Kampf gegen Covid-19

Gibt es in Deutschland bald diese 5 neuen Corona-Impfstoffe?

  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
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Die Impfstoffe von Moderna, Astrazeneca und Biontech kennen wir bereits. Demnächst könnten fünf neue hinzukommen. echo24.de stellt sie euch vor.

Die Impfungen in Deutschland laufen auf Hochtouren. Zunächst ist man nach strikt einem Impfplan gefolgt, am 17. Mai fiel die Priorisierung dann in Baden-Württemberg weg. Arztpraxen können jeden Impfstoff an Impfwillige verimpfen. Doch ein Problem taucht immer wieder auf und verlangsamt den ganzen Impf-Prozess: zu wenig Impfstoff. Könnte dieses Problem bald gelöst werden? Denn: Fünf weitere Impfstoffkandidaten aus Europa könnten die Nachfrage eventuell decken.

Alle befinden sich derzeit in einer weit fortgeschrittenen Phase. Bei drei davon startete bereits das Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Auch die Verkaufsbedingungen werden bereits verhandelt.

Hersteller Name der Impfstoffs
CureVac CVnCoV
NovavaxNVX-CoV2373
Sanofi-GSK
Valneva VLA2001
Gamaleya-InstitutSputnik V

CureVac - Hersteller aus Deutschland

Der deutsche Hersteller CureVac hat einen weiteren mRNA-Impfstoff entwickelt. Bei 5 Grad kann dieser über mehrere Tage gelagert werden, laut Hersteller ganze 90 Tage sogar. Nachdem CureVac gute Ergebnisse bei Wirksamkeit und Verträglichkeit an Primaten erzielt hatte, ging die Studie im Dezember in die zulassungsrelevante Phase über, berichtet swr.de.

Bis bitte April wurden Datenerhebung von 36.000 Teilnehmern abgeschlossen. Seit Februar befindet sich der Impfstoff im Zulassungsverfahren der EMA. Die Europäische Kommission hat sich auf einen Kauf von 400 Millionen Dosen geeinigt. CureVac plant daher noch in diesem Jahr 300 Millionen Dosen Impfstoff herzustellen.

Novavax: Protein-Impfstoff aus den USA

Der erste Protein-Impfstoff soll von der Firma Novavax aus den USA kommen. Diese Technologie wird bereits seit Jahrzehnten eingesetzt (Grippeschutzimpfung), wurde bisher jedoch nicht bei den bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen verwendet. Seit März 2021 befindet sich der Impfstoff im Zulassungsverfahren. Diese könnte im dritten Quartal 2021 erfolgen.

Das Vakzin soll zu rund 96 Prozent wirksam sein und sogar zu 100 Prozent vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Der Hersteller hat angekündigt die Studie auf Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren auszuweiten. Die Europäische Kommission möchte sich 200 Millionen Dosen sichern. Novavax möchte mehr als eine Milliarde Dosen pro Jahr herstellen.

Sanofi/GSK: Britisch/Französischer Impfstoff auf Protein-Basis

Das französische Unternehmen Sanofi hat mit dem britischen Pharmakonzern GSK einen auf Protein basierenden Impfstoff hergestellt. Die dritte und finale klinische Studie startet in der kommenden Woche. Die positiv ausgefallenen Zwischenergebnisse der Phase-2-Studie wurden Mitte Mai vorgestellt. Die Europäische Kommission hat sich bereits 300 Millionen Dosen des Vakzins gesichert.

Valneva: Totimpfstoff aus Frankreich

Der nächste Corona-Impfstoff der Firma Valneva aus Frankreich basiert auf abgetöteten Krankheitserregern und ist ein weiteres etabliertes Verfahren in der Impfstoffherstellung. In China werden Vakzine mit dieser Impftechnologie bereits eingesetzt. In Europa ist es der Erste, der womöglich bald zugelassen werden könnte. Die Ergebnisse der Studien ergaben gute Ergebnisse bei Verträglichkeit und Wirksamkeit. Seit Ende April befindet sich der Impfstoff in der Phase-3-Studie.

Russischer Impfstoff Sputnik V vom Gamaleya-Institut

Der Vektor-Impfstoff Sputnik V des russischen Herstellers Gamaleya-Institut wird in Russland bereits seit mehreren Monaten geimpft - bereits vor Abschluss der Phase-3-Studie. Auch Sputnik V befindet sich derzeit in der Zulassungsphase. Für weitere Schritte fehlen jedoch noch einige Daten. Dem russischen Institut wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Bisher gibt es noch keine Kaufverträge. Trotzdem könnte es nach der Zulassung dazu kommen, dass das Vakzin auch in Deutschland eingesetzt wird.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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