Coronavirus in Deutschland

Coronavirus: Neue Studie zur Wirkung von Masken bei Covid-19 offenbart überraschenden Effekt

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Masken gehören mittlerweile zum Alltag dazu. Jetzt gibt es eine neue Studie zur Wirksamkeit von Masken im Kampf gegen das Coronavirus – mit überraschendem Ergebnis.

Bereits seit über einem Jahr ist das Coronavirus in Deutschland angekommen und hat das Leben der Menschen seitdem auf den Kopf gestellt. Im Kampf gegen das Virus setzen Politik und Wissenschaft auf die Impfstoffe. Doch bis alle Menschen geimpft sind oder zumindest eine Herdenimmunität erreicht ist, dauert es noch Monate. Bis dahin sind weiterhin andere Maßnahmen notwendig: Abstands- und Hygieneregeln, die Corona-Warn-App sowie die Maskenpflicht.

Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus – so wirken sie

Die Maskenpflicht gilt in Deutschland bereits seit Monaten – beim Einkaufen im Supermarkt und im öffentlichen Nahverkehr. Im Januar wurde die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes noch einmal ausgeweitet: „Alltagsmasken“ sind jetzt nicht mehr ausreichend. In einigen Bereichen – Einzelhandel, ÖPNV, Praxen, Arbeitsstätten, Gottesdiensten, Pflege- und Altenheimen, Krankenhäusern – muss jetzt eine medizinische Maske getragen werden. Darunter versteht man OP-Masken, Masken der Norm KN95/N95 oder FFP2-Masken, die man auch reinigen und wiederverwenden kann. Sie sollen nicht nur den Fremdschutz bieten, sondern auch den Selbstschutz verstärken.

Dass die Masken gegen die Ausbreitung des Coronavirus helfen, gilt mittlerweile als sicher. Jetzt liefert eine Studie von Professor Emil Reisinger von der Universitätsmedizin Rostock aber neue Erkenntnisse zur 90173583von Masken. Zunächst das wichtige Hintergrundwissen: Sars-CoV-2 wird durch Tröpfchen und Aerosole übertragen. Zwar kann das Virus auch auf Oberflächen nachgewiesen werden, allerdings passiert die Übertragung hauptsächlich respiratorisch, also über die Atmung.

Studie zum Mund-Nasen-Schutz: So wirksam sind Masken gegen Corona

Beim Sprechen werden Tröpfchen abgegeben – größere fallen meist in gewissem Abstand zu Boden, kleinere verdunsten, „und die nichtlöslichen Bestandteile verbleiben als Schwebeteilchen in der Luft“, heißt es in der im Ärzteblatt veröffentlichten Studie zu Masken. Durch einen Mund-Nasen-Schutz wird die Anzahl der Tröpfchen reduziert, je nach Art der Maske (Baumwollmaske oder chirurgische Maske) um bis zu 60 bis über 99 Prozent.

Hinsichtlich der Wirkung von Masken bestätigt Reisinger nach der Studie: „Modellrechnungen bestätigen, dass durch die Verwendung von Masken, vor allem in Verbindung mit anderen nicht-medizinischen Maßnahmen (zum Beispiel Einhaltung eines Mindestabstands), die Ausbreitung von Sars-CoV-2 stark verlangsamt und die Infektionsgefahr vermindert wird.“ Auch der Träger werde geschützt, am wahrscheinlich stärksten sei der Schutz bei Masken vom Typ N95.

Masken-Studie: Überraschende Ergebnisse zur Wirksamkeit in Corona-Zeiten

Aber auch eine weitere wichtige Erkenntnis liefert die Studie von Reisinger. Selbst, wenn eine Infektion nicht verhindert werden kann, können Masken offenbar zu einem milderen Krankheitsverlauf beitragen – also helfen, dass „symptomatische Erkrankungen verhindert oder die Schwere der Erkrankungen reduziert“ werden. Das könnte mit der Viruslast zu tun haben, die durch einen Mund-Nasen-Schutz geringer sein könnte. Offenbar ist das Risiko, nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 Krankheitssymptome zu entwickeln, stark von der Infektionsdosis abhängig. Somit schützen Masken vermutlich nicht nur das Umfeld des Trägers, sondern auch den Träger selbst vor Covid-19.

Das zeigt auch ein Beispiel von Soldaten der schweizerischen Streitkräfte. Bei zwei gemeinsam untergebrachten Kompanien seien erst neun Tage nach dem ersten Infektionsfall Masken und Mindestabstände angeordnet worden. 30 Prozent der Soldaten seien an Covid-19 erkrankt, bei 62 Prozent wurden trotz Ausbleiben von Symptomen Antikörper nachgewiesen. In einer anderen, räumlich getrennten Kompanie wurden bereits vor dem ersten Infektionsfall Masken und Mindestabstände angeordnet. Hier erkrankte keiner, bei 15 Prozent wurden Antikörper nachgewiesen.

Bei einer Studie zu Masken ist ein erstaunlicher Effekt herausgefunden worden. (Symbolbild)

Studie zu Masken in Corona-Zeiten: Das sagen die Forscher

Auch hinsichtlich der tödlichen Gefahr durch das Coronavirus könnten Masken offenbar helfen. „Schließlich legen Statistiken nahe, dass selbst bei einem größeren Anstieg der Infektionszahlen die Komplikations- und Todesraten in Ländern niedrig bleiben, in denen die Mund-Nasen-Bedeckung weit verbreitet ist“, heißt es in der Studie. Derzeit sei aber noch unklar, inwieweit die Ergebnisse auf die Corona-Mutationen übertragbar seien. Dennoch „raten wir eindeutig zum Tragen von Masken zur Infektionsprävention“ – das Fazit der Studie ist also klar.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

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