Covid-19 den Kampf angesagt

Corona-Pandemie: Gibt es mittlerweile Medikamente, die helfen?

Pillen und Co. (Symbolbild)
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Gegen die Corona-Pandemie werden vorhandene Medikamente erprobt und neue erfunden. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Gegen die Corona-Pandemie gibt es zwar mittlerweile mehrere Impfstoffe, doch wie sieht es mit Medikamenten aus, falls man an Covid-19 erkrankt?

Es ist das Thema, das die Welt beschäftigt - das die Forschung in Atem hält und das unser gesellschaftliches Leben stillstehen lässt. Die Corona-Pandemie beeinflusst uns nun seit über einem Jahr und hat die Gesellschaft mittlerweile völlig verändert. Doch wie kann man das ändern? Wie bekommen wir das Virus in den Griff?

Seit einigen Monaten läuft mittlerweile die Impfkampagne - mehrere Vakzine sind aktuell zugelassen und immerhin 19,8 % der Deutschen sind zumindest ein Mal geimpft. Doch die 7-Tage-Inzidenzen steigen trotzdem weiter an und die Intensivbetten in den Krankenhäusern sind mittlerweile wieder am Limit angelangt. Denn das Virus lässt sich nicht so leicht behandeln.

Medikamente gegen Covid-19: Therapie hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab

Genau genommen werden für die Behandlung von Covid-19-Patienten Medikamente unterschiedlicher Art benötigt. Denn es kommt stark auf das Stadium der akuten Erkrankung an. Für jedes Stadium werden andere Wirkstoffe benötigt - und noch mal andere Mittel, um Spätfolgen zu überwinden.

Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) muss man besonders berücksichtigen, dass Medikamente, die bei einer leichten Infektion ohne Atemprobleme - im Frühstadium - helfen, bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung unwirksam oder sogar schädlich sein können - und umgekehrt.

Behandlung einer Corona-Infektion: Mehrere Hundert Medikamente im Test - welches hilft?

Derzeit werden laut vfa mehrere Hundert verschiedene Medikamente darauf getestet, ob sie „auf die eine oder andere Weise hilfreich gegen Covid-19 sein können“. Die meisten davon sind Arzneimittel, die gegen andere Krankheiten bereits eingesetzt werden - oder zumindest in Entwicklung sind. Und das ist positiv, denn ein Medikament umzufunktionieren ist in der Regel unkomplizierter - und schneller möglich - als eine grundsätzliche Neuentwicklung.

Medikament-Arten, die potenziell gegen Corona-Viren helfen könnten:

1. Antivirale Medikamente sollen verhindern, dass Viren in Körperzellen eindringen oder sich im Körper vermehren.

2. Herz-Kreislauf-Medikamente sollen die Blutgefäße, das Herz und andere Organe vor Komplikationen durch eine Erkrankung mit Covid-19 schützen.

3. Dämpfende Immunmodulatoren sollen im fortgeschrittenen Stadium einer Corona-Erkrankung helfen, indem sie die Abwehrreaktion des Körpers begrenzen, damit diese nicht noch mehr Schaden anrichtet als die Viren selbst.

4. Medikamente für die Lungenfunktion sollen während einer akuten Covid-19-Infektion dabei helfen, die Lunge am Laufen zu halten und nach der Erkrankung eine gute Genesung zu garantieren.

Doch mittlerweile kommen auch immer mehr Arzneimittel gegen das Coronavirus auf den Plan, deren Entwicklung erst 2020 begonnen hat. Diese Medikamente werden aktuell zunehmend getestet. Und das hat auch etwas Gutes, denn sie könnten generell bei der Bekämpfung von Viruserkrankungen helfen.

Covid-19-Infektion: Behandlung von Viruserkrankungen generell schwierig

Diese sind von Natur aus schwieriger zu behandeln als beispielsweise Infektionen mit Bakterien, da Viren Körperzellen ihres Wirts kapern und diese zwingen, immer mehr Erreger-Kopien zu erzeugen. Dadurch, dass das Virus sich dann direkt an der Zelle befindet, ist es schwieriger, es direkt anzugreifen.

Besser wäre es, den Erreger schon von Anfang an daran zu hindern, in die Zellen einzudringen - denn was den Viren schadet, ist meist auch gefährlich für die eigenen Körperzellen und kann Komplikationen und Nebenwirkungen auslösen. Doch laut Spiegel sind die Wissenschaftler schon mit einigen Mitteln gescheitert, die gegen andere Viruserkrankungen eingesetzt werden. Beispiele sind da das „Hydroxychloroquin“, das für die Therapie von Malaria entwickelt wurde, oder „Remdesivir“, das in der EU extra für die Corona-Therapie zugelassen wurde.

Medikamente gegen Corona-Erkrankungen: Forscher sehen Hoffnungsschimmer

Seit einigen Wochen sehen die Forscher aber verschiedene weitere Hoffnungsschimmer am Horizont. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt künstlich hergestellte Antikörper, um das Coronavirus zu behandeln. Da kommt der Pharmakonzern Roche ins Spiel, der erst vor einigen Tagen bekannt gab, eine Antikörperkombination könne das Risiko einer Coronainfektion mit Symptomen um über 80 Prozent verringern. Bisher ist dieser Antikörper-Cocktail allerdings noch nicht zugelassen.

Andere Hersteller forschen in der Zwischenzeit an ganz simplen Tabletten gegen Viruserkrankungen - oder sogar an Nasensprays, die SARS-CoV-2-Viren abfangen könnten. Mit diesen Methoden könnten Medikamente schnell hergestellt und ganz einfach verabreicht werden.

Doch aktuell ist das alles noch Zukunftsmusik. Die meisten dieser Arzneimittel-Möglichkeiten stecken noch in den Kinderschuhen und müssen noch Testphasen und Studien durchlaufen, bis sie tatsächlich zugelassen werden können. Bis dahin sind wir alle darauf angewiesen, dass sich jeder an die Corona-Beschränkungen hält und die Impfkampagne weiterläuft.

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