Besonders ansteckende Corona-Form

Delta-Variante breitet sich aus! Kommt mit ihr die nächste Corona-Welle?

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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In Deutschland ist eine besonders ansteckende Virus-Mutation auf dem Vormarsch - in untersuchten Proben hat sich der Anteil der Delta-Variante fast verdoppelt.

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Kaum erholt sich Deutschland etwas von den Strapazen des monatelangen Lockdowns, da kommt schon die nächste vermeintliche Hiobsbotschaft. Eine neue Corona-Mutation macht sich breit. Der Delta-Variante wird nachgesagt, sie sei besonders ansteckend - und schlechter zu erkennen, weil sich die Symptome von den bisherigen Corona-Versionen unterscheiden. Noch dominiert in Deutschland die Alpha-Variante, doch Experten schlagen Alarm.

Eigentlich sehen die Infektionszahlen für Deutschland, und auch für Baden-Württemberg weiterhin gut aus. Deutschland verzeichnet heute (17. Juni) eine 7-Tage-Inzidenz von 11,6 und nähert sich langsam einer einstelligen Inzidenz an - Baden-Württemberg liegt aktuell bei 16,7. Sogar der ehemalige Hotspot Heilbronn pendelt sich langsam wieder unterhalb der kritischen 50er-Marke ein. Doch wie lange bleibt das noch so, wenn die Delta-Variante sich hierzulande einnistet?

Corona-Variante „Delta“ - Mutation schreitet schnell voran: Die Zahlen und Fakten

„Delta“ wurde zuerst in Indien entdeckt und wurde als „die Doppelmutante“ bekannt. Mittlerweile ist sie in Großbritannien sogar schon dominierend und hat „Alpha“ verdrängt. In Deutschland ist der Anteil glücklicherweise bisher recht gering. Dennoch: Der prozentuale Anstieg der anteiligen Delta-Proben macht Sorgen. Laut dem aktuellen Bericht zu Virusvarianten des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich der Anteil der Proben, in denen die Corona-Mutation „Delta“ gefunden wurde, zuletzt fast verdoppelt - von 3,7 Prozent auf 6,2 Prozent.

Die Variante Alpha macht weiterhin die große Mehrheit der entdeckten Mutationen aus und beträgt noch immer 86 Prozent, doch langsam wird sie verdrängt - lag doch ihr Anteil vergangene Woche noch bei satten 90 Prozent. In dem Bericht heißt es, es sei davon auszugehen, dass der Rückgang von Alpha mit dem steigenden Prozentsatz von Delta einherginge - außerdem müsse man damit rechnen, dass sich „diese Entwicklung fortsetzt“.

Corona-Variante „Delta“ in Deutschland: Schock-Prognose trotz hoher Impfquote?

Doch hat Deutschland überhaupt etwas von „Delta“ zu befürchten? Schließlich schreitet die Corona-Impfkampagne ja immer weiter voran und aktuell sind annähernd die Hälfte aller Deutschen (49,6 %) zumindest ein Mal gegen Covid-19 geimpft. Laut Experten ist die Antwort auf diese Frage: Ja! Die Delta-Variante ist besonders ansteckend und beeinträchtigt in gewissem Maße auch die Impfung*, wie auch *heidelberg24.de berichtet. Laut britischen Forschern wirkt der Schutz der bisher zugelassenen Vakzine teilweise erst mit der zweiten Impfung gegen die Mutation.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht das Problem und appellierte deshalb kürzlich beim rbb an die Bevölkerung, sich rasch vollständig impfen zu lassen. Sonst drohe Deutschland im Herbst wohl wieder eine massive Corona-Welle. Zusätzlich wird die Sorge vor einer vierten Welle von Zahlen aus Großbritannien befeuert. Obwohl die Impfquote dort sehr hoch ist und 44,5 Prozent der Briten durchgeimpft sind, stieg die Inzidenz dort kürzlich auf fast 80 an. Das führen Forscher vor allem auf die Delta-Variante zurück.

Corona-Variante in Deutschland: Wie ansteckend ist die Delta-Mutation wirklich?

Die englische Gesundheitsbehörde Public Health England (PE) erklärte, dass es durch die Delta-Variante schätzungsweise um 60 Prozent wahrscheinlicher wird, das Coronavirus im eigenen Haushalt weiterzutragen und somit Familienmitglieder anzustecken, als das noch bei Alpha der Fall war. Das Fazit sollte also sein, dass wir trotz vieler Lockerungen und sinkender Inzidenzen in Deutschland weiter vorsichtig sein sollten, denn wir sind noch nicht über den Berg.

Doch der Berliner Virologe Christian Drosten macht Hoffnung - solange die Impfkampagne weiter läuft. Diese hatte kürzlich wegen Lieferschwierigkeiten bei Impfstoffhersteller Johnson & Johnson und schlechten Ergebnissen beim Tübinger Impfstoff von CureVac einige Rückschläge hinnehmen müssen. Doch Drosten ist weiter zuversichtlich. Es gelte, für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen, sagte Drosten gegenüber dem NDR: „Dann werden wir keine großen Probleme haben.“ *echo24.de und *heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/NIAID-RML

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