss des Impfgipfels ist, dass ab dem 5. April auch die Hausärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen. „Zu Beginn sind die Arztpraxen aufgefordert, schwerpunktmäßig immobile Patientinnen und Patienten in der eigenen Häuslichkeit sowie Personen mit Vorerkrankungen, die mit einem hohen Risiko im Falle einer Sars-CoV-2-Infektion verbunden sind, zu impfen“, heißt es im Beschluss. 

Für die 50.000 Arztpraxen stehen in der ersten Woche rund eine Million Impfdosen zur Verfügung, wie t-online.de unter Berufung auf die Beschlussvorlage der Beratung berichtet. Pro Woche könnte jede Praxis etwa 20 Impfdosen verimpfen. Dazu erhalten die Hausärzte 250.00 Impfdosen aus einem zusätzlichen Kontingent von Biontech, das insgesamt 580.000 Dosen des Impfstoffs enthält.

Impfgipfel: Hausärzte dürfen gegen Coronavirus impfen - Impfzentren bleiben

Perspektivisch soll die Menge der Impfdosen, die an die Hausärzte geliefert werden, jedoch steigen. Ab dem 12. April sind 1,2 Millionen Dosen vorgesehen, ab dem 26. April sollen es dann bereits 3,2 Millionen Impfstoffdosen sein, die die Hausärzte geliefert bekommen.

Allerdings müssen die Ärzte nicht in allen Bundesländern bereits im April mit dem Impfen starten, die Länder können beim Bundesgesundheitsministerium ein sogenanntes „Opt-Out“ erklären. Entsprechend würden die Apotheken nicht vom Großhandel mit Impfstoff für die Arztpraxen versorgt, stattdessen würden die Länder weiterhin anhand ihres Bevölkerungsanteils beliefert. Davon unabhängig bleiben die Impfzentren weiter in Betrieb und erhalten künftig 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche.

Impfgipfel: Biontech liefert zusätzliche Impfstoffdosen gegen Coronavirus

Die anderen 330.000 Impfdosen aus der zusätzlichen Biontech-Lieferung werden in die Grenzregionen geliefert. Denn: Auf dem Impfgipfel wurden ebenfalls beschlossen, dass Saarland, Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen als Grenzländer mehr Impfstoff erhalten sollen.

Deutschland erhält 580.000 zusätzliche Dosen von Biontech. (Symbolbild)

Der Grund für die zusätzlichen Impfdosen sind die hohen Fallzahlen der südafrikanischen Mutation in der französischen Region Moselle und die hohe Inzidenz Tschechien. Bayern und Sachsen erhalten jeweils 100.000 zusätzliche Dosen des Impfstoffs von Biontech, für das Saarland sind 80.000 weitere Dosen vorgesehen. Thüringen erhält zusätzliche 30.000 Dosen und Rheinland-Pfalz weitere 20.000.

Impfgipfel: Bund und Länder diskutieren über Sputnik V - Impfstoff-Zulassung im Alleingang?

Zudem wurde auch eine mögliche Zulassung des russischen Vakzins Sputnik V diskutiert. Zuletzt hatten sich bereits mehrere Ministerpräsidenten für eine Verwendung des Impfstoffs ausgesprochen und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortet eine Zulassung - notfalls auch in einem nationalen Alleingang. So könne Spahn sich „vorstellen, dass wir Verträge zügig abschließen“, wie er am Freitag in Berlin erklärte.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte hingegen am Freitag, dass die Hürden für eine Zulassung von Sputnik V noch hoch seien. Zudem gebe es noch keinen Antrag auf Zulassung in der EU, bislang liefere das Unternehmen der Europäischen Arzneimittelagentur nur Daten.

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