Coronavirus-Ausbreitung in Deutschland

Drosten warnt vor B.1.617: „So schnell wie möglich durchimpfen“

  • Julia Cuprakowa
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Virologe Christian Drosten warnt vor der Corona-Variante B.1.617 aus Indien und empfiehlt, die Menschen in Deutschland so schnell wie möglich durchzuimpfen.

Das Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus. Und obwohl die Zahlen und Inzidenzen, auch in Baden-Württemberg, langsam heruntergehen, macht sich der Virologe Christian Drosten Sorgen wegen der Ausbreitung der indischen Corona-Variante B.1.617. Er empfiehlt daher, die Menschen in Deutschland so schnell wie möglich durchzuimpfen, denn offenbar ist man nach nur einer Impfung nur sehr wenig vor der Mutante geschützt.

Corona-Variante B.1.617: Virologe Drosten warnt – „schnell durchimpfen“

Beim Impfen gegen Corona sieht der Virologe Christian Drosten Deutschland auf gutem Weg. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten sei man im europäischen Vergleich mittlerweile ganz vorne dabei, sagte der Charité-Wissenschaftler im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info.

Das läuft schon jetzt sehr schnell bei uns.

Virologe Christian Drosten

Das werde zu einer abnehmenden Schwere der Krankheit führen, sodass man irgendwann über den Sommer „zu einer anderen Betrachtung der ganzen Bedrohungslage“ kommen müsse. Derzeit steckt Deutschland, laut Drosten, noch in einer Übergangsphase. Das Infektionsgeschehen im Land und Einfluss der Lockerungen der Bundesnotbremse sei noch schwer zu beurteilen, so der Virologe. Grund dafür ist wohl die noch unsichere Datenlage nach den Feiertagen, an denen in der Regel weniger Labortests gemacht werden. Man müsse nun die weitere Entwicklung abwarten, sagte er.

Bislang habe er aber nicht den Eindruck, dass mit den Öffnungsschritten, die auch in Baden-Württemberg in vielen Regionen stattfinden, nun alle Dämme brechen. „Ich mache mir da im Moment keine Sorgen.“ Ganz generell gelte, dass zum Beispiel die Außengastronomie „sicherlich kein so großes Problem“ sei - zumal negative Testergebnisse mancherorts dafür Voraussetzung seien.

Corona-Variante B.1.617.: Drosten zeigt sich wegen Ausbreitung besorgt

Was dem Virologen jedoch Sorgen bereitet, ist die indische Corona-Variante B.1.617: „Man muss einfach so schnell wie möglich durchimpfen. Das ist das Beste, was man machen kann.“ Über die Ausbreitung der in Indien entdeckten Mutante in Großbritannien sagte Drosten außerdem, dass es viele Unwägbarkeiten gebe. Befürchtet wird allerdings eine um bis zu 50 Prozent erhöhte Übertragbarkeit. 

Drosten verwies aber auf eine Reihe von möglicherweise verzerrenden Faktoren. So sei die aktuelle Situation in dem Land eine andere als Ende 2020, als die Mutante B.1.1.7 aufkam. Damals habe sich die Winterwelle aufgebaut, während nun die dritte Welle stark abgebremst worden sei und viele Menschen einen Impfschutz hätten. B.1.617 sei zudem massiv aus Indien eingetragen worden - und man wisse leider, dass der Impffortschritt sozial ungleich verlaufe, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Doch wie soll man sich am besten vor B.1.617. schützen?

Virus-Variante aus Indien: Zwei Impfungen schützen

Eine Studie zeigte kürzlich, dass die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und AstraZeneca nach zweifacher Impfung recht gut gegen eine Erkrankung mit der in Indien entdeckten Variante schützen. Drosten sagte, offenbar sei es aber so, „dass gerade die erste Impfung gegen dieses Virus noch nicht so viel hilft, sodass man jetzt schnell vervollständigen muss“.

Wahrscheinlich mischten sich für diese Variante diesbezüglich die Karten neu - und man komme nur vorwärts, wenn man vollständig impfe. Großbritannien hatte auf den Effekt möglichst vieler Erstimpfungen gesetzt.

Christian Drosten: Virus schwer zu kontrollieren

Die Studie untermauert auch die Annahme, dass ein relativ kleiner Teil der Infizierten für besonders viele Ansteckungen sorgt. Wie Drosten schilderte, gibt es in allen Altersgruppen, auch bei Kindern, Infizierte mit außergewöhnlich hohen Viruslasten. In der Studie betraf dies etwa neun Prozent der untersuchten Fälle. In „erheblichem Umfang“ befinden sich darunter laut dem Virologen Menschen, die im gesamten Krankheitsverlauf maximal milde Symptome bekommen. Auch Menschen ohne Krankheitsanzeichen seien darunter.

In Anbetracht der Ansteckungsgefahr durch gesund wirkende Infizierte betonen die Wissenschaftler in ihrem Fazit zur Studie die Bedeutung von Maßnahmen wie Abstandhalten und Maskentragen. „Das Maximum der Virus-Ausscheidung liegt ein bis drei Tage vor dem Symptombeginn“, sagte Drosten über ein weiteres Ergebnis der Arbeit. Darum sei das Virus so schwer zu kontrollieren.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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