Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz

Corona-Impfung: Auffrischimpfungen kommen - breiteres Angebot für Kinder

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Am Montag haben sich die Gesundheitsminister mit den Auffrischimpfungen und dem Angebot für Kinder und Jugendliche beschäftigt. Das wurde beschlossen:

Am 10. August steht der nächste Corona-Gipfel von Bund und Ländern an, rund eine Woche vorher haben sich bereits die Gesundheitsminister getroffen. Neben dem Start für die Corona-Auffrischungsimpfungen wurde auch ein flächendeckendes Impfangebot für Kinder und Jugendliche beschlossen.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wurden die Entscheidungen einstimmig und in Konsens mit der Bundesregierung getroffen. Bereits vor der Konferenz war Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha mit einer Forderung nach zeitnahen Auffrischungsimpfungen vorgeprescht. Ähnlich wie bei den Erstimpfungen sollen auch bei den Drittimpfungen ältere Menschen,  Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression geimpft werden.

Corona-Impfung: Auffrischungsimpfungen kommen - jedoch nur mit mRNA-Impfstoffen

Bei diesen Gruppen liegen die Impfungen am längsten zurück, wie auch die Deutsche Presse-Agentur(dpa) berichtet. Sie sollen daher nun ab September auch zuerst eine weitere Spritze angeboten bekommen, dies soll in der Regel mindestens sechs Monate nach den ersten Impfungen passieren. Entweder über mobile Teams in Pflegeeinrichtungen oder durch die behandelnden Ärzte für alte und pflegebedürftige Menschen zu Hause.

Geimpft wird bei den Auffrischungsimpfungen ausschließlich mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech oder Moderna. Ein Auffrischungs-Angebot damit soll auch Menschen gemacht werden, die schon einmal vollständig mit den Impfstoffen von AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden. Auffrisch-Impfstoffe, die neue Virusvarianten wie Delta besser abdecken sollen, sind laut dpa bereits in Arbeit.

Corona-Impfung für Kinder wird leichter: Angebote auch in den Impfzentren

Fortschritte gab es auch bei den Impfungen für Kinder und Jugendliche: Alle Länder wollen Impfungen für 12- bis 17-Jährige nun auch in den regionalen Impfzentren anbieten. Wie im Beschluss betont wird, ist bei Impfungen von Kindern und Jugendlichen ärztliche Aufklärung und gegebenenfalls das Ja der Sorgeberechtigten nötig.

„Dies kann zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“, wird die Entscheidung im Beschluss begründet. „Auch 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, können sich und andere mit einer Impfung schützen“, betonte Gesundheitsminister Jens Spahn. „Deshalb ist es gut, dass die Länder auch dieser Altersgruppe möglichst niedrigschwellig ein Impfangebot machen wollen.“  Auch für junge Erwachsene in Unis und Berufsschulen sollen unkomplizierte Angebote kommen.

Corona-Impfung: Weiter keine Empfehlung der Stiko für Kinder und Jugendliche

Eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es jedoch trotz des politischen Drucks noch nicht. Das Gremium bleibt bislang bei seiner Einschätzung, dass nur Kinder und Jugendliche geimpft werden sollten, die wegen bestimmter Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) hält weiter an der Corona-Impfempfehlung für Kinder fest.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach erklärte im Deutschlandfunk, die Stiko vertrete eine „Außenseiterposition“. Die wesentlichen Studien zeigten, dass eine „Durchseuchung“ mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Stiko-Chef Thomas Mertens bekräftigte im NDR, es gebe noch zu wenige Daten über mögliche Folgeschäden. Es könne sein, dass die Empfehlung geändert werde. „Aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben“, stellte Mertens klar.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa/Illustration

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