Welche Zweitimpfung erhalten AstraZeneca-Geimpfte?

AstraZeneca: Was passiert mit den Zweitimpfungen? Gesundheitsminister-Beratung vertagt

Gesundheitsminister Jens Spahn
+
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bespricht am Mittwoch, 7. April, mit seinen Länderkollegen, welchen Impfstoff Personen als Zweitimpfungen erhalten sollen, die bereits mit AstraZeneca geimpft wurden.
  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
    schließen

Welches Vakzin erhalten Personen als Zweitimpfungen, die bereits mit AstraZeneca geimpft wurden? Ein Beschluss von Bundesgesundheitsminister den Ländern lässt noch auf sich warten.

Welchen Corona-Impfstoff erhalten Personen, die bereits mit AstraZeneca geimpft wurden? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Mittwoch, 7. April, um 15 Uhr mit seinen Kollegen aus den Ländern getroffen, um über eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zum Thema Zweitimpfungen zu beraten. Die STIKO hatte vergangene Woche empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Corona-Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca erhalten haben, bei der zweiten Impfung auf einen anderen Impfstoff umsteigen sollen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Grund für diese Empfehlung sind eine Reihe von Verdachtsfällen auf eine Hirnvenen-Thrombose. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb vor einer Woche beschlossen, das AstraZeneca-Mittel vorerst nur noch an Menschen über 60 Jahren verabreichen zu lassen. Allerdings haben laut Spahn bereits 2,2 Millionen Bürger unter 60 eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, dass sie nun nach zwölf Wochen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen.

EMA-Bewertung zu AstraZeneca ist da: Was passiert mit den Zweitimpfungen?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat ihre Bewertung von möglichen schweren Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impfstoffs inzwischen abgeschlossen. Die EMA stellte nun fest, dass zwischen den Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca und den aufgetretenen Hirnvenen-Thrombosen ein Zusammenhang besteht. Trotz der sehr seltenen Fälle von Hirnthrombosen gibt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) weiterhin grünes Licht für den Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca.

„Der Nutzen des Wirkstoffes bei der Bekämpfung von Covid-19 ist deutlich höher zu bewerten als die Risiken“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke in Amsterdam. Es wird vermutet, dass es sich um eine sehr seltene Immun-Reaktion handelt. Die meisten Fälle waren den Angaben zufolge etwa zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Die Experten hätten keine besonderen Risikofaktoren wie Alter oder Geschlecht festgestellt. Geimpften rät die EMA bei entsprechenden Symptomen sofort medizinischen Rat einzuholen.

Auch die britische Impfkommission hat nun laut dpa reagiert und ihre Empfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff, welcher übrigens neuerdings „Vaxzevria“ heißt, geändert. Das Präparat soll künftig möglichst nur noch Erwachsenen über 30 Jahren verabreicht werden, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte.

Der Beschluss der Gesundheitsminister zu den AstraZeneca-Zweitimpfungen

Trotz der aktuellen Einschätzung der EMA bleibt Deutschland dabei, das britische Vakzin nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. Und was passiert jetzt mit denen, die unter 60 Jahre alt sind, bereits ihre Erstimpfung mit AstraZeneca hatten und nun auf eine Zweitimpfung warten?

Zu einer Entscheidung kam es am Mittwoch nicht mehr, stattdessen wurde diese vertagt. Wie der WDR berichtet, soll es gemeinsam mit der STIKO erst am kommenden Dienstag (13. April) eine neue Beratung geben. Das bedeutet für alle, die derzeit noch auf eine Zweiimpfung warten: weiter warten.

Das könnte Sie auch interessieren