Covid-19-Impfung

Neue Corona-Mutationen: Wirken Impfstoffe auch gegen die Virus-Varianten?

Corona-Impfung (Symbolbild)
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Die Corona-Impfkampagne scheint der rettende Anker für die Bevölkerung zu sein. Doch wirken die Impfstoffe auch gegen die Mutationen? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Obwohl in Deutschland die Corona-Impfkampagne langsam Fahrt aufnimmt, gibt es große Unsicherheiten wegen der Virusmutationen - wirken die Impfstoffe auch gegen Varianten?

Über ein Jahr lebt Deutschland nun bereits mit der Corona-Pandemie. Das Covid-19-Virus hält auch Baden-Württemberg weiter in Atem. Die Infektionszahlen im Südwesten kratzen mittlerweile wieder an der kritischen 7-Tage-Inzidenz von 200 - trotz Bundes-Notbremse mit strengen Infektionsschutzmaßnahmen und Ausgangssperren. Die einzige Rettung raus aus dem Corona-Irrsinn scheint die Impfkampagne zu sein. Doch immer wieder tauchen neue Virusmutationen auf - und es stellt sich die Frage: Helfen die Impfstoffe auch gegen die Covid-19-Varianten?

Ob britisch, brasilianisch, südafrikanisch oder indisch - die Corona-Mutationen sind auf dem Vormarsch. Es handelt sich dabei um weiterentwickelte Coronaviren, die sich beispielsweise schneller verbreiten oder unser Immunsystem besser austricksen können. Deshalb sind sie mittlerweile in vielen Regionen häufiger als die ursprüngliche Covid-Version. Im ARD-Talk „Hart aber fair“ bei Frank Plasberg haben jetzt einige Experten und Politiker genau über diese Mutanten und ihren Einfluss auf die Impfkampagne gesprochen.

Impfkampagne und Corona-Mutationen: Brauchen wir neue Impfstoffe?

Der Immunologie-Professor Carsten Watzl erklärte, es gebe überhaupt kein Problem in Bezug auf die Mutanten und die Wirksamkeit der Impfstoffe, die es aktuell in Deutschland gibt. „Der Impfstoff, der jetzt da ist, wirkt auch gegen die Mutanten“, erklärte der Experte in der Talkrunde. Demnach hält er auch die neue Doppelmutation aus Indien für unproblematisch, was den Impfschutz angeht. Das Problem sieht Watzl eher aufseiten der Bevölkerung.

Im Moment gibt es keine Mutante, bei der die Impfstoffe nicht wirken.

Immunologie-Professor Carsten Watzl

Denn der Immunologe geht davon aus, dass die Herausforderung eher darin besteht, der Bevölkerung die Furcht vor den Mutanten zu nehmen. „Ich warte, bis der bessere Impfstoff kommt“, sei demnach keine gute Begründung, sich jetzt nicht impfen zu lassen. Viel eher sei wichtig, dass das Impfangebot von der breiten Masse angenommen wird, so Watzl. Ansonsten sei eine Rückkehr zu normalen Zuständen nur schwer möglich.

Corona-Impfkampagne in Deutschland: Wie finden wir den Weg aus der Krise?

„Wir müssen wohl irgendwo um die 70 Prozent landen, um die Herdenimmunität zu erreichen“. Dazu gehört laut Immunologie-Professor Carsten Watzl auch, dass man im Sommer durchimpft. Sonst habe man „das böse Erwachen im Herbst.“ Es sei vor allem extrem wichtig, dass jeder Geimpfte vor den kalten Wintermonaten auch seine zweite Impfung erhalte - denn erst dann sei der volle Impfschutz gegeben.

Mittlerweile sind in Deutschland knapp 24 Prozent der Bevölkerung wenigstens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Baden-Württemberg liegt mit 22,9 Prozent im Ländervergleich eher etwas zurück.

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