Impfstoff gegen Coronavirus

Lieferengpässe von AstraZeneca: trotzdem riesiges Impfstofflager in Italien

Ein Fläschchen Impfstoff Astrazeneca.
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AstraZeneca soll mehrere Millionen Dosen Impfstoff gebunkert haben.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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AstraZeneca ist mit seinen Impfstoff-Lieferungen an die Europäische Union im Rückstand. In Italien wurde nun aber ein riesiges Lager des Herstellers entdeckt. Doch der Impfstoff ist nicht für die EU bestimmt.

Die Schlagzeilen rund um den Impfstoff von AstraZeneca lassen nicht nach. Nachdem der Impfstoff wegen Thrombosen in den Hirnvenen kurzfristig aus dem Verkehr gezogen wurde, droht dem britisch-schwedischen Unternehmen nun wieder Ungemach. Grund dafür sind einmal mehr die angeblichen Lieferengpässe.

Ursprünglich wollte AstraZeneca bis Jahresmitte bis zu 220 Millionen Dosen seines Impfstoffes an die Europäische Union (EU) liefern, allerdings ist das Unternehmen mit den Lieferungen stark im Rückstand. Wie die Deutsche Presseagentur dpa berichtet, sollen es nun nur noch 100 Millionen Impfstoff-Dosen sein.

Impfstoff: AstraZeneca bunkert 29 Millionen Dosen in Italien - Trotz Lieferrückstand in der EU

Ähnlich wie Biontech hatte aber auch AstraZeneca mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen und begründete damit die geringeren Lieferungen an die EU. Inzwischen hat das Thema jedoch an Brisanz aufgenommen, da AstraZeneca laut der Zeitung La Stampa riesige Mengen Impfstoff in Italien lagern soll.

Demnach wurden in der italienischen Abfüllfirma Catalent in Anagni 29 Millionen Dosen des Impfstoffes entdeckt, diese seien jedoch nicht für die EU, sondern für Großbritannien bestimmt. Ein entsprechender Bericht der italienischen Zeitung wurde der dpa am Mittwoch aus Brüssel bestätigt. Demnach stammt der Impfstoff aus der niederländischen Fabrik in Halix und wurde in Italien abgefüllt.

Impfstoff: EU verschärft Regeln für Impfstoff-Export - auch wegen AstraZeneca

Die Entdeckung des Impfstoff-Lagers in Italien überschneidet sich dabei mit der Neureglung der Impfstoff-Exporte aus der EU. Diese sollen künftig noch schärfer und notfalls häufiger gestoppt werden. Wie die dpa berichtet, generelle Exportverbote seien nicht geplant.

Da die Impfstoffe in der EU jedoch knapp sind, müssen künftig alle Exporte gemeldet und genehmigt werden. Wie die dpa berichtet, wurden auch die Ausnahmen für Partnerländer wie Israel oder die Schweiz gestrichen. Die Ausfuhr solle aber nur dann gestoppt werden, wenn die Hersteller ihre Verträge mit der EU nicht erfüllen. Die EU hat dabei vor allem AstraZeneca und Großbritannien - das zwar zehn Millionen Impfdosen aus der EU importierte, aber laut Brüssel nicht herausließ - im Visier.

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